Einkaufen als „patriotischer Akt“

Passend zum Fest der Liebe gibt es heute ein paar Beobachtungen zum Thema „Corona und Shopping“.

Am 2. September veröffentlichte die Welt einen Beitrag, in dem O-Töne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn enthalten sind, welche Schlüsse man aus den Erfahrungen der ersten Corona-Welle ab März und dem dazugehörigen ersten „Lockdown“ gezogen habe. Konkret sagte Spahn im Rahmen eines Wahlkampfauftritts in Bottrop:

„Man würde mit dem Wissen von heute, das kann ich ihnen sagen, keine Friseure mehr schließen und keinen Einzelhandel mehr schließen. Das wird nicht noch einmal passieren.“
zitiert nach krott mit dpa: „Corona-Lockdown – Diese Verbote würde Jens Spahn im Nachhinein nicht mehr aussprechen“, welt.de, 2. September

Zum Einzelhandel hat sich Ende November auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geäußert, wie die taz aus der Bild zitiert: Der „Erhalt des stationären Handels ist eine nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe“ und eben dieser stationäre Einzelhandel sei „Teil unserer Identität, Leitkultur“. (Kontextuell sei via Spiegel noch einmal an einen eher beiläufigen Vorfall in Altmaiers Partei von September 2013 erinnert.)

Vergleichbar äußerte sich Mitte Dezember dann auch Altmaiers Parteifreund Armin Laschet, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. In einer Rede im Landtag habe Laschet „dazu aufgerufen, nach Möglichkeit auf das Bestellen von Geschenken bei Onlinehändlern zu verzichten“, schreibt die Welt.

Vier Tage vor Weihnachten veröffentlichte dann die Tagesschau Auszüge aus einem Grundsatzpapier aus der Union, in dem eine „Paketabgabe für den Onlinehandel“ gefordert wird, um den Einzelhandel zu stärken.