Aus den Streams – Medien- und Presseschau vom 8. Oktober

Die Linkschleuder vom 8. Oktober deckt u.a. mit FAZ, BAZ, Welt, Cicero und eigentümlich frei eine Spanne von Kriminalität über (schwedische) Friedhöfe und (deutsche) Politik bis hin zu TKKG ab.

Weil die Bundesregierung 9 von 15 Zielen bei der Energiewende verfehle, so der "Energiewende-Index von McKinsey", verliert Deutschland die Kontrolle über den Strompreis, so die Welt am 8. Oktober.

Wer schwedisch kann, ist hier im Vorteil: Beväpnade begravningsgäster väcker oro på kyrkogårdarna, schreibt die SVT Nyheter am 8. Oktober. Im Kern übersetzt: Das Friedhofspersonal in Malmö bekommt jetzt eine Spezialausbildung, weil eine steigende Anzahl von Beerdigungsgästen bewaffnet ist und sichtbar schusssichere Westen trägt.

"Sollte man junge Menschen, die zum ersten Mal straffällig geworden sind, gleich mal die volle Härte einer längeren Haft spüren lassen, oder sollte man eher auf eine Bewährungsstrafe setzen?" Mit dieser Frage steigt die FAZ am 8. Oktober in ihren Beitrag Jugendkriminalität – Sie hören nicht, weil sie nicht fühlen ein.

Seit fast fünf Jahren, genauer: seit Dezember 2012, halten Flüchtlinge "mit der Hilfe linker Aktivisten und behördlichem Wohlwollen" eine Schule in Kreuzberg besetzt. Nun greife die Stadt Berlin durch, so die Welt am 7. Oktober, und wolle die Schule mit einem positiven Gerichtsurteil im Rücken räumen lassen.

Über Politisch korrektes Schweigen beschwert sich Markus Melzl, ehemaliger Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, am 6. Oktober in einem Beitrag für die BAZ:

"Dass sich die Zuwanderung negativ auf hier lebende Frauen auswirkt, interessiert die überkorrekten Gralshüter der Gleichberechtigungsfraktion plötzlich nicht mehr."

Während Muslime in München am Wald-, West- und Südfriedhof eigene Bereiche für sich haben, forderte in Oberhaching bei München forderte eine muslimische Familie erfolglos ein paar Meter Abstand von Andersgläubigen, so die TZ am 6. Oktober.
Die Abgrenzung im Tod ist übrigens keine rein religiöse Angelegenheit: Über den "ersten Lesbenfriedhof Berlins" berichteten im April 2014 u.a. die B.Z., N-TV, Queer, Der Spiegel, die SZ, der Tagesspiegel, die taz und die Welt.

Mit der sehr direkten Ansprache Wusstest du, dass die „TKKG“-Ermittler rassistisch, sexistisch und fremdenfeindlich sind? stellt Der Westen am 6. Oktober u.a. fest, dass aus heutiger Perspektive klar werde: "TKKG vertritt rechte Ansichten". Im Kern ist der Text jedoch nur eine Linkschleuder, die auf detailliertere Texte bei der taz, dem Der Spiegel-Ableger Bento und Stern verweist.

Über die ersten Folgen des "Burkaverbots" in Österreich berichtet die Presse am 5. Oktober: "Tumult, Anzeige und Attacken" – und zwei Familien, die aufgrund dessen nach Serbien bzw. Ägypten zurück wollten. Einen Tag später berichtete auch die Krone. In einem persönlichen Kommentar auf Facebook regt Caya Cahit in diesem Kontext an, "bitte eine Dokumentationsstelle, die Übergriffe von Muslimen auf andere dokumentiert", einzurichten.

In einem Meinungsbeitrag für Cicero bezeichnet Alexander Kissler am 5. Oktober den amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) als "Bambus-Präsident". Aufhänger ist die Mainzer Rede Steinmeiers anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Als nörgeliger Kolumnist hat sich auch Andreas Backhaus am 3. Oktober auf Tichys Einblick mit "Mein Land – Dein Land – Deutschland" gezeigt.

Und in seinem Blog Sichtplatz schlägt Peter Grimm am 4. Oktober vor: Steuererlass für Falschwähler? Aufhänger ist die Erklärung des Intendanten des Berliner Friedrichstadttheaters gegenüber dem Berliner Kurier, man wolle das Geld der AfD-Wähler nicht (ebenfalls 4. Oktober).

Die Arbeit der Seenotretter im Mittelmeer und speziell vor der libyschen Küste sei Hilfe mit schlimmen Folgen, ist sich der Schweizer Tagesspiegel am 1. Oktober sicher.

