Linkschleuder zum 18. April

Die nachfolgenden Artikel sind nicht alle vom heutigen Tag – aber sie flackerten aus den unterschiedlichsten Gründen heute über diverse Monitore bzw. Displays.

Focus zum Red-Bull-Gründer

Ein Mitarbeiter von Focus arbeitet sich im Artikel Wie Dietrich Mateschitz denkt – Er dachte sich RB Leipzig aus: Das krude Weltbild des Red-Bull-Bosses (Focus.de vom 14. April 2017, letzter Zugriff 18. April 2017) an Dietrich Mateschitz ab, dem Gründer und Lenker von Red Bull. Offensichtlich tat er das erst einmal anonym, denn in seinem Kommentar vom 16. April schreibt "Jochen Salzer" von einem "unbekannten und nicht genannten Verfasser", was kurz darauf von "Juergen Baier" korrigiert wird: "Jetzt outet sich der Autor (P.Winkler) vermutlich auf Druck der Kommentare."

Unter dem Strich hat der Text jedenfalls keine Zustimmung bei den Lesern gefunden. Während (aktuell) 522 Kommentare noch keine inhaltliche Wertung darstellen (Anmerkung: inhaltlich sind es die meisten), sprechen die 291 Bewertungen, die kumuliert trotzdem nur etwas mehr als einen Stern (von fünf) ergeben, doch eine deutliche Sprache.

OLG Dresden zum Teilen

In seinem Urteil vom 7. Februar 2017 (AZ 4 U 1419/16) kommt der 4. Zivilsenat des OLG Dresden zu diesem Leitsatz:

Wird ein Beitrag in einem sozialen Netzwerk "geteilt", macht sich der Nutzer dessen Inhalte erst dann zu eigen, wenn er die Weiterverbreitung mit einer positiven Bewertung verbindet.
–Quelle: JurPC Web-Dok. 54/2017 - DOI 10.7328/jurpcb201732454

Zusätzlich aus dem Urteil zitiert (II. 2. b):
"Auch undistanziert wiedergegebene Äußerungen Dritter können dem Verbreiter zugerechnet werden, wenn er sie sich in diesem Sinne zu eigen gemacht. Um die verfassungsrechtlich gewährleistete Meinungsfreiheit nicht über Gebühr zu beeinträchtigen, ist bei der Annahme einer solchen Zueignung jedoch Zurückhaltung geboten. Abzulehnen ist sie etwa beim Abdruck einer Presseschau oder bei der Veröffentlichung eines klassisch in Frage und Antwort gegliederten Interviews."

Esslinger in der SZ zu Steuern

"Steuern sind nichts, was die Bürger zahlen. Solches tun sie in ihrer Eigenschaft als Kunden im Supermarkt oder in der Autowerkstatt. Steuern sind etwas, mit dem Bürger beitragen zur Gemeinschaft aller."
ganzer Text: Steuern und Abgaben – Steuern sind doch etwas Gutes, sueddeutsche.de vom 15. April 2017 (letzter Zugriff: 18. April 2017)

Die Welt zu Body-Scannern im Fußballstadion

In ihrer Sonntagsausgabe geht die Tageszeitung Die Welt, ausgehend vom Anschlag auf den BVB – der Frage nach: Müssen Bundesliga-Fans bald durch den Körperscanner?.
Erschienen am 15. April 2017 (letzter Zugriff am 18. April)

Henryk Broder zu Fake News im ÖR

Der Publizist Henry Broder beschäftigt sich im Autorenblog Achgut mit einem Beitrag der Reihe „titel, thesen, temperamente“ („ttt“), in welchem es vorrangig um einen Briten geht, der „Holocaustleugner“ genannt wurde, dagegen klagte und vor Gericht vor. Am Rande, genauer: zum Ende, geht es um eine andere Person, die als „bekennender Antisemit“ bezeichnet wird. Broder geht der Frage nach, genauer: er fragt bei der Redaktion nach, auf welcher Faktenlage diese Aussage getroffen wurde. Mit der Antwort ist er nicht zufrieden.

Qantara.de zu Hirsi Alis (damals) neuem Buch

Gut in den vorgenannten Kontext passt auch der Beitrag auf qantara.de, einem "Internetportal der Deutschen Welle, das in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch den intellektuellen Dialog mit der Kultur des Islam fördern soll" (so Wikipedia), der sich kritisch mit Ayaan Hirsi Alis neuem Buch 'Reformiert euch!' auseinandersetzt. Auch hier kommt die ARD-Reihe „titel, thesen, temperamente“ kritisch vor, auch hier kommt Broder vor.
Hinweis: Der Artikel ist vom 7. Mai 2015, ging aber teilweise wieder aktuell durch Social-Media-Streams.

Die WAZ zum Babyboom in Essen

Ein anderes Thema greift ein WAZ-Artikel von vor vier Tagen auf: Baby-Boom in Essener Flüchtlingsfamilien, (WAZ (WAZ plus) vom 14. April 2017 (letzter Zugriff: 18. April 2017). Es geht um die Bevölkerungsentwicklung in der Ruhrmetropole, die jetzt ihre höchste Geburtenrate seit 22 Jahren gemessen hat.

Ein promovierter Informatiker über das Konzept "alternativlos"

Der promovierte theoretische Informatiker Jochen Heistermann setzt den Begriff "alternativlos" als Dreh- und Angelpunkt seines umfangreichen TE-Gastbeitrags "Der Verlust der Meinungsvielfalt und seine Opfer" (tichyseinblick.de vom 15. April, letzter Zugriff: 18. April 2017). Dabei geht er der Frage nach, wie sich die Diskurs- und Diskussionsfähigkeit seit der Kür von "alternativlos" zum "Unwort des Jahres 2010 entwickelt hat.

Hintergrund

Unter dem Tag Linkschleuder werden üblicherweise jene Artikel versammelt, die im Laufe des Tages durch verschiedene Social-Media-Kanäle gegangen sind. Meistens sind sie tagesaktuell oder maximal ein bis zwei Tage alt. Sollten wesentlich ältere Beiträge dabei sein, wird das gesondert hervorgehoben. Der vorgenannte Tag kann aber auch bei Artikeln zum Einsatz kommen, die in sich eine große Zahl an Links enthalten.