Fußballberater, Verfassungsschutzbericht, Finalprügelei, Murmeltiertag „Nahost“, akademische Berufswünsche

Fußball und Wasserball

Es gibt ja Menschen, die schmähen die SZ gelegentlich als "Alpen-Prawda", aber der abschließende Satz lässt sich durch eine Recherche in Bilddatenbanken bestätigen:

"Bei einer Wasserball-WM ist Kanzlerin Angela Merkel nie gesichtet worden - mit dem scheuen Özil aber sogar schon öfter in der Kabine."
Özil und seine Berater – Falscher Heldenglanz aus dem Hintergrund (SZ, 25. Juli)

Ansonsten sei zur freundlichen Erinnerung noch dieser Artikel aus dem Archiv geholt, der Rückschlüsse darauf zulässt, dass der Fußballer Mesut Ö. nicht immer so populär bei denen war, die ihm jetzt Respekt und / oder Tribut zollen:

"Für die einzigen Misstöne des Abends sorgten türkische Anhänger, die Deutschlands Mittelfeldstar Özil im Spiel gegen das Land seiner Vorfahren bei fast jedem Ballkontakt gnadenlos auspfiffen. Doch der 21-Jährige von Real Madrid ließ sich durch die unfairen Pöbeleien nicht aus dem Konzept bringen, spielte sich in der zweiten Halbzeir frei und gab mit dem späten 2:0 die Antwort auf dem Platz."
Pfiffe lassen Özil kalt — Deutschland schlägt die Türkei 3:0 (N-TV, 08. Oktober 2010)

Gesellschaft und Extreme

Augenscheinlich wurde ein neuer Verfassungsschutzbericht veröffentlicht, jedenfalls gibt es viele Berichte dazu.

Beispielhaft sei hier der zweiseitige Beitrag Verfassungsschutzbericht: Bewaffnet und unberechenbar (Zeit, 24. Juli) herausgegriffen.

Dort wird eine Seite lang über die Reichsbürger geschrieben, dann eine halbe Seite lang über die steigenden Besucherzahlen rechtsextremer Konzerte. Abgeschlossen wird der Artikel mit je einem Absatz über Linksextremismus und Islamismus. Ob diese Schwerpunktsetzung gerechtfertigt sei, möge ein jeder für sich selber entscheiden – vielleicht auch erst nach der vollständigen Lektüre des Berichtes.

Die Macher von Poliplatschquatsch scheinen jedenfalls nicht so ganz davon überzeugt zu sein, dass das richtig ist: Reichsbürger — Massive Werbung zeigt Wirkung (24. Juli).

Fußball und Gesellschaft kombiniert

So, und jetzt werden mal beide Themen kombiniert: Wann hat hierzulande eigentlich zuletzt ein von Rechten ausgerichtetes Fußballturnier für Toleranz und Respekt stattgefunden, das zudem im Finale abgebrochen wurde, weil aus gegenseitiger Rücksichtnahme niemand ein Tor schießen wollte?

Klingt das absurd? Unter einem Vorzeichenwechsel war das jetzt lokal in den Medien:

"Fußballturnier gegen Diskriminierung und Gewalt wird abgebrochen, weil sich im Finale zwei Flüchtlingsteams prügelten."
Fairplay-Turnier endet in Schlägerei (Freie Presse, 24. Juli, hier auf archive.is)

Ausrichter waren Roter Baum Zwickau und Marienthal United 08, ein "ausgesprochen linker Verein" (Freie Presse, 23. Juli 2016).

Mal was ganz anderes

Unter der Überschrift Israel-Berichterstattung: Und täglich grüßt das Murmeltier sammelt der "unabhängige Nahost-Thinktank" MenaWatch aktuelle Artikel bzw. Überschriften zur medialen Berichterstattung über Raketenbeschüsse im Nahen Osten. Zusätzlich sind auch ältere Beispiele verlinkt bzw. mit Screenshot dokumentiert, darunter "Irans Atomwaffen – Israel droht mit Selbstverteidigung" (Focus, 22. Januar 2006).

Akademiker und Berufswünsche

So steht es aktuell im Artikel Öffentlicher Dienst: Studierende wollen in den Staatsdienst (Zeit, 24. Juli):

"Einen Job beim Staat finden der Studie zufolge vor allem Juristinnen und Geisteswissenschaftler attraktiv. [...] Die Mehrheit unter den Wirtschaftswissenschaftlern hingegen wünscht sich einen Job in einem Beratungsunternehmen oder bei Wirtschaftsprüfern. Ingenieure wiederum begeistern sich hauptsächlich für die IT- und Softwarebranche. Vor allem hier büßt die Autoindustrie immens an Zuspruch ein."

Das wird sicherlich spannend, wenn man sich ältere Artikel wie Die Schrumpfvergreisung der Deutschen : Deutschland verschläft den Kampf um Talente (FAZ, 25. Juni 2010) von Gunnar Heinsohn oder Die Flüchtlinge aus 2015 sind nicht zu finanzieren (The European, 10. September 2017) von Jürgen Fritz anschaut, die beide darauf hinweisen, dass hierzulande nur "27 Millionen, also weniger als 33 Prozent der Gesamtbevölkerung" (Fritz) bzw. "25 Millionen vollerwerbstätige Nettosteuerzahler" (Heinsohn) sind.