„die Regierung dazu verpflichte, Schaden abzuwenden“

In einem Kommentar für den Spiegel zu den jüngsten „Corona-Maßnahmen“ schreibt Stefan Kuzmany, dass die Bundeskanzlerin „(für ihre Verhältnisse) geradezu emotional“ geworden sei, „etwa als sie auf ihren Amtseid verwies, der sie und die Regierung dazu verpflichte, Schaden abzuwenden.“

Bei der Reuters-Meldung vom Vortag liest sich die Passage um ein (dem Amtseid entsprechendes) Adjektiv erweitert: Merkel „verwies auf ihren Amtseid, nachdem sie Schaden vom deutschen Volk abzuwenden habe.“

Ob sie dem Anspruch indes stets gerecht geworden ist, lässt sich durchaus debattieren, wenn man sich beispielsweise

  • auf Peer Steinbrück (SPD) („Also: Schaden vom Volke abzuwenden - das stelle ich mir anders vor“ zum NSA-Abhörskandal, zitiert nach FR vom 14. Juli 2013),
  • Albert Deß von der CSU (sie habe in der Asylpolitik „größtmöglichen Schaden verursacht“ und „nicht Schaden, wie im Amtseid versprochen, vom deutschen Volk abgewendet“, zitiert nach JF vom 27. Oktober 2015) oder
  • Kai Blasberg, den Chef des TV-Senders Tele 5 („Sie haben einen Eid darauf gegeben, uns Kraft Ihres Amtes zu schützen. Diesen Eid haben Sie gebrochen.“ zur Erlaubnis, die Strafverfolgung des TV-Komödianten Jan Böhmermann aufgrund eines Ansinnens aus dem Ausland zuzulassen, zitiert nach Focus ohne Datumsangabe, wahrscheinlich Ende August 2017)

beruft.