Aus den Streams – Medien- und Presseschau vom 23. Juli

Die aktuelle Presseschau ist mal wieder so bunt, dass es einfach keine einfache Klammer gibt... Was aber auffällt: Artikel der Welt scheinen sehr teilenswert zu sein, denn sie tauchen vergleichsweise häufig auf – jedenfalls deutlich häufiger als Beiträge von der Lausitzer Rundschau oder dem National Public Radio.

FAZ, 22. Juli: Sigmar Gabriel – „Die türkischstämmigen Menschen in Deutschland gehören zu uns“
"Der Bundesaußenminister wendet sich in einem offenen Brief an die in Deutschland lebenden Türken. Er wirbt um Verständnis für die Neuausrichtung seiner Türkei-Politik. Unterstützung kommt von der EU-Kommission. In Istanbul erlässt ein Gericht neue Haftbefehle."
HuffPo, 22. Juli: Ein Münchner Wirt störte sich nicht am Pegida-Stammtisch, nun muss er sein Restaurant schließen
"Pegida München hat sich regelmäßig in einem italienischen Restaurant in Sendling getroffen / Dem Wirt war das egal - doch die Umsätze gingen zurück, sodass er nun schließen muss / Die Schuld sieht er insbesondere bei einem SPD-Lokalpolitiker"
MDR, 22. Juli: Urteile der Woche – Keine Mehrleistungen für Flüchtlinge mit falscher Identität
"Zwei Libanesen gaben sich beim Asylantrag als Iraker aus. Später korrigierten sie die falsche Angabe, dennoch haben sie damit den Anspruch auf Sozialleistungen, die über die Grundsicherheit hinausgehen, verwirkt. Dieses und zwei weitere Urteile der Woche."
NZZ, 22. Juli: Posse um Pegida-Stammtisch in München – Bist du nicht weltoffen, wird dein Lokal geschlossen
"Deutsche Lokalpolitiker üben Druck auf Wirte aus, damit diese politisch missliebige Gäste vertreiben. So wollen sie den Ruf ihrer Stadt als weltoffen bewahren. In München wurde das einem Wirt zum Verhängnis."
Welt, 20. Juli: Antisemitismus an Schulen – „In Atlanten wird der Staat Israel ausradiert“
"Eine neue Studie zeigt, dass antisemitische Vorfälle in Berliner Schulen kein Einzelfall sind – oft kommen die Aggressoren aus dem streng muslimischen Milieu. Die Lehrer sind überfordert, klassische Konzepte wirken hier nicht."
Welt, 20. Juli: Schulen vor dem Kollaps – Lehrer verzweifeln an Flüchtlings-Willkommensklassen
"Ein Jahr haben Flüchtlingskinder Zeit, um fit für den deutschen Unterricht zu werden. Doch wie bringt man Jugendliche, die nicht mal Englisch sprechen, zu einem Schulabschluss? Die Lehrer sind überfordert."
Eigentümlich frei, 19. Juli: „Energiewende“ – Zwölf Minuten bleiben bis zum Stromausfall
"Ganze zwölf Minuten Vorwarnzeit gibt das Anfang Februar 2017 geänderte Energiewirtschaftsgesetz den lokalen Stromversorgern, um auf Anforderung „von oben“ ganze Stadtteile vom Stromnetz abzuklemmen. Eine Priorisierung darf nicht stattfinden, ebenso wenig ist ein Schadensersatzanspruch der Betroffenen möglich. Grund: Flatterstromeinspeisung kann das Netz zum Tanzen bringen, damit es nicht ganz kollabiert, werden eben Teile geopfert. Schöne neue Energiewendewelt."
Freitum, 19. Juli: Evangelische Kirche und Linksradikale: Es findet zueinander, was leider zusammen gehört
"Die Basis dieses Artikels ist ein Protokoll zur Vorbereitung der G20-Demo in Hamburg. Es ist nicht geleakt, sondern gut einsehbar auf der Seite der Veranstalter vorhanden. Die Echtheit und die Legitimität, dieses Dokument zu verwenden steht demnach außer Frage. Man muss es nur lesen."
Lausitzer Rundschau, 19. Juli: "Die Qualität seiner Arbeiten hat nicht gestimmt"
"Harald Schneider hat in Schönwalde einen syrischen Mitarbeiter fristlos entlassen. Ungebührliches Verhalten auf der Baustelle und Arbeitsverweigerung sind als Gründe genannt worden. Der 36-jährige Rami Saleh fürchtet unterdessen um seinen Ruf."
National Public Radio, 19. Juli: Say Goodbye To X+Y: Should Community Colleges Abolish Algebra?
