Fundstück: "Mexico City Policy" (und mediale Begleiterscheinungen)

Was auf der deutschen Wikipedia als Global Gag Rule bekannt ist, heißt beim englischen Pendant Mexico City Policy und ist dort sowohl inhaltlich umfassender dargestellt als auch bebildert.

Insbesondere das Bild, welches den amtierenden US-Präsidenten im Kreise männlicher Zuschauer zeigt, hat es zu einer gewissen Prominenz gebracht – jedenfalls über Umwege.

Konkret geht es um Isabella Lovin, die rund einen Monat nach Donald Trumps ikonischem Signaturbild selbst ein Gesetz unterzeichnet und sich dabei vergleichbar in Szene gesetzt hat, wie beispielsweise The Guardian am 4. Februar 2017 fragend festhielt: Is the Swedish deputy PM trolling Trump with this all-female photo?

Die Frage ist jetzt nur, ob die Selbstbezeichnung der schwedischen Regierung als "feminist government" und PR-Maßnahmen wie dieses an ein US-Vorbild entlehnte Foto immer kongruent sind mit dem restlichen Handeln bzw. ob sie immer kongruent sein müssen.

Konkret geht es dabei um (internationale) Presseartikel, die etwas mehr als eine Woche später erschienen sind und sich mit dem Besuch einer schwedischen Delegation (bzw. den Reaktionen darauf) im Iran befassen:

Irgendwie in den Kontext gehört vielleicht auch Kathleen Wynne, die laut der Wikipedia "die erste Frau und die erste offen homosexuell (lesbisch) lebende Person im Amt der Premierministerin von Ontario" ist. In dem Zeitfenster zwischen Trumps und Lövins Bildern besuchte sie die Moschee in Toronto, wie The Star am 30. Januar 2017 und The Toronto Sun einen Tag später berichteten: Premier visits Toronto mosque to offer words of comfort to Muslims bzw. Premier Kathleen Wynne displays grace at mosque. Während The Star dabei rein auf die Inhalte eingeht, die Wynne transportieren wollte, leitet The Toronto Sun den Text mit der Passage "While the men prayed, she sat patiently in the back corner of the mosque waiting to say the words many in the room were so thankful to hear" ein, die von einschlägigen Medien so "eindeutig" bewertet wurde, wie zuvor der schwedische Iran-Besuch, auch wenn sich aus dem Ausmaß der Meinungsbeiträge keine vergleichbare Medienresonanz ergab.