„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“

Wie beispielsweise die taz am am 3. März 2004 in dem Artikel Die Gemeinschaft zählt ausführte, war die Formel „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ schon im Februar 1920 im Parteiprogramm der NSDAP. Und auch wenn "die übrigen Parteien der Weimarer Republik die Parole „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ in ihre Programme geschrieben" hatten, war es die NSDAP, die "sie besonders wirksam zu vertreten" vermochte. Auf der (über die Google-Bildersuche entdeckten und hier nicht verlinkten) Website Kritisator.de findet sich aus dem Juni 2012 ein Beitrag mit einem Foto aus dem Wahlkampf anno 1932, der die Verwendung des Spruchs auch an einer Fassade dokumentiert.

Ausweislich des Wikipedia-Artikels Liste geflügelter Worte/G stammt die Maxime jedoch von dem französischen Staatstheoretiker Charles de Secondat, Baron de Montesquieu. In seinem Hauptwerk Vom Geist der Gesetze (Originalquelle in der Bayerischen Staatsbibliothek digital) schrieb er:

„Le bien particulier doit céder au bien public.“
„Das Wohl des Einzelnen muss dem öffentlichen Wohl weichen.“

Trotz der intensiven Verwendung der Maxime bzw. Parole hat sich der Kern bis in die Gegenwart erhalten, wie beispielsweise die SPD Schleswig-Holstein Ende 2009 mit einer Erklärung des damaligen SPD-Landesvorsitzenden und Oppositionsführers im Schleswig-Holsteinischen Landtag Ralf Stegner bewies: 2010: Gemeinwohl vor Eigennutz.