Eine kleine Nachlese zur Wahl

Einen Tag vor der Bundestagswahl 2017, also am 23. September, beantwortete Mimikama – erst denken, dann klicken die selbstgestellte Frage Stehen diese Forderungen wirklich im Wahlprogramm der AfD?

Nur etwas mehr als 20 Minuten bis nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse brauchte es am 24. September, bis Buchautor Jürgen Todenhöfer auf Facebook (ohne Anmeldung sichtbar) ein Statement abgab: Höchststrafe AfD.

Etwa zweieinhalb Stunden nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen schreibt die FAZ: Populisten im Bundestag – Heftige Proteste vor AfD-Wahlparty.

In der sogenannten "Berliner Runde", in welcher das Wahlergebnis TV-gerecht diskutiert wurde, merkte Joachim Herrmann (CSU) sinngemäß an: "Die Hälfte der Sendezeit beschäftigt sich wieder mit der AfD. Es muss auch geschaut werden, inwieweit die beiden öffentlich-rechtlichen Sender dazu beigetragen haben, die AfD groß zu machen, anstatt sie klein zu halten" – was wiederum die Frage aufwirft, welche Funktion der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in Deutschland aus seiner Sicht hat.

In seiner Glosse Ach wie schön ist Jamaika für Tichys Einblick schreibt Fritz Goergen einen Tag nach der Bundestagswahl selbstredend nicht über das Land in der Karibik.

Eine sehr deutliche Position vertritt The European-Kolumnist Rainer Zitelmann am 25. September in der Kombination aus Link (www://...nein-zu-jamaika) und Titel: Neuwahlen sind das kleinste Übel.

Mit der "radikalen Linke", in diesem Fall: mit Emily Lacquer von der "Interventionistischen Linken", hat sich die FAZ zusammengesetzt und am 27. September ein Interview veröffentlicht: „Wir werden die AfD jagen“.

"Eine Jamaika-Koalition wäre ganz im Sinne der Globalisten", schreibt Roland Woldag am 28. September auf eigentümlich frei und fordert daher Mehr Meuthen!. Da sich der Text hinter der Paywall versteckt, gewährt dieser Post auf facebook einen klein wenig längeren Einblick.

"Ich übernehme die Verantwortung, in Gottes Namen" zitiert Alexander Kissler in seinem Konter Nach der Bundestagswahl – Niemand übernimmt Verantwortung vom 28. September die Bundeskanzlerin und nutzt für den Kanzlerkandidaten der SPD die Zwischenüberschrift "Vom Sankt Martin zum Zwerg Nase".

In seinem "Morning Briefing" vom 29. September für das Handelsblatt kommt Gabor Steingart jedenfalls zu dem Schluss: Bedingt regierungsfähig.

In den Meta Tags und dem Link lautet der Titel "Linkspartei und SPD fühlen sich durch AfD bedroht", tatsächlich ist Jasper von Altenbockums FAZ-Kommentar vom 29. September mit Lackmustest Einwanderung überschrieben.

Der Nachrichtendienstleister Reuters berichtet am 29. September: Germany's far-right AfD has more immigrant MPs than Merkel's conservatives.

Im Interview mit der Luzerner Zeitung vom 30. September erklärt der Autor Thilo Sarrazin: «Merkel hat nichts verstanden».

"Mutig wäre eine CDU-Minderheitsregierung", findet Thorben Schwarz in seinem Kommentar Die FDP in der neuen Koalition – Jamaika, das entfernte Eiland für eigentümlich frei am 2. Oktober.

Wie der Der Spiegel am 4. Oktober berichtet, will die FDP im Bundestag nicht neben der AfD sitzen. Da die CDU inzwischen "in die Mitte" gerückt sei, schlägt Kommentarist Nr.3 folgende neue Sitzordnung vor: "Linke - SPD - Grüne - CDU - FDP - CSU - AfD (von links nach rechts und jamaika-kompatibel)".

Über "Michelle Münteferings hektische Telefonpolitik", mit welcher der AfD "ante factum" der Vorsitz des Kulturausschusses entzogen werden soll, berichtet die Welt am 4. Oktober.

Eine Reihe interessanter Links trägt Malte Lehming am 5. Oktober in seinem Kommentar für den Tagesspiegel zusammen: Kann man AfD wählen, ohne eine Macke zu haben?

Bonus: Am Tag der Bundestagswahl 2017 erklärte David Knappe auf Achgut Was die Jusos über die Zukunft der SPD verraten.