Medien- und Presseschau für den Juli (Teil 1 von 3)

Nachdem die Medien- und Presseschau um Juni in drei text: Teilen) erschien, wird es im Juli wieder so sein.

10. Juli

"Vorgeworfen wurde dem Feldwebel, [...Soldaten...] dazu aufgefordert zu haben, Liegestützen zu machen und damit seinen Untergebenen den Dienst erschwert zu haben": Stetten am kalten Markt – Amtsgericht Sigmaringen: Verfahren gegen Soldaten wird eingestellt (Südkurier)

Solche Studien dürfte es eigentlich nicht geben, sind sie doch Futter für "Maskulisten": Mothers in Denmark Are Less Productive at Work, Study Finds, Partially Explaining Gender-Wage Gap (Wall Street Journal)

Mit "Der Staatsvertrag ist gescheitert" lautet eine Zwischenüberschrift ähnlich wie die Artikelüberschrift: Gastbeitrag von Christian Osthold – Islamismus-Experte klagt Hamburger Senat an: "Integration von Muslimen gescheitert" (Focus)

Der Gastkommentar kommt von der einschlägig bekannten Necla Kelek: Burkini, nein danke! – Eine weitere «Fahne» des politischen Islam (NZZ)

9. Juli

Man hat ja nichts zu verbergen – außer vielleicht der Privatsphäre und Militärgeheimnissen: Nach Strava: Auch Fitnesstracker Polar stellte Militärangehörige und Agenten bloß (Heise)

Ist das jetzt eine alte Idee neu aufgewärmt (Verlust sämtlicher traditioneller Kultur, des Glaubens und der Herkunft um eine maximale Zuwendung zum Sozialismus zu schaffen, weil nur noch die Arbeit eint) oder gezielte Vereinfachung der Sprache und des Denkens (heißt: enthält eine Sprache keine abstrakten Begriffe, ist auch ein Denken in abstrakten Kategorien unmöglich – alles, was nicht unmittelbar konkret ist, kann nicht gedacht werden)? „Das Konzept der Muttersprache ist reaktionär“ [Senthuran Varatharajah] oder Warum Deutschförderklassen bald obsolet werden. (Fisch + Fleisch)

Wenn die schuldigen Schufte in Gewahrsam genommen wurden und als Details lediglich das Geschlecht und das Alter kommuniziert werden, ist das bei Meldungen aus dem Ruhrgebiet immer eine clevere Lösung, um nicht noch mehr Ressentiments zwischen Städten wie "Dortmund" (Dortmund) und "Schalke" (Gelsenkirchen) zu schüren: Sex-Überfall am Dortmunder Hauptbahnhof: Zwei 19-jährige Frauen wollten nur zum Zug – doch dann wurde es eklig (Der Westen) respektive Mann [19] sticht auf Gäste vor Döner-Imbiss in Oberhausen ein - 27-Jähriger lebensgefährlich verletzt (Der Westen)

Wenn sogar ein gemeinsamer Hafen gebaut werden soll, sind das wohl sichere Länder: Friedensabkommen – Eritrea und Äthiopien erklären Kriegszustand für beendet (Spiegel)

Wann war letztmalig auf deutschem Boden eine hiesige Streitmacht auf diesem Niveau der Einsatzbereitschaft? Bericht über internes Papier – Bundeswehr kann keinen einzigen weiteren Einsatz stemmen (Focus)

In der Nähe Erfurts wird die Zukunft bald Realität sein: Elektroautos: Chinesen bauen Batteriezellen-Fabrik in Thüringen (Heise)

Die Regeln des täglichen Zusammenlebens... Tumulte in Bremen – Aufgebrachtes Unfallopfer verprügelt Lastwagenfahrer (Welt)

Und um dem Beitrag noch die rechte Würze zu verleihen, zitiert der Autor zum Abschluss noch Renaud Camus: Nantes – Bretonische Skizzen III (Junge Freiheit)

8. Juli

Nachdem aus einer ÖR-Redaktion die erste Stimme dieser Art vernommen wurde, gibt es eine solche Stimme auch aus einem renommierten Haus aus den USA:
"New York Times" fordert Merkel-Rücktritt: "Zerstörerin der EU" (HuffPost)

Eine These: Die deutsche Politik ist am Tiefpunkt – schuld ist nicht die AfD (HuffPost)

Da "farming in South Africa" laut Artikel als "the most deadly occupation in the world" gilt, gibt es eine neue Fluchtwelle aus Afrika: Russia welcomes Afrikaners: 15,000 Boers plan move to Russia from South Africa (Israel National News)

Bei der Überschrift dürfte der ein oder andere ob der Wendung überrascht sein (beim Blick auf das Medium dann weniger...): Sean Connery kam bis ins Rheingau (AchGut)

"1984" oder "schöne neue Welt"? Missing (Heise)

Quasi der zweite Teil zum vorhergehenden Text: Inside China’s Dystopian Dreams: A.I., Shame and Lots of Cameras (NY Times)

