Fußball und die „goldene Kartoffel“

In einer Woche, in der in den deutschen Medien recht häufig von einem augenscheinlich rassistischen Vorfall in der UEFA Champions League die Rede war (ein rumänische Schiedsrichter bediente sich des rumänischen Wortes „negru“, um gegenüber einem anderen rumänischen Schiedsrichter eine Person dunkler Hautfarbe aus dem Trainerteam des einen Teams zu benennen, siehe dazu beispielhaft den ziemlich unaufgeregten Text der SZ vom 9. Dezember) und es laut Sport1 vom 10. Dezember „eine weitere rassistische Aussage“ gab, ging die Verleihung des Medien-Negativpreises „Goldene Kartoffel“ durch die „Neuen deutschen Medienmacher*innen“ an „Spiegel TV wegen ihrer Berichterstattung über Clan-Kriminalität in Deutschland“ (siehe dazu DWDL vom 9. Dezember) eher unter. Gut zwei Jahre vorher am 18. November 2018 hatte jedenfalls Cigdem Toprak in seinem Tagesspiegel-Gastkommentar unter dem Titel „Korrekte Sprache – Wir alle können Rassisten sein“ dargelegt, dass „auch Menschen mit Migrationshintergrund diskriminieren“ und er „heute Deutsche nicht mehr als "Kartoffeln" bezeichne“.