Gedanken über die Paraphrase von Nachnamen

Eine schielende Puppe liegt auf dem Boden.

Insbesondere im Sportjournalismus wird es praktiziert, Sportlernamen zu paraphrasieren – z.B. geographisch wie "der Leimener" oder "der Kerpener". Alternativ wird auch ein Adelstitel wie "der Kaiser" oder "die Gräfin" referenziert. Wer in den 1980er oder 1990er Jahren gebannt vor dem Fernseher hing, um die Auftritte der vorgenannten Personen zu verfolgen, wird sofort deren Gesichter vor dem inneren Auge haben.

Diesen Ansatz kann man gut finden oder langweilig oder als schlechten Stil interpretieren; aber diese Umschreibungen sind üblicherweise wertfrei und sollen lediglich die wiederholte, andauernde Nennung des Familiennamens vermeiden.

Eine oftmals anders anders motivierte Variante des Paraphrasierens ist dagegen die Bezugnahme auf die individuelle, häufig weit zurückliegende berufliche Vergangenheit einer Person, die so überhaupt nichts mit der tatsächlichen Karriere bzw. dem beruflichen Erfolg zu tun hat.

Drei Beispiele wären

  • der ehemalige Buchhändler bzw. der ehemalige Bürgermeister von Provinzstadt XY (* 1955),
  • die ehemalige Flugbegleiterin (* 1957) sowie
  • der ehemalige Metzger (* 1966),

die im Anschluss an diese Episoden jeweils über 20 Jahre in ihrem jeweiligen Segment bis an die Spitze gekommen sind und sich dort gehalten haben. Der Unterschied zu den vorgenannten Sportlern liegt darin, dass ein Teil der Journalisten, die auf dieses Stilmittel setzen, damit (mal mehr, mal weniger) subtil eine Meinung transportieren. Einfach mal darauf achten.