AfD, Facebook, Faschismus, Deutsche, Körperverletzung

"Hilfe, mein Kumpel wählt die AfD!"

In dem Artikel Hilfe, mein Kumpel wählt die AfD! – Keine Panik vom 20. Juli auf taz.de sind die drei Musterbeispiele der Autorin – Axel ist 56 Jahre alt, Frank, 66, und Ute, 64 – nur bedingt hilfreich. Wessen Freundes- und Bekanntenkreis jünger und nur bedingt in diesen Milieus daheim ist (Axel: Diplom-Soziologe, Frank: Hobbypianist, Politologe, Rentner, Ute: Ex-Verwaltungsangestellte, Rentnerin) steigt möglicherweise schon aus dem Artikel aus, bevor die hilfreichen Tipps kommen. Aber vielleicht wurden die drei ja auch explizit auf die treue Stammleserschaft hin ausgewählt.

"wie Gewalt und Rechtsextremismus auf Facebook online bleibt"

Falls jemand wissen, was es praktisch mit dem Sachverhalt aus dem Artikel Doku enthüllt, wie Gewalt und Rechtsextremismus auf Facebook online bleibt (Futurezone, 17. Juli) auf sich hat, dem sei beispielhaft dieser Beitrag nur nach Anmeldung sichtbare Facebook-Beitrag nahegelegt, der in der Vorschau eigentlich ein unscharfes Bild und darüber liegend den Text

"Dieses Video zeigt möglicherweise Gewaltdarstellungen oder explizite Inhalte."

anzeigen sollte. Abgerundet wird die Darstellung durch die Bild-/Videounterschrift

"Wir haben dieses Video verdeckt, damit du entscheiden kannst, ob du es sehen möchtest."

Hinweis: Dieses beispielhaft verlinkte Video dient nur als mögliches Muster, um das Konzept in dem verlinkten Artikel zu skizzieren.

"Trial runs for fascism"

Der Facebook-Nutzer "Jan Heilig" hat am 13. Juli auf seiner Nutzerseite eine öffentlich zugängliche private Übersetzung des Artikels Fintan O’Toole: Trial runs for fascism are in full flow aus der Irish Times vom 26. Juni veröffentlicht.

Die (übersetzte) Passage

"Gib dort etwas raus, zieh es zurück, passe es an, und dann weiter damit."

mag den ein oder anderen an

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."
Jean-Claude Juncker, zit. nach: " Die Brüsseler Republik", Der Spiegel, 27. Dezember 1999

erinnern.

Ansonsten sehen manche Leser an der ein oder anderen Stelle richtige Annahmen bzw. Aussagen, fühlen sich dann – auch wenn sie weder die AfD noch Salvini verteidigen wollen oder gar Sympathien für sie übrig hätten - dadurch irritiert, dass das Abweisen von Rettungsschiffen, die in der Nähe der 12-Meilen-Zone Menschen aufnehmen und sie entgegen der Regeln der Seefahrt nicht in den nächsten Hafen bringen, sinngemäß als "Grausamkeit" bezeichnet und in eine Linie mit den genozidalen Verbrechen der Nationalsozialisten gestellt wird. Aus Sicht der Irritierten entwertet die (sinngemäße) Botschaft "Grenzen schließen ist genau so schlimm wie der Holocaust" den ganzen Artikel.

Vor diesem Hintergrund ist die Frage nicht ganz abwegig, ob solche Artikel nicht eher die eh schon Überzeugten überzeugen, während die "Neutralen" bis "Zweifelnden" im Gegenzug eine mögliche Pro-Haltung überdenken.

„Wir sind Deutsche, ohne Wenn und Aber“

Direkt als allererste Wortmeldung kommt vom Interviewpartner die Aussage "als deutsche Religionsgemeinschaft ist es uns wichtig", die ausweislich des Urteils Kein Anspruch auf Einführung islamischen Religionsunterrichts des OVG Münster vom 9. November 2017 wohl wider gegen besseren Wissens getätigt wurde: Interview – Aiman Mazyek: „Wir sind Deutsche, ohne Wenn und Aber“ (SWP, 14. Juli)

Ansonsten sei die Frage gestellt, ob die Aussage "Bisher haben Teile der Politik sich eher an der Fragmentierung der Islamischen Community beteiligt" nicht im Gegensatz zu der an anderen Stellen oft beschworenen Formel "es gibt nicht den Islam" steht.

Körperverletzung oder Missverständnis?

Läuft Sie dachten, es wären Rechte – Linke verprügeln aus Versehen Linke! (Bild) in der PKS unter politischer Gewalt, Körperverletzung oder unter Missverständnis?