Jutta und die Kreuzzüge

Am 24. März 2018 setzte Jutta Dittfurth, zuletzt wegen der Eisenstange Thema hier im Blog, einen Facebook-Post zum Thema Kreuzzüge ab,

in dem sie auch den Artikel Abendland vs. Islam – In Europa sind Gottlose in einen Religionskrieg getreten aus dem Tagesspiegel vom 5. Februar 2012 verlinkte.

Vergleichsweise unterkomplex blendet sie mit der Verquickung von gewähltem Zitat und verlinktem Artikel aus, dass es a) ein orientalisches Christentum gab (siehe z.B. auf Amazon Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam: Vom Dschihad zum Schutzvertrag - 7. bis 20. Jahrhundert) und b) das Christentum ab Mitte des 7. Jahrhunderts unter Druck stand, siehe z.B. Wikipedia > Kreuzzug > Verhältnis zum Islam.

Zur Unterkomplexität gehört auch, dass sie in dem kurzen Text beispielsweise den jahrhundertealten Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten (Tagesschau, 2. Januar 2016), von Cicero als Der 35-jährige Krieg (20. Juni 2014) bezeichnet, ebenso ausblendet wie den Umstand, dass, " lange bevor die Europäer kamen", muslimische Sklavenjäger Afrika entvölkerten (Welt, 30. März 2010), und mit Indonesien das Ende eines islamischen Musterstaates (Welt, 20. März 2017) möglich ist, dem laut Text einzigen islamischen Staat, "in dem die großen Weltreligionen gleichgestellt sind".

Was die vorgenannten Links aufzeigen? Sie könnten als Derailing oder Whataboutism verstanden werden – also kontraproduktiv zu dem, worauf Jutta Dittfurth hinaus möchte. Sie könnten aber dahingehend verstanden werden, dass vielschichtigen, komplexen Sachverhalten durch Vereinfachungen nicht gedient wird. Zudem könnten sie, explizit der dritte zur aktuellen Entwicklung in dem ostasiatischen Land, als Hinweis verstanden werden, dass Entwicklungen aus der Gegenwart mutmaßlich einen höheren Einfluss auf die Zukunft haben, als lange zurückliegende Ereignisse – oder spielen die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges in Europa noch eine Rolle?