Ein Kessel Buntes

Der Spiegel sammelt Statements zu Macron
"Kaum ist Macron gewählt, regt sich am "Standort Deutschland" Widerstand gegen seine Reformpläne", leitet der Spiegel einen Artikel vom 9. Mai ein. Der Beitrag ist eine Sammlung aus diversen Medien zusammengetragener Zitate verschiedener CDU- und FDP-Politiker sowie vom Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.
Angeklagter legt Geständnis ab
Der Focus berichtet am 8. Mai darüber, dass der "Streit um ausstehenden Lohn" dazu geführt hat, ein Ehepaar zu zerstückeln und im Baggersee zu versenken.
Geld und Kontrolle
Susanne Gaschke beschäftigt sich am 7. Mai für die Welt mit 100 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesfamilienministeriums, die für "Demokratie-Projekte" ausgegeben werden (sollen) und stellt die Frage, was sie denn bringen, wenn eine (Erfolgs-)Kontrolle nicht stattfinde.
Auf dem Weg zur Terrororganisation?
Nachdem erneut ein Bundeswehrsoldat unter Terrorverdacht festgenommen wurde, so die Welt am 9. Mai, fragen manche Socia-Media-Nutzer, ob die Bundeswehr nun auf dem Weg zur Terrororganisation sei. Andere stellen Querverweise her zu einem alten NATO-Projekt her, das Ende 2015 schon einmal Thema einer ZDF-Sendung war, die "Magda" in einem Blog-Beitrag auf Freitag wiedergibt.
Benimmkurse kommen nicht immer gut an
Die Integrationsberaterin Moska Faqiri bringt Flüchtlingen in Benimmkursen bei, wie Deutschland tickt. Das komme nicht bei allen gut an, schreibt die Welt am 8. Mai.
Grüner Hassprediger
Kristian Stemmler von der Tageszeitung Junge Welt bezeichnet Boris Palmer (Bündnis90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Tübingen, am 8. Mai als "Hassprediger des Tages".
Gemeinsame Literatenerklärung
Wie Wolfgang Röhl am 8. Mai auf achgut.com und Nicolaus Fest am 5. Mai via Blog berichten, soll Olaf Kappelt (biographischer Eintrag auf Wikipedia) aus der Literatenvereinigung PEN-Zentrum ausgeschlossen werden. Aus der gemeinsamen Erklärung des PEN-Zentrums Deutschland, des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di und des Bundesverbandes der Friedrich-Bödecker-Kreise e.V. vom 28. April, auf die sich beide beziehen, lässt sich dieser Vorgang nicht herauslesen – der Name Kappelts fällt in dem Dokument kein Mal und auch eine Suchmaschinenbefragung führt zu keinen Ergebnissen. Ob es sich um einen internen Vorgang handelt bzw. woher die Informationen stammen, erklären beide Autoren nicht.
Neue Fassade, altes Haus
Unter der vorstehenden Überschrift leitet auch Historiker Michael Wolffsohn seinen Artikel vom 8. Mai auf Cicero über frisch veröffentlichtes Papier der Hamas ein. Während die einen in jenem Papier einen Schritt zu Befriedung sehen, kommt er zu einem anderen Schluss.
Heißes Pflaster Naumburg
In Naumburg, so berichtet der Focus am 9. Mai unter Berufung auf Tag24, wurde im Zuge eines fremdenfeindlichen Angriffs u.a. ein Hund auf zwei Männer afrikanischer Abstammung im Alter von 19 und 21 Jahren gehetzt. Das Tier soll ein "mittelgroßer, kräftiger Hund" gewesen sein, weshalb das Vorschau- bzw. Spielbild mit einem Kampfhund gegebenenfalls irreführend ist. Am gleichen Tag berichtet die Mitteldeutsche Zeitung ebenfalls aus Naumburg, dass sich die handelnden Beamten nach einem Führerscheinentzug vom Ort entfernten, "um eine weitere Eskalation zu verhindern". Den Eindruck eines heißen Pflasters vermittelt zusätzlich eine Meldung von Tag24 (das Onlineangebot der Morgenpost aus Dresden) vom 28. April, dass ein unbekannter Täter zweimal auf eine Pizzeria am Lindenring geschossen hat.
Blasphemie in Indonesien
Wie die Zeit (und verschiedene weitere Medien) am heutigen 9. Mai berichten, wurde in Indonesien der noch amtierende christliche Gouverneur der Hauptstadt Jakarta wegen Gotteslästerung zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Christlicher Ursprung der EU
The Cathwalk, ein "Onlinemagazin für katholische Lebensart" der in der Schweiz ansässigen Cathwalk Mediengruppe, kommt am 5. Mai zu dem Schluss: Die EU verdankt ihr Bestehen dem Christentum.