7. Juli

Vor langer Zeit waren Blogs die Klowände des Internet, in der jüngeren Vergangenheit schwärmte eine CDU-MdB von der "regulierten Selbstregulierung", früher im laufenden Jahr gab es die Beschwerde, dass das Internet für die Demokratie zu viel Freiheit kenne und jetzt meint SPD-Ostbeauftragter Dulig: "Soziale Medien sind zu einer Müllkippe geworden" (HuffPost)

Interessante Sichtweise: Keine Einladung in Talkshows – Darum durften AfD und Linke nicht mitdiskutieren (Nordkurier)

"Erneut mussten Mitglieder des Chaos Computer Clubs eine Durchsuchung über sich ergehen lassen – diesmal in Dortmund": Unrechtmäßige Hausdurchsuchung: Polizei reitet erneut beim Chaos Computer Club ein (CCC)

Es besteht durchaus ein Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht, und eine derartige Gleichsetzung, wie sie in dem Bild stattfindet, ist nicht zwingend glücklich, trägt sie doch Spuren der Instrumentalisierung und der Banalisierung des Holocaust in sich: 6. Juli: Viele Staaten beschließen Obergrenzen & Zurückweisungen an der Grenze. 1938 (Volksverpetzer)

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich in irgendeiner Weise unangemessen verhalten habe, aber ich respektiere die Tatsache, dass jemand das anders aufgefasst haben mag“, so Trudeau: Kanadas Premierminister : Frühere Journalistin bekräftigt Vorwurf gegen Trudeau (FAZ)

Eine Leseempfehlung, die auf der Website direkt unter dem vorhergehenden Text steht: Belästigungsvorwürfe : Die Akte Avital Ronell (FAZ)

"Mit dem neuen Islam-Institut verrät die Humboldt-Universität ihre Toleranztradition. Die liberalen Muslime in Berlin werden jetzt und künftig ausgegrenzt": Streit um Islam-Institut – Unterwerfung unter das Diktat einer Minderheit alten Geistes (FAZ)

6. Juli

Wenn speziell dieser Minister explizit von diesem Medium Gegenwind bekommt, auch wenn es nur über die Hilfskonstruktion von zitierten Tweets ist, muss er wirklich daneben gegriffen haben: Maas sagt Deutschen, welches Land sie bei der WM anfeuern sollen — "Wir brauchen einen radikalen Schulterschluss." (HuffPost)

Der Artikel enthält einige Details, die bei genauerer Betrachtung irritieren können: Familiennachzug – Wiedersehen nach drei Jahren und fünf Monaten (SZ)

Es soll ja Leute geben, die schon früher darauf hingewiesen haben: Bildung Der Akademisierungswahn ruiniert die duale Ausbildung (Welt)

Meanwhile in Austria: ÖGB-Jugend steckt hinter Pflasterstein-Drohung (OE24)

"Im Berliner Stadtverkehr hängt das Leben nicht an der Frage, ob man eigenverantwortlich die Schraube der Vorderradbemse richtig angezogen hat, sondern am Umstand, ob einen die sturzbesoffene Grüne Jugend mit einem Schrottrad plötzlich in den Weg taumelt und mit rosa lackierter Felge nicht mehr anhalten kann": Dumm sterben – Der bizarre Volkstodeskult der Grünen (Welt)

5. Juli

"Der frühere IMF-Ökonom Ashoka Mody sieht keine Zukunft für die Europäische Währungsunion und plädiert für einen Austritt Deutschlands": «Die Lage im Euro-Raum könnte bald eskalieren» (NZZ)

Das starke Mädchen aus der Literatur, dessen Vater mittlerweile ein Südseekönig ist, kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen, dass das große Social Network so schnell eingeknickt ist – oder die Passage nicht dem aktuellen Sprachgefühl angepasst wurde: Als Hassrede eingestuft : Facebook löscht Teile der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung (FAZ)

"Die dänische Regierung kennt in der Innenpolitik zurzeit nur ein Ziel: Bis 2030 sollen die "Ghettos" verschwinden"': Integration – Dänemark: Harter Rechtsruck bei den erfolgreichsten Sozialdemokraten Europas (Stern)

"Der Clan agierte dabei stark arbeitsteilig und konspirativ nach außen abgeschottet": Zoll-Razzia: Illegale Tabakfabrik ausgehoben - Familienclan im Verdacht (WAZ)

"ein gerüttelt Maß an Opportunismus": Matthias Matussek, Malte Henk und die „Zeit“ – Wie ein Journalist glaubt, „weltberühmt“ zu werden (eigentümlich frei)

4. Juli

Angesichts der Vielfalt an Parteien, die von den einzelnen Ländern in das EP geschickt werden, klingen manche Argumente "vorgeschoben": EU-Parlament stimmt für Sperrklausel – Keine Chance mehr für Kleinstparteien (LTO)

Sommerloch? Mit der Statistik baden gehen (AchGut)

Angesichts der Überschrift fragt sich der unbeteiligte Zuschauer, ob die Akteure wirklich gemeinsam einer Regierung angehören: SPD gegen Innenminister – „Überlegen, wie wir Seehofer am besten eins in die Fresse geben“ (Welt)

