Von Bild zu Sawsan Chebli, Twitter und dem NetzDG zu weiteren Gedanken

Sawsan Chebli war hier hin und wieder schon mal das Thema, wie der Suchbegriff „Chebli“ (derzeit 12 Ergebnisse) bzw. der Tag „Sawsan Chebli“ (derzeit 3 Ergebnisse) anzeigt.

Mit einem Bild-Artikel vom 2. Mai kommt sie nun wieder vor. Denn die Zeitung mit den großen Buchstaben hatte unter Berufung auf die Gesellschaft für die deutsche Sprache geschrieben, dass „Mohammed“ inkl. seiner Derivationen in Berlin der beliebteste Erstname neugeborener Jungen 2018 gewesen sei. Diese Meldung wurde breit rezipiert, darunter von Mimikama, wo am 3. Mai aufgeschlüsselt wurde, der beliebteste Vorname 2018 eben nicht Mohammed sei.

Rezipiert wurde die Bild-Botschaft auch in den sogenannten Sozialen Medien – beispielsweise auf Twitter und dort u.a. von Sawsan Chebli, für die altehrwürdige SPD Staatsministerin in Berlin. Wie u.a. das Hamburger Wochenblatt Spiegel und das Berliner Tageblatt Welt am 5. Mai in ihren jeweiligen Onlineausgaben berichteten (siehe hier bzw. hier), hat Chebli als „Tweet“ u.a. die Teilbotschaft

„Wir werden schon dafür sorgen, dass dieser Name nie verschwindet!“

abgesetzt, wofür sie unter Berufung auf die Regeln des Netzwerks zwischenzeitlich gesperrt wurde.

Auf eine grundlegende Problematik in diesem Kontext weist Meedia am 6. Mai hin: Nach deren Ansicht wurde das Profil nur deshalb so schnell wieder freigeschaltet, weil „jemand wie Heiko Maas“ Druck ausgeübt habe. Am selben Tag zieht Stephan Paetow auf Tichys Einblick übrigens die Bilanz, dass es wohl das von Heiko Maas initiierte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) war, welches Cheblis Profil kurzzeitig stilllegte. Schließlich dient es dazu, dass bestimmte Inhalte binnen 24 Stunden nach Meldung gelöscht werden müssen.

Die (bezogen auf die Suchbegriffe) einfache Google-Suche nach Sawsan Chebli und Twitter führt zudem zu weiteren Themen, deren Behandlung (in Teilen der Medien) auf Unverständnis gestoßen ist: So verwies AchGut am 14. April auf die klare Positionierung bzgl. Raketen im Nahen Osten hin und JF gut eine Woche zuvor am 18. April auf Äußerung bzgl. des Brandes der Pariser Kirche Notre-Dame.

Leser mit einem eidetischen Gedächtnis erinnern sich sicherlich noch an den letzten Block im Blogbeitrag vom 2. März 2018. Darin ging es um die von der Jüdischen Rundschau am 7. Oktober 2016 dokumentierte Haltung des Spiegel-Journalist Hasnain Kazim, dass „wir“ immer mehr würden und Deutschland „für uns“ beanspruchten. Zudem wurde der Blogtext „Wer sagt denn, dass Deutschland den Deutschen gehört" verlinkt.

Kontextuell passend zu den Äußerungen von Chebli und Kazim sei noch auf auf diesen Blog-Artikel vom 20. April 2018 mit Links zu The Atlantic, New Perspectives Quarterly und Spiegel verwiesen.