„eine unkonventionelle Meinung zu vertreten, ist anstrengend“

Vor einer Woche merkte Antje Schrupp auf Zeit.de an, dass anstrengend sei, „im Internet eine unkonventionelle Meinung zu vertreten“. Daher würden „sich auch aufgeklärte Menschen sicherheitshalber im Konformismus“ üben, was gefährlich sei – nachzulesen im Artikel Konformismus: Mehr spontane Zweifel.

Das augenscheinliche Megathema der Kanzlerschaft Angela Merkels, nein, nicht das „Neuland“, wird von Schrupp – im Gegensatz zu Klima, Homoöpathie und Feminismus – nicht einmal berührt, dennoch fühlen sich Leser bzw. der Kommentatoren bemüßigt, es aufzugreifen. So merkt bereits in der ersten Antwort auf den zweiten Kommentar der Nutzer „Junger liberal-konservativer Katholik“ an, dass „Judenhass und Nazismus [...] schreckliche Dinge“ seien, man „häufig [...] jedoch als Nazi bezeichnet [werde], wenn man zur Migrationsfrage ordentlich argumentiert und das (linke) Gegenüber bemerkt, dass es die schlechteren Argumente“ habe. So könne „man keine (politische) Diskussion führen.“

Hat Schrupp nun (teilweise) an der Zielgruppe vorbeigeschrieben oder sind Leser wie „Junger liberal-konservativer Katholik“ sprichwörtlich im Gestern (der Jahre 2015/16) gefangen?