Der Autor dieses Beitrags über die Hauptstadt sitzt selbst in Luxemburg: Humboldt-Universität zu Berlin - Ein kleines SPD-Drama (Cicero)

Wenn der erste Teil der Überschrift eine wahre geographische Aussage ist, zeigt sich der Autor in seinem Text ziemlich mutig: Brief aus Istanbul : Selbst der Schatten ist bedenklich (FAZ)

Unter dem Artikel wurde gleich der erste Kommentar mit dem Hinweis "Verstoß gegen Nutzungsrichtlinien" entfernt: Urteil gesprochen – Moschee-Streit: Eltern verurteilt (Kieler Nachrichten)

"Die Rolle des Oppositionsführer scheint SPÖ-Chef Christian Kern wenig zu erfüllen": Wer im Nationalrat am häufigsten fehlt (Kurier)

3. Juli

"Aufständische Ausnahmen wie der bei mir am Tegernsee sehr effektiv arbeitende, grüne Landrat ändern überhaupt nichts an der Regel, dass nur gewinnt, wer our son of a bitch ist": Abschied auf Raten – Das ist nicht mehr Merkels Land (Welt)

Sind die Reichsbürger jetzt auf Messer umgestiegen, da ihnen die Waffenberechtigung abgesprochen wurde? Sömmerda – 33-Jähriger vor Augen seines Kindes niedergestochen (T-Online)

Andere Ländere, andere Manieren, oder so ähnlich...Weltweiter Respekt für die "Samurai Blue" – Saubermänner: Japan verlässt Kabine blitzeblank (Kicker)

Wenn die Bundeswehr nur bedingt einsatzfähig ist (und das im Landesinneren auch gar nicht sein darf): Sturmgewehre für Polizei : Hessen rüstet im Kampf gegen islamistischen Terror auf (FAZ)

Es soll ja auch Juristen geben, die genau vom Gegenteil überzeugt sind: Flüchtlinge an deutschen Außengrenzen – Die Bundespolizei muss jetzt die Einreise verweigern (LTO)

Abgesehen davon, dass sich die Überschriften stark unterscheiden, nehmen beide Texte statt der vagen Formulierung "Südländer" eine andere Beschreibung: Autofahrer fährt Radler [49] mit Absicht über den Haufen – was seine Beifahrer dann machen, setzt dem ganzen die Krone auf! (Der Westen) bzw. Unfall – Autofahrer fährt Radfahrer in Mülheim absichtlich um (Westfalenpost)

Halbzeit in Malmö – bislang 16 Schiessereien, 8 Tote, 9 Verletzte (im Vorjahr insgesamt 7 Tote): Skottlossningar i Malmö 2018 (SVT, 19. Juni, aktualisiert am 3. Juli)

2. Juli

Eine "deutsche Journalistin, Publizistin und Autorin" und zurückgetretene Kieler Oberbürgermeisterin (SPD) (siehe Wikipedia) bezieht sich auf einen "20 Jahre alte(n) Brief eines Beamten", um die Kapitulation der Hauptstadt zu dokumentieren:
Kleinkriminalität – Der Sieg der Hütchenspieler über die Polizei (Welt)

Sprachlich wandelt sich der Vorfall im Text von der "handfesten Rauferei" zur "gefährlichen Körperverletzung": Strandbad in Mannheim : Streit zweier Frauen eskaliert – wegen einer Wasserpistole (FAZ)

Bei Meldungen wie dieser, gehen eher dystopisch veranlagte Europäer davon aus, dass die Zukunft eher nicht auf ihrem kleinen Kontinent spielen wird: BYD plant größte Batteriefabrik der Welt (Heise)

Wer die Art der Berichterstattung "falsch" nennt, liegt daneben, aber möglicherweise wären "sehr unpräzise" und/oder "tendenziös" Alternativen: Vermeintlicher Rücktritt – ARD rechtfertigt sich für Seehofer-Berichterstattung (Welt)

"Sie ist niemand, der Jünger braucht, der als Projektionsfläche für Autoritätssehnsüchte herhält. Und aus diesem Grund übernehme ich jetzt einfach mal die Rolle des kritiklosen Fans": Streit mit Seehofer – Angela Merkel ist eine feministische Ikone (Welt)

"Die deutsche Theologin Margot Kässmann verabschiedet sich in den Ruhestand. Ihre politischen Ansichten und ihr Privatleben kennt das ganze Land. Sonst bleibt nicht viel": Eine Kirche namens Kässmann (NZZ)

Den Brief, dass sie ein Praktkikum antreten könne, wenn sie das Tuch ablege, "haben die Geschwister nicht mehr, sie hätten ihn vor Wut zerrissen". "„Andere Familien verheiraten die Töchter jung, wenn sie keine Arbeit finden“, erzählt die Mutter": Sara [15]: „Wegen meines Kopftuchs finde ich kein Praktikum“ (WAZ)

1. Juli

Der Blick ins Kleingedruckte ist immer zu empfehlen: Riester-Rentenbetrug – Staatliche Förderung geht direkt in die Taschen von Banken und Versicherern (eigentümlich frei)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.