Medien- und Presseschau vom 13. März

Urteile des Landesarbeitsgerichts Hannover und des Bundesgerichtshofs, ein veganer Kindergarten, in Anführungszeichen der "Don", der "Ulf" und "VdB" sowie eine Triggerwarnung zum Text eines Informatikers zum Weltfrauentag. Das ist nur eine kleine Auswahl an Themen, die heute angeschnitten werden.

"ein Mann liest eine Zeitung, Bild von [c] codewan / Pixabay"

"Rein außerdienstliche Umstände könnten die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses weder fristlos noch fristgemäß rechtfertigen" und wären in dem vorliegenden Fall wohl ein Beispiel für ein "Gedankenverbrechen", "wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtsfragen" hat das LArbG Hannover hat aber "die Revision zum BAG zugelassen": Unwirksame Kündigung wegen Verdachtes einer Zugehörigkeit zur "Jihad-Bewegung" (Juris, 13. März)

Hm... "Keine Pressefreiheit für Kurden: Türkische Zustände in Deutschland" (Telepolis, 13. März)

"In rund 90 Prozent der Fälle" sind es "Männer zwischen 20 und 39 Jahren": Gewalt gegen Rettungskräfte steigt dramatisch an – Der Hass gegen die Helfer (Bild, 13. März)

In Prä-Smartphone-Zeiten wäre das Vorgehen zwar auch möglich gewesen, allerdings bei einem anderen Aufwand: Vergewaltigungsvorwürfe – 14-Jährige zum Sex erpresst? Sechs junge Männer in Berlin vor Gericht (Stern, 13. März)

Auch wenn es laut Statistischem Bundesamt eine "Umstellung der Erhebungsmethode" ist, zeigen sich die Kommentaristen unterhalb des Beitrags tendenziell kritisch: Zu- und Abwanderungen – Immer mehr Deutsche verlassen das Land (Welt, 13. März)

Die Zahl entspricht etwa 4.000 Schulklassen á 25 Schülern: Im vergangenen Jahr 101.200 Abtreibungen – [K]eine Schlagzeile (eigentümlich frei, 13. März)

Abgesehen davon, dass dies linguistisch die "Genus-ungleich-Sexus"-Diskussion ist, geht die klagende Rentnerin in dem einen Bericht "notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof" und in den anderem "auf jeden Fall vor das Bundesverfassungsgericht", siehe BGH gibt Sparkassen Recht – Formulare dürfen männlich bleiben (Tagesschau, 13. März, zusätzlich hier auf archive.is) bzw. Bundesgerichtshof : Formulare dürfen männlich bleiben (FAZ, 13. März, hier auf archive.is). PS: Am 10. Januar veröffentlichte die altehrwürdige FAZ den inhaltlich passenden Beitrag Gendersprache-Kommentar – Die Sprachwäsche eines männlichen Mitarbeiters.

"Die Lehrerin erzählt, sie sei gewarnt worden, mit der Presse zu sprechen. Schnell sei der Vorwurf im Raum, man würde Positionen der rechtspopulistischen FPÖ nach außen tragen." Lehrerin in Wien „In einer Klasse von 25 Kindern muss man 21 integrieren“ (Welt, 12. März)

Wenn die Polizei keine Sicherheitsbedenken hat, besteht sicherlich kein Zusammenhang mit dem Unterrichtsausfall an drei Gymnasien und der Größe der gegendemonstrierenden Gruppe: Heilbronn – Proteste gegen Kundgebung von AfD-Jugendorganisation (Stuttgarter Nachrichten, 12. März)

Diese Beitrag passt kontextuell ein wenig zu dem des "Don" ein wenig weiter unten: Alles Nazis außer Mutti (Salonkolumnisten, 12. März)

Ist das jetzt Medien- oder EU-Kritik? EU-Haushalt: Vom Schwindeln zur offenen Lüge (PolitPlatschQuatsch, 12. März)

Zumindest kurzfristig bleibt diese Attacke auf den Staat (konkret: hier dessen Stellvertreter) folgenlos: Bei Passkontrolle – Jugendliche prügeln im Suff Polizisten dienstunfähig (Bild, 11. März)

Es ist das unbestrittene Recht der Jugend, Dinge zu fordern, die die Altvorderen abstrus finden: Jungsozialisten wollen Weihnachten abschaffen und fordern Menstruationsurlaub (NZZ, 11. März)

Aus Gegenden mit Kleinfamilien kommen solche Meldungen nicht: Streit eskaliert: Vöhrum nach Familiendrama abgeriegelt (Regional Peine, 11. März)

