Formulierungsschwächen bzgl. der "Reichensteuer"

Das Bild soll die Martkwirtschaft symbolisieren.

Der Artikel Mehrheit der Deutschen wünscht eine „Reichensteuer“ der Welt vom 21. Juni zeigt eine grundlegende Schwäche in der Formulierung (ob sie im Konzept der SPD oder in der Redaktion begründet liegt, wird hier nicht erörtert):

"Menschen mit geringerem Einkommen sollen entlastet werden. [...] Besserverdienende hingegen sollen durch höhere Steuerzahlungen die Ausgaben ausgleichen."

Aus diesem kurzen Ausschnitt ergeben sich zwei Frage:

  1. Soll der eine Teil weniger abgeben müssen und mehr behalten dürfen, wie es das Wort "entlastet" impliziert?
  2. Oder sollen sie wie gewohnt zahlen, aber dafür aus den Taschen des anderen Teils wie auch immer bezeichnete Mittel erhalten, wie es das Wort "Ausgaben ausgleichen" impliziert?

Schlussendlich kommt noch eine dritte Frage hinzu: Welche Distanz schätzen z.B. Fachkräfte der mittleren Führungsebenen oder Facharbeiter mit Berufserfahrung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld (sowie ggf. Schichtzulagen) eigentlich zwischen dem eigenen und dem "Spitzeneinkommen" in solchen Steuerkonzepten?

Zur Abrundung sei auf die Statista-Statistik Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Gesamtarbeitskosten für Durchschnittsverdiener in den OECD-Ländern im Jahr 2016 nach Familienstand sowie auf die beiden TE-Artikel Rainer Zitelmanns Steuerpläne der SPD: Verharmlost und falsch gerechnet vom 20. Juni und Wie hoch ist der Spitzensteuersatz? vom 21. Juni verwiesen.

Update 24. Juni
Ergänzt seien noch ein Tweet @MartinSchulz...

...und einer der vielen kommentierenden Retweets:

Quelle Bild: geralt / Pixabay (CC 0 Public Domain)