Beobachtungen zu Greta und Aspekten im Kontext

Wenn der Merkur am 14. Oktober darüber berichtet, dass Greta Thunberg von einem deutschen Professor beraten wird, liegt für das Blatt aus München der Nachrichtenwert darin, dass Jörg Kachelmann einen „Privatkrieg“ gegen eben dieser Professor führt. Von wem Greta sonst noch so beraten wird, schrieb bereits im Februar die taz, so Wolfram Weimer Mitte August in seiner NTV-Kolumne über das „PR-Phänomen Greta“.

PR-technisch eine Nummer mit Breitenwirkung war sicherlich ihr UN-Auftritt im September. Der AmericanThinker meint, eine Wiederholung der Geschichte beobachtet zu haben und stellte am 28. September Greta Thunbergs Rede einem vergleichbaren Auftritt einer 12-jährigen vom U.N. Earth Summit in Rio de Janeiro 1992 gegenüber.

Am selben Tag wie die Meldung zu Kachelmanns „Privatkrieg“ veröffentlichte der Merkur zudem die „düstere Prognose“ eines Parteienforschers für die Bündnisgrünen. Einerseits würden die außerparlamentarischen Aktivisten derzeit für Stimmenzuwächse sorgen, andererseits seien sie nicht am demokratischen Ausgleich von Interessen intressiert, weswegen es von Nachteil sein könne, sich auf einen vergleichsweise extremen und kleinen Teil der (Wahl-) Bevölkerung zu konzentrieren.

Ansonsten wählte beispielsweise der Focus am 10. Oktober einen anderen Ansatz, um sich dem Phänomen zu nähern und erklärte anhand eines Psychiaters „was Greta in unseren Kindern auslöst“. Am selben Tag machte sich übrigens Peter Nowak auf telepolis ein paar Gedanken über die „irrationale Bewegung“ der „Klimawandelgläubigen“ von Extinction Rebellion. Es empfiehlt sich, auch die Kommentare der Leser zu lesen.