"Algebra is one of the biggest hurdles to getting a high school or college degree — particularly for students of color and first-generation undergrads. It is also the single most failed course in community colleges across the country. So if you're not a STEM major (science, technology, engineering, math), why even study algebra?"
Ruhrbarone, 19. Juli: Lookismus: No Tears for the fat Nazi
"Themar am Wochenende: Über 5000 Nazis feierten weitgehend ungestört von Protesten und der Polizei bei einem Rechtsrockkonzert und sammelten Geld für die Szene ein. Wie üblich kursierten nach der Veranstaltung zahlreiche Fotos von Nazis im Netz. Viele von ihnen sahen mit ihren Gesichtstätowierungen aus wie die bettelnden Junkies vom Bahnhofsvorplatz, ein übliches Bild auf Nazi-Demos. Einer stach heraus: Ein unglaublich fetter Nazi mit dem Spruch „Nationalistolz kann man nicht zerbrechen“ auf dem T-Shirt wurde zum Gespött in den sozialen Medien. Und dass das T-Shirt seinen Bauch nicht bedeckte, sorgte zusätzlich für Erheiterung."
Standard, 19. Juli: Streit auf Facebook endet in Pakistan mit Todesurteil
"In dem Land gibt es bereits strenge Gesetze gegen Blasphemie, doch nun ist auch das Internet betroffen."
Welt 19. Juli: Ist Liebe rassistisch? „Ich stehe nicht auf schwarze Frauen“
"Wie rassistisch verhalten sich Männer und Frauen bei der Partnerwahl? Das wollte eine britische TV-Show namens „Is Love Racist?“ testen. Vor allem einzelne Kommentare der Kandidaten sorgten für Aufregung."
BAZ, 18. Juli: Wie die Antarktis «grün» geschrieben wurde
"Eine britische Studie über Moose scheint den Klimawandel zu bestätigen, worauf sie trotz Lücken verbreitet wird. Die News zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird."
Berliner Zeitung, 18. Juli: Nach schwulenfeindlicher Attacke – Zoff um wütendes Facebook-Statement von Nina Queer
"Wenige Tage vor dem CSD gibt es großen Zoff in der Berliner Homo-Szene. Auslöser ist Star-Transe Nina Queer. Sie hatte sich auf Facebook sehr emotional zu schwulenfeindlichen Attacken geäußert. Nun wird ihr Rassismus vorgeworfen."
FAZ, 18. Juli: Videoüberwachung: Einen Tod müssen Datenschützer sterben
"Früher sah politischer Aktivismus so aus: Die eine Seite, meist rechts, konservativ, wirtschaftsfreundlich und vernarrt in die innere Sicherheit, hatte eine Idee wie anlasslose Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren, oder einfach nur Ärger wegen frecher Wortmeldungen im Internet, das deshalb auf die eine oder andere Art zensiert werden sollte, während die Daten der Nutzer der Industrie vorgeworfen wurden. Wir – und dazu darf ich mich auch zählen – demonstrierten vor den Toren des BND in Bad Aibling, schrieben Beiträge über die Nebenwirkungen von TTIP und die Auswüchse des NSA-Skandals."
Focus, 18. Juli: Jetzt mischt sich auch Nato ein – Erdogans Provokationen werden zu gefährlich, um sie mit „Methode Merkel“ auszusitzen
"Die deutsche Öffentlichkeit ist bereits einiges vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und der türkischen Regierung gewohnt: Nazi-Vergleiche und Rassismus-Vorwürfe zum Beispiel und die Drohungen, das Flüchtlingsabkommen mit der EU aufzukündigen, sowieso."
Welt, 18. Juli: Österreich droht – „Binnen 24 Stunden machen wir den Brenner zu“
"„Lage spitzt sich zu“: Wien bekräftigt seine Drohung, den Brenner abzuriegeln. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen, betont Innenminister Sobotka. Er fordert ein drastisches Vorgehen gegen selbst ernannte Seenot-Retter."
Welt, 18. Juli: Zuwanderung – Jeder zweite Arbeitslose in Westdeutschland hat Migrationshintergrund
"Menschen mit Zuwanderungsgeschichte finden seltener eine Anstellung. Im Westen der Republik hat jeder zweite Arbeitslose ausländische Wurzeln. Entscheidend für den beruflichen Erfolg sind zwei Faktoren."
Handelsblatt, 17. Juli: Verfassungsschutz – Türkei wollte möglicherweise Spitzel einschleusen
"Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Türkei versucht, Spitzel in das Bundesamt für Verfassungsschutz einzuschleusen. Das Amt selber wollte sich zu Details allerdings nicht äußern."
