Denunziation - die kleine Mitmacht

Vor ein paar Tagen erschien hier ein Blogbeitrag mit Auszügen über Hans Langmantl, einen Widerspenstigen bzw. Widerständigen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Passend dazu sei hier auf einen älteren Beitrag (Juli 2013) aus der Zeit verwiesen, der sich mit dem Thema "Denunziation" in dieser Zeit auseinandersetzt. Auszug:

Die Denunziation aus Pflichtgefühl war Ausdruck volksgemeinschaftlicher Öffentlichkeit, in der abweichendes Verhalten und Aussehen, abweichende Herkunft und Gesinnung gemaßregelt wurden. Der Nationalsozialismus schuf die Gelegenheit – und er schuf die Institutionen, welche die neue Moral einübten. Dazu gehörte die Deutsche Arbeitsfront genauso wie die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt. Alle ihre Funktionäre sahen sich in der Pflicht, Anschuldigungen nachzugehen und sich in den Prozess der Denunziation einzuschalten. Angst und Terror prägten das "Dritte Reich", aber es bot eben auch die Gelegenheit zum Mitmachen, zur kleinen Mitmacht.
Quelle: Dietmar Süß: Nationalsozialismus – Der Spion nebenan, in: DIE ZEIT Nr. 30/2013, 18. Juli 2013, editiert am 26. Juli 2013 (letzter Zugriff: 3. April 2017).