Klimaschutz als Mittel statt als Ziel

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lassen vermuten, dass es einem Teil der Aktivisten weniger um das Klima als Ziel geht als vielmehr um das Klima als Mittel.

In den Kommentaren zitiert daher auch einer der Leser der Seite „Libertäre Initiative“ (leider ohne Quellenangabe) Roland Baader, einen Vordenker der „österreichische Schule“:

„Dahinter steckt aber auch eine ungeheure ideologische Dynamik. Der Ökologismus ist (unter etlichen anderen Ismen) ein Zerfallsprodukt des Marxismus. Die gescheiterte „Verelendungsthese“ wird durch die Öko- und Klimakatastrophe ersetzt. Ziel ist die Auslöschung des Kapitalismus – und damit der westlichen Freiheit.“

Ganz von der Hand weisen lässt sich diese Theorie wohl nicht, wenn als Belege beispielsweise das Welt-Video vom 20. September 2019 anlässlich eines weltweiten Demonstrationstages für das Klima angeführt werden. Schon die Überschrift

„Uns geht es darum, für einen Tag die kapitalistischen Spielregeln zu unterbrechen“

ist ein Zitat der Interviewpartnerin Hanna Eberle, die im weiteren Verlauf auch zu Protokoll gibt: „Die Klimakrise ist eine Gerechtigkeitskrise, das ist total offensichtlich.“ Eberle ist übrigens vom Bündnis „Ungehorsam für alle“, was schelmische Geister zu dem Gedanken verleitet, das im Bündnisnamen verbriefte Recht auch im Ungehorsam gegen das Bündnis selbst auszulegen... Allerdings ist Eberle auch in einem anderen Kreis aktiv. Wie hier beim Tagesspiegel zu erfahren ist (18. September 2019), „engagiert sich für die „Interventionistische Linke“, die gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem kämpft“.

In ihrem Welt-Meinungsbeitrag vom 19. September zweifeln die Publizisten Nils Heisterhagen und Stefan Laurin indes, ob der gewünschte positive Effekt durch das Ende des Kapitalismus eintritt:

„Aber der immer radikalere ökobürgerliche Zeitgeist wird Risiken und Nebenwirkungen haben, ohne maßgeblich dazu beizutragen, das Problem des Klimawandels zu lösen.“

Kommentiert wurde der Meinungsbeitrag natürlich auch. So wagte Benutzer „Frederic S.“ einen historischen, die Kontinente überschreitenden Vergleich:

„Die brachiale und völlig unreflektierte Art des Protestes und die deutlich sichtbare Lust am Zerstören erinnert mich an das Vorgehen der Rotgardisten während Chinas Kulturrevolution. Wie China später eingesehen hat, war diese eine völlig fehlgeleitete und ins Extremistische ausufernde Entwicklung, auch wenn die Ursprünge im Kern vielleicht noch nachvollziehbar waren. In zehn Jahren wird auch Deutschland dies erkennen, die Frage ist nur, ob dann noch etwas zu retten ist.“

In einem anderen Kontext sagte übrigens Robert Habeck, Parteichef von Bündnis 90/Die Grünen, der dpa (hier zitiert nach Berliner Morgenpost vom 27. September) : „Wir wissen inzwischen, dass eine verrohte Sprache den Weg zu realer Gewalt ebnet.“ Es dürfe daher nicht zugelassen werde, dass diese Sprache „Normalität wird, in unseren Alltag einsickert und das Böse selbstverständlich wird“. Der „Klimaschädling“ ist jedenfalls noch nicht fest eingesickert, auch wenn

Kontextuell – insbesondere zu dem Zitat von Roland Baader passend – sei hier der Beitrag Klima – Kulturmarxismus – Kapitalismus verlinkt.