Anmerkungen zu Artikeln der FAZ, der Hessenschau und der Zeit

Die FAZ über Hartz IV und Migration (und im Artikel auch die AfD)

FAZ-Redakteur Rainer Hank kommentiert die aktuelle Hartz-IV-Debatte:

Screenshot vom Facebook-Account der "FAZ", es geht um "Hartz IV" und "Migration"

Quelle: fb.com/faz/photos/a.415527155975.196450.346392590975/10155414827990976/

In den (Un-)Tiefen des Social Web werden dieser Post bzw. der dahinterstehende Artikel dann von Lesern kommentiert.

So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass man vielleicht auch mittel- und langfristig darüber nachdenken könnte, wie sich der Beitrag der Neubürger zum Sozialsystem eines Industrielandes erhöht, und parallel über ein Szenario sinnieren könnte, wie es bei einer weniger positiven Entwicklung mit der Finanzierung ausschaut, insbesondere wenn die Boom-Phase in eine Rezession wechselt.

Alternativ wird angeregt, dass man auch darüber diskutieren könnte, wie ein tragbares Migrationsrecht aussehen könnte, dass zum einen der einheimischen Bevölkerung dienlich ist, aber auch willigen Zuwanderern innerhalb kürzester Zeit die Möglichkeit bietet, ihren Traum vom Leben zu erfüllen, ohne am Tropf der aufnehmenden Gesellschaft hängen zu müssen.

Eine andere Idee zielt sehr direkt darauf ab, dass man bestimmen könnte, wie in Zukunft der Zuwanderer beschaffen sein muss, um schnell ein gedeihliches und geachtetes Mitglied der Gesellschaft werden zu können und gemeinsam eine erfolgreiche Nation zu bilden, und jene fernzuhalten, die in Europa schlicht keinen Weg haben.

Etwas zynisch wird außerdem angemerkt, dass man stattdessen über andere Details diskutieren könnte, die sich aus diesem Gesamtzusammenhang ergeben, etwa Bekleidungsnormen. Das ginge wohl auch.

Die Hessenschau, die Polizei und Afghanen

Screenshot von Hessenschau.de, gezeigt wird das Titelbild demonstrierender Afghanen

"Wir wollen Gerechtigkeit" – Flüchtlinge demonstrieren gegen tödliche Polizeischüsse (Hessenschau, 15. April)

Für Vertreter der tl;dr-Fraktion*: Brötchenfahrer wird von einem 19-jährigen Afghanen beinahe totgeschlagen (siehe auch Hessenschau vom 13. April); Afghane wird in Nothilfe durch die Polizei erschossen; junge Landsleute fühlen sich bemüßigt, gegen die staatliche Ordnungsmacht zu demonstrieren.

Perspektivisch sei an dieser Stelle die Frage aufgeworfen, wie es ausschaut, wenn sie eine solche Gruppe Demonstrierender um den Faktor zehn oder mehr vergrößert. Mittel- bis langfristig dürfte es keine Frage von staatlichem Handeln sein, sondern vielmehr von Demografie, siehe dazu z.B. Geburtenrate: In Deutschland werden so viele Kinder geboren wie vor 20 Jahren (Zeit, 28. März).

Grundsätzlich – i.S.v. "perspektivische Entwicklung der Gesellschaft und des Miteinanders" – passt dazu beispielhaft der Artikel Hannover: 19-Jähriger verletzt Polizisten – Menschenmenge feuert ihn an (Welt, 16. April).

Der Photo-Journalist Markus Hibbeler (auf Twitter @markushibbeler, beruflich markusphoto.de), der im Mai 2017 einen auf Facebook von Facebook gelöschten Beitrag mit anwaltlicher Hilfer wiederherstellen konnte (siehe z.B. Mit Klage gedroht – Facebook bringt zensierten Post zurück (Der Westen, 29. Mai 2017)) und Ende 2017 wegen Fake News in die Kritik geriet (siehe z.B. Tod nach Schlägerattacke in Sachsenhausen - die Geschichte einer Falschmeldung (FNP, 28. Dezember 2017)), hat mit dem auch ohne Anmeldung einsehbaren Post fb.com/markus.hibbeler/posts/10214334366784764 eine (sinngemäß zitiert) "selbstkritikfreie Opferrolle" der Demonstranten kritisiert, die sich darin zeige, dass vergleichbare Demonstrationen gegen Gewaltverbrecher aus den eigenen Reihen ausblieben.

PS: Polizei Würzburg: Vier Frauen in Bar belästigt – Polizei nimmt 20-jährigen Tatverdächtigen fest – Weitere Geschädigte gesucht (Focus, 16. April)

*too long; didn't read

Die Zeit und Antisemitismus

Screenshot vom Twitter-Account der Zeit, es geht um Anti-Semitismus

Quelle: twitter.com/zeitonline/status/985917913956868098

Auch wenn die Passage "gerechtfertigter – ja" impliziert, dass auch der Antisemitismus von "christlich sozialisierten Europäern" gerechtfertigt ist, schließt der Artikel Antisemitismus: Der Judenhass der anderen (Zeit, 16. April) mit einem beruhigenden Fazit.

Ansonsten sei ergänzend auf den BAZ-Artikel vom 6. April verwiesen, der auf einer Studie basiert, für die "288 Menschen aus elf Flüchtlingsunterkünften und einer Sprachschule für Flüchtlinge" befragt wurden: Gesellschaften": Jung, religiös, antisemitisch und männlich – Eine Studie der Uni Wien beleuchtet, welcher Islam mit der Flüchtlingskrise eingewandert ist