Richtlinie 91/477/EWG
Aus Sicht der Basler Zeitung dient die vorgenannte Richtlinie der Entwaffnung der Bürger im EU-Raum. Da aufgrund der Schengen-/Dublin-Verfahren solche Regelungen in der Schweiz umzusetzen sind, wird die Frage aufgeworfen, "bei wie vielen Terroranschlägen im gesamten Schengen-Raum Schweizer Ordonannzwaffen verwendet wurden".
Bürokratie und Postillon
Die sächsische Morgenpost berichtet am 7. Mai auf ihrem Onlineportal Tag24 über neue bürokratische Auflagen im Rotlichtgewerbe. Dabei schaffen sie es, ein Zitat eines Bordellbetreibers unterzubringen, dass irgendwie nach der Satireseite Postillon klingt: „Seit Jahren kann ich mir keinen neuen Mercedes leisten.“
Ausbaufähiger Detaillierungsgrad
Die Pressemeldung 700 vom 9. Mai "Drei junge Männer berauben Schüler – Giesing" der Münchner Polizei haben auch die Abendzeitung und der Focus in der Berichterstattung übernommen. Allen gleich ist die grundsätzlich gute (i.S.v. detaillierte) Täterbeschreibung, die mit zwei Schwächen aufwartet. Erstens muss ein jugendlich-modischer Dresscode nicht zwingend zu nur einer Person passen, so dass durchaus Verwechslungen möglich sind. Zweitens wäre eine präzisere Umschreibung von "Deutsch mit Akzent" eine hilfreiche weitere Information, schließlich kann sich dieser bei (in alphabetischer Reihenfolge) chinesischen, englischen, französischen, nigerianischen oder türkischen Muttersprachlern (um nur fünf beliebige auszuwählen) deutlich unterscheiden.
9 von 10 Münchnern
Die Münchner Abendzeitung berichtet am 8. Mai über eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität, dass 9 von 10 Münchnern etwas gegen Muslime haben. Empirische Basis ist eine Befragung unter 645 Münchner Haushalten, die laut Artikel im Frühjahr 2016 gemacht wurde (oder es ist ein Tippfehler und es ist 2017 gemeint).
HuffPo bereitet Plasberg auf
Das Online-Medium Huffington Post bereitet am 9. Mai journalistisch die Talkrunde Frank Plasbergs vom Vorabend auf. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Aussage Karl Lauterbachs (SPD), dass die Bürger ihre Heime mit stabileren Türen und Alarmanlagen nachrüsten sollten. Auch von Bärbel Höhn (Bündnis90/Die Grünen) wird ein Vorschlag zitiert.
Ministeriale Tendenz zu Fake News
Schon rund vier Wochen alt: Am 12. April berichtet der Spiegel darüber, dass durch eine geschickt vorab lancierte Pressemitteilung die Aussage einer ministerial beauftragten Studie quasi ins Gegenteil verkehrt werden kann.
Einer interessanten Frage...
...geht das Magazin Focus am 29. April nach: "Gibt es in der Bundesliga keine Flüchtlingsgegner und AfD-Freunde?" Auslöser ist der "Rechtsschwenk" von Dietrich Mateschitz, dem Erfinder von Red Bull.
Ähnlich sieht es in der BAZ aus,...
...in der Tamara Wernli gut eine Woche später am 4. Mai ebenfalls eine Frage stellt: "Sind wir alle Extremisten?"
Peter Hahne ist im Gespräch...
...mit dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz über "Medien zwischen Gefühl und Fakten". Die Leitfrage lautet: "Wie viel Wahrheit vertragen wir?" und die komplette Sendung vom 29. April steht auf YouTube zur Verfügung.
Saudi-Arabien...
...war vor kurzem das Ziel einer Delegation mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Spitze. Unterstützung bekam sie dafür bzw. dabei u.a. von einem Korrespondenten der Tagesschau, denn Saudi-Arabien sei viel besser als sein Ruf. Das im Rahmen dieser Reise entstandene Bild, das Frau Merkel mit verpixelten Haaren zeigt, wurde von Mimikama als Produkt einer Satire "enttarnt". So ähnlich war es auch mit den verpixelten Beachvolleyballerinnen bei Olympia 2016 (Stern vom 9. August 2016).
Google News...
...kann Medien auch auslisten, ist sich eigentümlich frei sicher und vermutet in dem Artikel vom 8. Mai, dass dahinter "mediale Gleichschaltung" stecke.
Es wird eng...
...in deutschen Gefängnissen, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 6. Mai.
Ob 300 Euro...
...eine empfindliche Strafe sind, liegt immer im Auge des Betrachters bzw. am Geldbeutel des Bestraften. Jedenfalls ist das der Betrag, den eine Frau für das Zerstören von AfD-Wahlplakaten zahlen muss, so die Welt am 8. Mai.