Die Wikipedia in den Nachrichten (Q1.2019), Teil 1

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Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist die einzige nichtkommernzielle Website, die sich in den Top 10 der beliebtesten Websites platzieren kann. Doch auch wenn das Lexikon lediglich bestehendes Wissen dokumentiert, also üblichweise Fachbeiträge und Zeitungsartikel als Quellen heranzieht, kann es selnst Gegenstand der Betrachtung werden.

Frauen

Ausgehend vom Weltfrauentag wurde auf der Wikipedia die Liste der weiblichen Science-Fiction-Autoren angelegt, mit einem Löschantrag versehen und intensiv diskutiert. Doch während die allermeisten Themen der Öffentlichkeit weitgehend im Verborgenen der Meta-Ebene stattfinden...

...ist dieses Thema in die (Online-)Publikumsmedien geschwappt.

So stellte beispielsweise bento, der Jugendableger des Der Spiegel, am 28. März in seiner Rubrik „Gerechtigkeit“ schon in der Überschrift eine Frage, die so gar nicht zum neutralen Anspruch einer Enzyklopädie passt: Wikipedia muss sich entscheiden – Will sie Frauen stärken?

In einem klar als Meinungsbeitrag kommunizierten Text auf t3n hieß es in der Headline: Problemfall Wikipedia – Kein Lexikon für alle.

Deutlich früher als bento und t3n griff Vice das Thema auf und, ging wie bento, schon in der Überschrift von einer eher (gesellschaft-)politischen Annahme aus, deren Lösung üblicherweise nicht zum Aufgabenprofil einer Enzyklopädie gehört: Die Diskussion um eine Autorinnen-Liste zeigt, wie unsichtbar Frauen auf Wikipedia sind

Eigene Intransparenz

Wie groß ist die Schnittmenge derer, die einerseits AchGut lesen, wo sie am 29. März auf inhaltliche Bearbeitungsfilter aufmerksam gemacht wurden, und andererseits das Grimme-Preis-gewürdigte Medium Telepolis als Quelle ansteuern?

Über „Big Data“ lassen sich bestimmt die Zahlen herausfinden, aber die TP-Nutzer kannten den von AchGut verlinkten Text Politische Filter in der Wikipedia? schon seit dem 27. März.

Wenige Autoren

Wie Marc Hoffmann am 6. März für NDR Info herausgearbeitet hat, hat sich die Zahl der ehrenamtlichen Autoren binnen 10 Jahren „auf nun durchschnittlich knapp 6.000 mehr oder weniger aktive Autoren“ halbiert.

Die Wikipedia-interne Statistikseite verrät dann, was „mehr oder weniger“ heißt: lediglich 800 bis 900 Autoren gehören zu den wirklich aktiven Nutzern, die mit 100 und mehr Beiträgen pro Monat die inhaltliche Ausrichtung prägen.

Kurz und knapp: App, Urteil

Futurezone hat am 26. März schon in der Überschrift herausgearbeitet, dass es sich um einen Nutzwertartikel handelt: Mit der Wikipedia-App wirst du zum Besserwisser.

Eine ganze Reihe von Medien, die hier üblicherweise nicht verlinkt werden, haben sich Ende Februar, Anfang März mit dem Urteil des Landgerichts Hamburg zur Klarnamennennung des Wikipedia-Kontos „Feliks“ geäußert. Aufgrund der grundsätzlich positiven Wahrnehmung von Fefes Blog wird dessen Beitrag vom 21. Februar verlinkt.

Vorschau

In den kommenden Tagen erscheint ein zweiter Teil mit weiteren Beiträgen.