Saarbrücker Zeitung, 17. Juli: FDP-Jugend fordert englisch als zweite Verwaltungssprache
"Für Jubel ist es zu früh, Grund für Optimismus gibt es für die FDP jedoch: Umfragen sehen die Partei derzeit mit acht und neun Prozent wieder im Bundestag. Doch der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis), Konstantin Kuhle, mahnt anlässlich einer Wahlkampfschulung in Saarbrücken zu Bescheidenheit: „Der Einzug der FDP ist nicht sicher.“"
Tichys Einblick, 17. Juli: Hamburger Menetekel – „Rechts ist die Hölle – links ist der Himmel – in der Mitte ist nichts“
"Die linke Ideologie erreichte, dass „Links“ schon fast als Mitte gilt – und dann Hamburg. Und mit einem Male wird vielen bewusst: Links ist wie Rechts. Nur noch aggressiver."
Tichys Einblick, 16. Juli: Für Freiheit, Sicherheit und Demokratie – Das Gerechtigkeitsempfinden auf der Probe
"In einem sehr persönlichen Text setzt sich Anabel Schunke mit der schleichenden Brutalisierung der Gesellschaft und zunehmenden Entwertung der Frau auseinander."
Achse des Guten, 15. Juli: Leute, outet euch! Tut weh, aber hilft
"Vor einem Jahr habe ich auf der Achse darüber geschrieben, wie es sich für mich als junge Frau anfühlt, eine politische Einstellung zu vertreten, die sozial unerwünscht ist. Sie haben mich wie Gaffer auf der Autobahn beobachtet. Jetzt bin ich dran."
Kurier, 15. juli: "Es gibt Wichtigeres als Deutsch"
"Lokalaugenschein in islamischen Kindergärten: Oft ist die Umgangssprache Türkisch – und alles halal."
Allgemeine Zeitung, 14. Juli: Schlägereien von afghanischen Gruppen in Bad Kreuznach: Integrationsbeirat mahnt zum Handeln
"Das Verhalten einer Gruppe afghanischer junger Männer in der Stadt sorgt in den letzten Tagen für Unmut – und das sogar bei der Vorsitzenden des städtischen Migrationsbeirats, Annette Bauer. Von ihr ist man deutliche Worte zwar gewöhnt, aber was sie kürzlich auf ihrer Facebook-Seite schrieb, kam wie ein Weckruf daher."
Lausitzer Rundschau, 12. Juli: "Es gab für mich keine Anzeichen" – Herzberger Friseurmeisterin spricht über den Messerangriff ihres syrischen Angestellten
"Herzberger Friseurmeisterin spricht darüber, was sie nach dem Angriff eines syrischen Angestellten vor zwei Wochen bewegt."
Berliner Zeitung, 10. Juli: Immer mehr Gewalt im Fuggerkiez – B.Z. bei Stricher-Razzia im Schöneberger Schwulenkiez
"Junge Bulgaren und Rumänen gehen im Schöneberger Fugger-Kiez anschaffen und sorgen mit Gewalt-Attacken für Ärger. Jetzt wird verstärkt kontrolliert. B.Z. war bei einer Razzia dabei und sprach mit Zivilfahndern."
Vice, 24. Februar: The Trans Women Who Become Lesbians After Years as Gay Men
"While researchers have yet to determine whether changes in hormones lead to changes in sexual orientation, for many trans lesbians, the logic is clear: If you don't have to live as a man anymore, why would you date them?"
Netzfrauen, 23. Februar: Vorsicht! EU hat den Zuckermarkt neu geregelt! Obwohl Zucker ungesund ist – doch was jetzt kommt, ist noch viel gefährlicher!
"Ab 2017 ist es soweit. Dann können die Getränkehersteller vom Kristallzucker zum billigeren Sirup wechseln, denn von der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat Brüssel den Zuckermarkt neu geregelt. Dabei wurden auch die Beschränkungen für den künstlichen Zucker aufgehoben. Damit Sie als Verbraucher nicht merken, ob Sie nun Produkte mit gesundheitsschädlicher Isoglucose oder Kristallzucker konsumieren, hat der Konzern Cargill in Vilvoorde, 12 Kilometer außerhalb von Brüssel, einen Verkostungsraum an seinem wichtigsten europäischen R & D-Standort gebaut, wo die Softdrinkhersteller ihre eigenen Produkte in zwei Versionen testen können."
NZZ, 18. September 2011: An Ketten gelegt wie Tiere
"In Somalia gibt es vier Millionen Geisteskranke – aber nur drei Psychiater. Die Verwahrung der psychisch Angeschlagenen, meist unter unmenschlichen Bedingungen, ist ein lukratives Geschäft für Private."

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.