Bei Bento wäre der Spin der Geschichte ein anderer: Lieber Thilo, ich muss Dich entfreunden, Du bist rechts (AchGut, 11. März)

Allzulange wird es unter diesem Format Texte wie diesen vom "Don" auf nicht mehr geben: Tellkamp und wie man sich mit kultureller Hegemonie zu Tode siegt (FAZ, 10. März)

Und auch der "Ulf" widmet sich (stilistisch etwas anders gelagert) der vorstehenden Thematik: Der Fall Uwe Tellkamp – Genau diese Intoleranz macht die Rechte erst groß (Welt, 10. März)

Das Zitat des österreichischen Präsidenten "VdB" ist multifunktional einsetzbar: Was von 1938 bleiben soll: "Sich nicht verführen lassen" (Kurier, 10. März)

So etwas nennt man "Streisand-Effekt": Neuer Kunst-Skandal – „Als Frau stoßen diese Bilder mich ab“ (Welt, 10. März)

Zwei Links weiter unten findet sich ein Medienbericht zu diesem Vorfall auf der ITB, dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem Tweet der Gewerkschaft der Polizei: „Politisch aufgewühlte Männer“ – Worte bewusst gewählt (Tapfer im Nirgendwo, 10. März)

Die Autorin des Buches "Lehrer über dem Limit" veröffentlicht einen Auszug, in dem u.a. ein "Rumpelstilzchen"-Vergleich vorkommt, auf einem Autorenblog: Die Leiden der Lehrer (AchGut, 10. März)

Eine bundesweit erscheinende Tageszeitung aus Berlin nutzt eine Wortmeldung aus dem Verwaltungsgericht Düsseldorf für einen thematischen Rundumblick: Fall Bisvi – „Schlag ins Gesicht aller Ausländer, die sich rechtskonform verhalten“ (Welt, 10. März)

In die Statistik müsste das eigentlich unter "politisch motiviert" fallen: Security pöbelt auf der ITB – Wachleute bedrängen israelischen Tourismusstand (Tagesspiegel, 9. März)

Der Bürger eines EU-Beitrittskandidaten und NATO-Partners berichtet von einem Vorgang, bei dem der #FreeDeniz-Protagonist im Vergleich wie ein Glückskind wirkt: Schriftsteller Ahmet Altan – "Ich werde die Welt nie wieder sehen" (SZ, 9. März)

Töchter einsperren, um sie vor "Jugendlichen" zu schützen? Polizei vermutet Schreckschusspistole – Jugendliche schießen auf zwei Mädchen in Gröpelingen (Kreiszeitung, 9. März)

Trigger-Warnung für diesen Text eines Informatikers zum Frauentag: Realität frisst Ideologie (Danisch.de, 9. März)

Das abschließende Zitat von Stephan Dassel (Bündnis 90/Grüne), dem Bürgermeister von Berlin Mitte, setzt die Überschrift wieder ins rechte Lot: Attacken nehmen zu – Polizei: Einige Migrantengruppen werden „deutschenfeindlicher“ gegenüber Einsatzkräften (Focus, 8. März)

Gäbe es nicht den Medienforscher Jo Groebel, der die Aussagen abschwächt, könnte man dem Text fasst unterstellen, das Gefühl der Unsicherheit zu fördern: Kriminalität: Angriffe mit Messer nehmen gefühlt zu (WAZ, 8. März)

Ist das jetzt die Hinwendung zu dieser Ernährung oder die Flucht vor der üblichen Kost? Kindererziehung – Erster veganer Kindergarten in Frankfurt sorgt für Anmeldeflut (Stern, 7. März)

Ob und wie berechtigt der Protest tatsächlich ist, müssen andere (vor Ort) beurteilen, aber zu viel Wut schadet oftmals dem eigenen Anliegen: Migrants protest angrily in Florence after Italian kills street vendor (Reuters, 6. März)

Dieser Blog-Beitrag einer Facebook-Initiative erinnert von seiner Altersstruktur in Teilen an ein letztes Aufgebot, wie es aus der Geschichte bekannt ist: Wir sind Omas und wollen alle Rechtsextremen aus Europa vertreiben (Huffington Post, 6. März)

Derzeit sind rund 130.000 Kinder betroffen, weil die aufnehmende Gesellschaft keine vernünftige Lösung findet: Integration in Gefahr – Für viele Flüchtlinge wird die Schule zur Sackgasse (Welt, 1. März)

Dieser Artikel aus dem vergangenen August ist ein weiteres Beispiel für die Lektüre von "Die Logik des Misslingens": Fleischwirtschaft: Was heißt schon artgerecht? (Zeit, 9. August 2017)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.