Leitkultur bei Maischberger

In der TV-Sendung "Maischberger" am 10. Mai gab es "eine hitzige Diskussion über Sinn und Unsinn einer deutschen Leitkultur", berichtet der Focus in seiner TV-Kolumne vom 11. Mai.

Die nachfolgenden Zitate aus der Sendung sind zitiert nach dem Focus-Artikel; die geklammerte Information bei S. Chebli stammt ebenfalls aus dem Artikel, bei den anderen wurden vergleichbare Angaben, die bei Focus aber fehlen, aus anderen Quellen ergänzt.

Joachim Hermann (geboren in München, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr):

"Wir müssen uns klar werden, worin der Kern unseres Zusammenlebens besteht. Damit wir wissen, in was jemand integriert werden soll."

Sawsan Chebli (gebürtige Berlinerin mit palästinensischen Wurzeln, gläubige Muslima und Staatssekretärin in Berlin):

"Wir dürfen die Integrationsdebatte nicht mit der Diskussion über Muslime und Islam oder Religion insgesamt vermengen. Für mich und für die allermeisten Muslime gilt das Grundgesetz ohne Wenn und Aber. Ich werfe de Maizière vor, dass er mit dem Begriff Burka Stimmungsmache betreibt.“

Motshegetsi „Motsi“ Mabuse (geboren im heutigen Südafrika, Profitänzerin, Schauspielerin und Jurorin von „Let´s dance“):

"Wir brauchen keine Leitkultur, die uns sagt, wie wir zu leben haben."

Hans-Ulrich Jörges (geboren in der damaligen DDR, Mitglied der Chefredaktion der Illustrierten Stern):

„Die Zeiten des reinen Christentums sind vorbei. Wir essen nicht nur Currywurst, wir essen auch Döner.“

Birgit Kelle (geboren in Rumänien, Publizistin und Journalistin):

"Die Diskussion über Leitkultur ist überfällig. Integration heißt ja, sich einzufügen – und wer hierherkommt, muss sich einfügen."

Wer sich unter dem Artikel die ersten (also ältesten) neun Kommentare anschaut, findet eine beeindruckende Zustimmung für Aussagen, die insbesondere Jörges und Chebli widersprechen. Innerhalb von einer Stunde hatten sieben von neun Kommentaren die Marke von 200 grünen Daumen überschritten, kumuliert kamen alle Beiträge auf knapp über 1.950 Zustimmungen. Im Gegenzug lagen die "roten Daumen", sprich die Ablehnungen, für alle neun Kommentare kumuliert bei 24. Entweder haben die Zitierten eher nicht so clevere Statements abgegeben oder die Kommentaristen sind, nun ja, ...

Der um 14.39 Uhr zuletzt überarbeitete Artikel hat dann in den ersten zehn Stunden noch gut 320 weitere Kommentare eingesammelt. Wer die alle lesen mag, wird viel zu klicken haben, schließlich erlaubt Focus nur das Laden von zehn weiteren Artikeln pro Klick.