"Eine Vergewaltigung ist nur am Anfang schlimm"

Aus Sicht des Lesers irgendwie kaum nachzuvollziehen: Die Krone aus Österreich berichtet am 28. August über eine Vergewaltigung in Rimini komplett ohne Täterbeschreibung und bläst den Artikel aber mit einem anderen Fall auf,...

... und die Welt setzt am 29. August ihren umfangreichen Artikel zum selben Fall ursprünglich unter einem Link mit dem Bestandteil "Skurrilitäten einer ungeklärten Vergewaltigung" ins Netz, der relativ schnell auf "bizarres Nachspiel einer ungeklärten Vergewaltigung" umgestellt wurde. Dass die Headline des Artikels (hier ein Screenshot) und die Vorschau-Headline auf Facebook (Screenshot) dann deutlich voneinander abweichen, ist möglicherweise nur eine "Petitesse" bzw. "Skurrilität".

Die Überschrift dieses Blog-Beitrages* findet sich jedenfalls im Welt-Artikel. Urheber ist "Abid J.", bis zu seinem Facebook-Post "Eine Vergewaltigung ist nur am Anfang schlimm, aber dann beruhigt sich die Frau und es wird normaler Sex." sogenannter "kultureller Vermittler" einer Einwanderungseinrichtung aus Bologna.

Wem das noch nicht reicht: Aus dem Rheinland berichtete der Focus am 28. August, dass ein "Gangster" sein potenzielles Vergewaltigungsopfer mit den Worten "Will nur Sex, habe Kondome" zu beruhigen versuchte. In Österreich gestand ein Mann, der seine Frau abscheulich misshandelte: "Ich hätte sie auch köpfen können", so die Kleine Zeitung aus der Steiermark am 24. August 2017. Ob es die Großzügigkeit dieser Geste war, echte Liebe, die verzeiht, oder das Stockholm-Syndrom: Die Frau selbst, "schwer gezeichnet, entschlägt sich der Aussage" und will "loswerden, dass sie ihrem Mann verziehen habe. Es wird vertagt."

Ob das jetzt Sarkasmus, Polemik, Zynismus oder Populismus ist, lässt sich durchaus diskutieren, wenn der abschließende Link auf Gunnar Schuppelius' Kolumne in der Berliner Zeitung vom 30. August verweist: "Hochschule zensiert Liebesgedicht, weil es angeblich frauenfeindlich ist".

*Aus dem Kontext des gesamten Artikels sollte dem verständigen Leser klar sein, dass das Zitat keine Zustimmung bedeutet.