Der Feind meines Feindes?

Ein Urheber des in der Überschrift angerissenen Zitats "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" ist mit vertretbarem Aufwand nicht zu finden. Die einen behaupten, es sei ein anonymes Zitat, andere verorten es im Kinofilm "Alien vs. Predator", dritte wiederum im geschichtlichen Kontext u.a. bei den Mayas, Alexander dem Großen oder Napoleon.

Anwendungsbeispiele finden sich in der Geschichte des 20. bzw. 21. Jahrhunderts ebenso wie in der griechischen Antike. Beispiel gefällig?

Achtung, Bandwurmsatz: König Pyrrhos von Epiros aus der Dynastie der Aiakiden und Bruder von Deidameia, Tochter des Aiakides, wurde von Kassander, einem makedonischen Feldherrn und einem der wichtigsten Diadochen Alexanders des Großen, aus der Herrschaft über Epiros verdrängt, weshalb Pyrrhos – dem vorgenannten Prinzip "der Feind meines Feindes ist mein Freund" folgend – ein Bündnis mit Demetrios Poliorketes suchte, dem zweiten Ehemann seiner Schwester und außerdem ärgster Feind Kassanders in Europa.

Unabhängig von diesem praktischen Beispiel aus der europäischen Geschichte ist bei diese Prinzip immer die Frage zu stellen: Was passiert, wenn der gemeinsame Feind besiegt ist?

Und auch hier wieder etwas historisches als Beispiel, allerdings nur als Gedankenspiel: Wären die später in der Opposition gelandeten Ernst Röhm in Deutschland und Leo Trotzki in Russland für Demokraten akzeptable Partner gewesen oder unterschieden sie sich von ihrer jeweiligen Gegenspielern nur in Details (wie etwa der Wahl der Mittel) und nicht in den grundsätzlichen Zielen?