„Leitkultur verkommt zum Klischee des Deutschseins“

Deutschland ist vielfältig und das ist manchen zu kompliziert. Im Wechsel der Jahreszeiten wird deshalb eine Leitkultur eingefordert, die für Ordnung und Orientierung sorgen soll. Sobald diese Leitkultur aber inhaltlich gefüllt wird, gleitet die Debatte ins Lächerliche und Absurde, die Vorschläge verkommen zum Klischee des Deutschsein. Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt.
Aydan Özoğuz, Integrationsbeauftragte des Bundes, SPD: Leitkultur verkommt zum Klischee des Deutschseins, Tagesspiegel.de vom 14. Mai

Gegenreden gibt es u.a. im CSU-Organ Bayernkurier und im Blog des Publizisten und Philosophen Jürgen Fritz. Peter Grimm stellt in seinem Blog sichtplatz.de die Frage, wozu man "die teure Stelle einer Integrationsbeauftragten" brauche, wenn es keine spezifisch deutsche Kultur gebe.