Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und Artikel 3

Am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, twitterte Christian Lindner (FDP) dieses Statement:

Für diesen Beitrag bekommt er (trotz der Herzchen) kaum Zustimmung, denn die Repliken weisen u.a. darauf hin, dass die Aussage inhaltlich falsch sei, Adressat "zuallererst der Staat und seine Organe" seien, die Grundrechte den Staat verpflichteten und auch "im Rest" des Grundgesetzes keine Pflichten für die Bürger stünden.

Der ein oder andere Bewohner dieses Landes, das liest man in den Kommentarspalten oder auf den verschiedenen Social Media-Kanälen, der die Grundrechte auch als Verpflichtung für den Bürger versteht, sei hier explizit auf Artikel 3 des Grundgesetzes und hier insbesondere auf Absatz 3 verwiesen, da sehr oft Rosinenpickerei betrieben wird:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, - seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Aufgrund der besseren Lesbarkeit weicht die Darstellung mit der Fettung von der üblichen Fassung ab, wie sie beispielsweise bei dieser Quelle gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html, einem Angebot des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, zu finden ist.