Eine kleine Betrachtung zur Tafel in Essen

Die "Sau" wurde zwar schon durch das "Dorf" getrieben und grundsätzlich sollte der Sachverhalt bekannt sein, sofern er noch im Kurzzeitgedächtnis ist. Trotzdem (oder deshalb?) erfolgt der Einstieg mit einem kleinen Rückblick auf zwei Veröffentlichungen der Jahre 2015 und 2016:

Das soweit als historische Hinleitung zur vergleichsweise aktuellen Frage:

Sind die von der Tafel in Essen "Nazis"?

Möglicherweise sind sie keine "Nazis", sondern "nah am Sachverhalt", wie dieser Kommentar aus den Öffentlich-Rechtlichen Medien zeigt: Wo bleiben konstruktive Vorschläge? (NDR, 23. Februar)

Offensichtlich, wie diese Dokumentation von Stellungnahmen zeigt: Der übliche Pharisäer-Shitstorm – Essener Tafel: Notfalls mit Gewalt zurück auf Kurs (Tichys Einblick, 24. Februar)

Oder sie sind es ganz sicher, denn sonst hätte Polizei nicht am 25. Februar diese Meldung veröffentlichen müssen: POL-E: Essen: Unbekannte beschädigen diverse Fahrzeuge und den Eingang der Essener Tafel- Polizei und Staatsschutz ermitteln.

Auf jeden Fall stehen der Chef der Essener der Tafel und (ausgehend vom Meinungsbeitrag) der auf NDR.de veröffentlichende WDR-Mitarbeiter konträr zu Kanzlerin: Streit um Essener Tafel Jetzt schaltet sich die Kanzlerin ein (Bild, 26. Februar)

Ansonsten: Man muss RT Deutsch nicht mögen, aber wenn man die Wertungen ausblendet, tragen sie hier Sahra Wagenknecht bezeichnet Kritik an Essener Tafel als Heuchelei - und hat Recht fremde Äußerungen zusammen, u.a. von Sarah Wagenknecht (Die Linke).
Quellen: facebook.com/sahra.wagenknecht und Linken-Politikerin Wagenknecht – "Viele Probleme haben sich auch durch die Flüchtlingskrise verschärft" auf Deutschlandfunk

Debatte um Aufnahmestopp – Merkel nach Bemerkung über Essener Tafel in der Kritik (Tagesspiegel, 28. Februar)

Essener Tafel – Zur Verlogenen Kritik an Jörg Sator (FAZ, 1. März)

Screenshot von Facebook

Dieser Beitrag wird provozieren: Weil er von einer führenden Person jener Partei kommt, mit der "man" nichts zu tun haben will, und weil er von einem Medium verbreitet wird, das von Belltower.News eindeutig einsortiert wird (siehe hier). Lesen darf man Gastbeitrag – Demokratie verlangt Antitotalitarismus statt „Antifaschismus“ (Junge Freiheit, 1. März) trotzdem, um sich entweder "daran zu reiben" oder um Aspekte zu finden, die in Texten von WDR-Redakteuren auf NDR.de ("Wo bleiben konstruktive Vorschläge?") oder von Redakteuren der altehrwürdigen FAZ (z.B. "Zur verlogenen Kritik an Jörg Sartor" oder "Wen soll Jörg Sartor wählen?") in der Form vielleicht nicht vorkommen.

Vergleichsweise hoffnungsvoll betrachtet ein Autor auf der Achse des Guten die Causa_: Diesmal hat sich Merkel mit den Falschen angelegt (AchGut, 2. März)

Aber wer denkt, dass rund 10 Tage nach Start das Thema final durchgekaut sei... Die Allianz Deutscher Demokraten bedient sich jedenfalls nicht des "Nazi"-Verdikts, findet aber einen anderen Dreh, ihren Unmut zu äußern: Erdogan-nahe Partei zeigt Essener Tafel an – wegen Steuerhinterziehung (HuffPo, 3. März)

Auch wenn ein Anteil von 75% durchaus eine Hausnummer ist, lässt sich aber auch konstatieren: „Die Entscheidung der Essener Tafel, vorerst keine Ausländer mehr aufzunehmen, ist ganz objektiv eine ethnische Diskriminierung und muss korrigiert werden“, siehe Kritik von Wohlfahrtsverbänden – „Die Entscheidung der Essener Tafel muss korrigiert werden“ (Welt, 6. März)

Abschließend: Wenn man sich mal die Entwicklung der Tafeln anschaut, stellt man während der Kanzlerschaft der derzeit geschäftsführenden Amtsinhaberin einen Sprung von 480 im Jahr 2005 auf 917 im Jahr 2016 fest, siehe de.wikipedia.org/wiki/Tafel_[Organisation]#Versorgungsorganisation