„Man muss nicht unbedingt Menschen nah an sich ranlassen.“

Der Rechtsanwalt J. Steinhöfel ist ja nicht unbedingt als Sympathisant der Regierungskoalition bekannt. Auch nicht als Mensch, der immer das diplomatische, leise Wort wählt (was mutmaßlich zu den notwendigen Qualifikationen von jenen gehört, die sich im Kampf um das Recht befinden).

Wie dem auch sei, anlässlich eines Interviews mit Herbert Reul (CDU), Innenminister Nordrhein-Westfalens, hat einen kurzen Ausschnitt inkl. Transkription auf seine Facebook-Seite gestellt:

Screenshot von Rechtsanwalt Joachim Steinhöfels Facebook-Seite, zu sehen ist ein Videoausschnitt mit Herbert Reul

Quelle: facebook.com/joachim.steinhoefel/videos/10212455951208592

Auch wenn Rechtsanwalt Steinhöfel es anders formuliert, klingt das Herbert Reuls Zitat

"Und Bürgerinnen und Bürger werden einfach sensibler sein müssen. Man muss nicht unbedingt Menschen nah an sich ranlassen."

wie ein Offenbarungseid. Dies gilt umso mehr, da es mit der Distanz in Großstädten beispielsweise mit dem ÖPNV (insbesondere zu Stoßzeiten), dem Karneval in Rheinland oder Volksfesten jeglicher Art nicht so einfach umzusetzen ist.

Ansonsten ist es immer hilfreich, den ganzen (Kon-)Text zur Verfügung zu stellen, damit sich der Leser/Zuschauer selbst ein Bild machen kann. Andernfalls fallen leicht Vorwürfe der Sorte "alles eine Frage des Ausschnitts, um Herrn Reul in ein schlechtes Licht zu rücken" (und dann oftmals zu recht).

Wer lieber liest (und auch eine Kommentierung mag) wird beispielsweise hier fündig:
Messerattacken – NRW-Innenminister Reul: „Man muss Menschen nicht unbedingt nah an sich ranlassen“ (Tichys Einblick, 19. März)

Wer sich direkt aus der Originalquelle informieren mag: Bis zum 16. März 2019 ist das Video unter zdf.de/nachrichten/heute-in-deutschland/videos/steigt-die-zahl-der-messerattacken-100.html abzurufen.

PS: Auf eine Sache geht Minister Reul nicht ein. Wenn die Menschen "sensibler" werden müssen, führt das entweder zu einem Generalverdacht jedem Menschen gegenüber oder zur Kategorisierung in "unverdächtig" und "verdächtig aufgrund häufiger Merkmale" vulgo "Vorurteilen".