Berlin, Mittelmeer, Mannheim und mehr

Neun Beobachtungen und Notizen aus den vergangenen 24 Stunden. Die Spanne ist im Titel und mit den Tags hinreichend erläutert:

"Nacht der langen Messer"

Wer bei dem Facebook-Post der Familienministerin Franziska Giffey in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni historisch an eine "Nacht der langen Messer" (alle Varianten auf Wikipedia) oder speziell an die "deutsche Variante", auch bekannt unter dem Namen "Röhm-Putsch" (siehe dazu beispielsweise den Artikel des Deutschlandfunks vom 29. Juni 2009) denkt, dem sei erwidert: Alles halb so schlimm, alles schon mal da gewesen – siehe Euphemismus der Nazis – Jamaika und die „Nacht der langen Messer“ (Welt, 16. November 2017)

Menschen oder Maschinen?

Es kommt halt darauf an, ob man Prioritäten im Sinne der Menschlichkeit setzt:

Grundsätzliche Gedanken...

In dem Kontext passend: Der bereits einmal von Facebook mit der Löschung eines Beitrags (facebook-sperre.steinhoefel.de, 5. März) bedachte Autor und freie Journalist Daniel Matissek hat sich in einem frei einsehbaren längeren Facebook-Beitrag ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema "Mittelmeer" gemacht (hier als Screenshot), die eher nicht zur Haltung des Landes Berlin passen.

...und ein Correctiv dazu

Explizit mit einigen der in dem vorstehenden Beitrag angesprochenen Punkte beschäftigt sich ein Recherchekollektiv, das zwischenzeitlich auch unter kritischer Beobachtung (Telepolis, 24. Januar 2017) stand: Falschnachrichten über Migranten der Aquarius – Warum dieses Foto aus dem Kontext gerissen ist (Correctiv, 27. Juni)

"Meistkommentiert"

Ebenfalls in den Kontext der vorstehenden drei Artikel gehört der Beitrag Schleuser-Business in Libyen: Die Erpresser Europas von Telepolis vom 26. Juni, der derzeit zu den meistkommentierten Artikeln gehört und daher im Rahmen des nachfolgenden Hinweises auffiel.

Ungeklärter Tod?

Schwimmt die Telepolis-Redaktion aus dem renommierten IT-Verlag Heise im Strom der sogenannten "Aluhut-Träger" mit oder ist der Beitrag vom 25. Juni über den ungeklärten Tod eines NSU-Brandermittlers aus Mannheim berechtigt?

Erklärung 2018 (mal wieder)

Die sogenannte "Erklärung 2018" war hier bereits gelegentlich ein Thema. Wie die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld am 28. Juni auf eigentümlich frei schreibt, wird der bereits weiter oben genannte Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel in diesem Fall wohl aktiv: Aufruf zur Unterstützung – Facebook sperrt Nutzer wegen Teilens der Gemeinsamen Erklärung 2018

"falsche Prioritäten"

"Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen legale und illegale Drogen nach Ansicht von Suchtexperten die falschen Prioritäten. [...] "Neben einer Regulierung der Abgabe und der Kontrolle der Qualität von Drogen fordern die Autoren unter anderem ein vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot für Tabakfirmen, eine Anhebung der Alkoholsteuer sowie Warnhinweise etwa auf Weinflaschen": Drogen- und Suchtbericht 2018 – Suchtexperten warnen vor falschen Prioritäten im Kampf gegen Drogen (HAZ, 27. Juni)

Solidargemeinschaft

Der digitale Nomade wünscht sich offensichtlich nichts sehnlicher, als im bunten Reigen der Rentenversicherung sein müdes Antlitz an die starke Schulter der Solidargemeinschaft anzulehnen: Rente – Der digitale Nomade ist genauso schutzbedürftig wie der Industriearbeiter (Caritas, 14. Juni)