„allgemein geteilte Vorstellungen von falsch und richtig“

Passend zu den beiden Zitaten von Daniel Cohn-Bendit (von 1991 und 2010) zu „Multikulturalismus“ gibt es hier je ein Zitat von 2010 und eines von 2018, die kontextuell zu und zueinander passen:

"Am Multikulturalismus ist wahr, dass wir die Anderen brauchen. An der Leitkultur ist wahr, dass wir die Anderen nur anerkennen können, wenn wir unserer Toleranz eine Grenze setzen. Nur wer selbstbewusst ist, kann auch offen sein. Wer keine eigenen Werte zu verteidigen hat, kann auch nicht tolerant sein. Wahrer Multikulturalismus setzt eine Leitkultur voraus."
Norbert Bolz: Linke Lebenslügen – Die drei dogmatischen Mythen der deutschen Linken in Sachen Einwanderung und Integration (TAZ, 4. Dezember 2010)

Im Interview mit der Schweizer NZZ spricht der deutsche, in Mainz lehrende Historiker Andreas Rödder über deutlich mehr Themen, als es die Überschrift vermuten lässt. Hier der konkrete Satz:

„Ohne Leitkultur, ohne allgemein geteilte Vorstellungen von falsch und richtig, kann keine Gesellschaft überleben.“
Interview – «Ohne Leitkultur kann keine Gesellschaft überleben» (NZZ, 4. Januar 2018)

Um formal den Kreis zu schließen, also nach dem Einstieg mit einem Verweis auf einen Blog-Artikel auch mit einem Verweis auf einen Blog-Artikel auszusteigen, sei zum Thema „Leitkultur“ zudem auf die im O-Ton wiedergebene Feststellung „Leitkultur verkommt zum Klischee des Deutschseins“ von Aydan Özoğuz verwiesen.