Über "Gesinnungsstreber im Müllstrom" schreibt Journalist und Buchautor Michael Klonovsky, was eigentümlich frei am 1. Oktober als "Offenen Brief" veröffentlicht. Der Einstieg in den Text erfolgt mit Ansgar Mayer, dem Direktor für Medien und Kommunikation beim Erzbistum Köln, der nach der Bundestagswahl einen Tweet mit einem Vorschlag in Richtung Tschechien absetzte.

"To BCE or not to BCE? Common era of BC and AD appears to be over" – jedenfalls in Großbritannien, schreibt The Telegraph am 1. Oktober.

Die Jüdische Allgemeine berichtet am 1. Oktober über ein Ehepaar, welches "wegen Antisemitismus" und "nach Facebook-Post" aus der SPD austritt.

"Für eine bessere Welt erfinden Veggie-Blogs und -Magazine Statistiken und verdrehen Tatsachen. Das schadet einer eigentlich guten Sache", leitet Julius Heinreichs am 30. September seine FAZ-Polemik "Wenn Fakten wurst sind" ein.

Das Markgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg, seit drei Jahren Trägerin des Titels „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, setzte vor dem Hintergrund des Wahlerfolgs der AfD ein "starkes Zeichen gegen Rechts", so die Allgemeine Zeitung am 30. September.

Im Link selbst ist Kacem El Ghazzali, ehemaliger Koranschüler und Marxist und heute "einer der profiliertesten Kritiker des Islam", noch "der böse Flüchtling", in den Meta Tags und der Überschrift des NZZ-Artikels vom 29. September dann jedoch "Der Islam-Kritiker, der sich auch mit Linken anlegt".

Für die europapolitische Grundsatzrede des französischen Präsident Emmanuel Macron an der pariser Sorbonne hat Klaus-Rüdiger Mai am 29. September auf Cicero nur ein Urteil übrig, welches in seiner Überschrift kulminiert: Auf dem Holzweg in die Universalrepublik.

"Seit Jahren kümmert sich der SKM in Lingen um Flüchtlinge. Obwohl diese Arbeit erfolgreich ist, gibt es einen Problemfall": die Flüchtlingsunterkunft am Schwarzen Weg, so die NOZ am 27. September.

Weil es mehr oder weniger die Zusammenfassung der ZDF-Talkshow von Peter Hahne am 16. September ist (und weil es mehrfach von seriösen Social-Media-Kontakten geteilt wurde, wird hier dieser Epoch Times-Beitrag vom 27. September geteilt. Von einem der Teilenden wurde dabei explizit die Erwartung ausgedrückt, dass der vorrangig zitierte Psychologe zukünftig nicht mehr im Fernsehen zu sehen sei.

Der Publizist Boris Reitschuster schildert am 24. September auf Facebook die Einsichten einer fast 14-Jährigen (West-)Berliner Gymnasiastin: "Hitler war ein Ostdeutscher, den Nationalsozialismus gab es nur in Ostdeutschland, darum leben dort so viele Nazis, die alle AfD wählen, die Nazi-Partei" – ganzer Text hier (frei zugänglich).

Über den "ergrünten Staatsfunk", sprich das selbst "ziemlich postfaktisch" agierende Team der ARD gegen Fake News, zeigt sich Tichys Einblick am 23. September vergleichsweise erzürnt.

In einem Facebook-Post am 22. September verlinkt Tübingens OB Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) auf einen SZ-Artikel vom 21. September, der hinter der Paywall steckt: Kriminalität unter Flüchtlingen – Die scharfe Trennlinie. Palmers persönliche Bitte:

"Könnten bitte alle, die mich deswegen zum Rassisten erklärt haben und bis heute leugnen, dass es so ist, das Geld für den Artikel ausgeben?"

Zwei Tage vor der Bundestagswahl am 22. September berichtete Cicero (was auch verschiedene andere Medien taten) über die Hausjuristen des Bundestages, die keine Rechtsgrundlage für die Entscheidung zur Grenzöffnung für Flüchtlinge erkennen konnten: Die Kanzlerin und das Recht.

Die von der taz. die tageszeitung sind super. Nur zur Sicherheit, offensichtlich weil der Text Niederlande verbietet Schächtung: Tierschutz vor Religionsfreiheit immer mal wieder spektakulär durch die Social Media kreist, erklären sie in fett unter Vorspann und Foto und vor dem Text: "Hinweis: dieser Text ist aus dem Jahr 2011".

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.