Fußballer und Fotos mit gewählten Staatsoberhäuptern

Üblicherweise laufen hier die Artikel rückwärts. Zum besseren Gesamtverständnis läuft diese (nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebende) Auswahl an Artikeln zu einem aktuellen Aufregerthema chronologisch.

Eine wirklich nur kleine Auswahl

Während die Frankfurter im Kern nur Reaktionen zusammentragen, äußern die Leser in der Kommentarspalte ihre Sicht auf die Dinge: Wirbel um Özil und Gündogan : „Geschmacklose Wahlkampfhilfe für Erdogan“ (FAZ, 14. Mai)

Ein FAZ-Herausgaber kritisiert, dass einer der Fußballer "nicht einmal aus reiner Höflichkeit", wenn er den "Adler auf der Brust trägt", von "Einigkeit und Recht und Freiheit" singt: Debatte um Özil und Gündogan : Höflich zu Erdogan (FAZ, 15. Mai)

Ein deutscher Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, der ebenfalls in England spielt, wollte nicht an dem Termin mit einem Präsidenten teilnehmen, dessen Amtsführung (u.a. hinsichtlich des Umgangs mit Meinungsfreiheit und einer kritischen Öffentlichkeit) eigentlich nicht zum Selbstverständnis der "Wertegemeinschaft EU" passt: Brisante Fotos – Nationalspieler Can lehnte die Erdogan-Einladung ab (Welt, 15. Mai)

In sich schlüssig scheint das als Überschrift gewählte Zitat nicht zu sein, wenn die gemeinten Fußballspieler unter anderer Flagge antreten: Bierhoff zu Özil und Gründogan – „Man muss auch verstehen, wie Türken ticken“ (Welt, 15. Mai)

"König Fußball" sei "in großen Teilen eine Integrationsveranstaltung für Sonnenscheintage", meint das Model A. Schunke: Özil und Gündogan: Was habt ihr erwartet? (AchGut, 15. Mai)

Das nennt man wohl Zweitverwertung, wenn ein Medium 1:1 einen Facebook-Post eines deutsch-ägyptischen Politikwissenschaftlers und Publizisten übernimmt: Integration – Özil und Gündogan: Wahlkampf für Erdogan (Tichys Einblick, 15. Mai)

Der Autor des Beitrags geht davon aus, dass das von ihm als "unsägliches Foto" bezeichnete Bild den "Dachverband der Fußballverbände in der Bundesrepublik Deutschland zu einem Akt der Klarheit" zwinge: Aus dem Spiel so oder so – Özil, Gündogan und Erdogan: DFB muss Doppelpassspiel jetzt beenden (Tichys Einblick, 16. Mai)

Eine Regionalzeitung macht sich zur großen Causa Gedanken über personelle Verflechtungen: Nationalmannschaft – Joachim Löw und die Türkei-Connection (Stuttgarter Zeitung, 16. Mai)

Wie witzig, ein Wortspiel... M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier – Integration gibt es nicht auf Recep

Selbst nach einer Woche ist noch nicht alles gesagt (oder von jedem): Martenstein über Gündogan und Özil – Integrierte Dummheit (Tagesspiegel, 21. Mai)

Bonus

Weil es irgendwie in den Gesamtkontext passt (Fußball, interkulturelles Verständnis), sei auf diesen Beitrag des deutschen Buchautors und Publizisten iranischer Abstammung verwiesen, der auch ohne Anmeldung zu lesen ist: Eklat um saudi-arabische Flagge auf Bierflaschen der Eichbaum-Brauerei – Wie der „gemäßigte“ Islam den öffentlichen Raum erobert (eigentümlich frei, 14. Mai)

PS im Blog

Die "Emre-Can"-Option haben ausweislich der NYT Sports vor einem Jahr schon ein paar Footballer bei Donald T. gezogen.

Das Thema "Mesut Ö." war inkl. Video eines Hausbesuchs übrigens schon zu einem Viertel Bestandteil dieses Beitrags.