Hunde, die beißen, und die Statistik

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Aktueller Vorfall 2018

In den Kommentaren unter dem Artikel Nach Todesdrama am Fühlinger See – Kölner Ordnungsamt jagt Miniatur-Bullterrier (Focus, 5. August) erläutert ein Leser:

"Der Yorkshire Terrier meiner Freundin wurde von einem Boxer und der Zwergschnauzer vom Nachbarn von einem Schäferhund totgebissen, haben es beide nicht in die Medien geschafft".

Ein anderer erklärt: "Nur weil Diese Hunde nur etwas größer als 35 cm sind, werden sie nicht als Kampfhunde geführt." Zwei andere vermissen die neutrale Umschreibung des Sachverhalts dahingehend, dass ggf. der Chihuahua "der Aggressor war und Grund für das Spektakel gewesen sein könnte".

Statistik 2016 & Wissenschaft

Die rassespezifische Abfrage nach Hunden, für die Entscheidungen nach § 3 Absatz 3 LHundG NRW (Feststellung der Gefährlichkeit im Einzelfall) getroffen werden mussten, ist gemäß der Auswertung der Berichte über die
Statistik der im Jahr 2016 in Nordrhein-Westfalen behördlich erfassten Hunde
gemäß Kampfschmuser zu dem Ergebnis gekommen, dass insgesamt 203 Tiere als besonders gefährlich gelten; davon u. a. 36 Schäferhunde, 19 Schäferhund- Mixe, 7 Dobermänner, 2 Golden Retriever und 8 Münsterländer. Eine journalistische Bearbeitung findet sich in dem Beitrag Tiere und Menschen – Rückgang von Hundeattacken in Nordrhein-Westfalen (NRZ, 27. Juni).

Eine wissenschaftliche Herangehensweise an die Thematik findet sich bei Roman Mikus (2006), genauer: in dessen Dissertation Statistische Auswertung von Sachverständigengutachten über Hunde mit Beißvorfällen in Bayern (Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät).

Interessant in dem Kontext ist auch der Beitrag Studie erstellt „Risiko-Profil“ von Hunderassen von Wuff über eine "Langzeitstudie von Medizinern der Kinderchirurgie der Medizinischen Universität Graz über Hundebeißverletzungen bei Kindern unter 17 Jahren".