Medien- und Presseschau vom 5. März 2018

Das ging jetzt fix: Auf die über einen längeren Zeitraum gesammelten Links mit Notizen oder Anmerkungen folgt mit nur drei Tagen Abstand die zweite Runde des laufenden Monats.

ein Mann liest eine Zeitung, Bild von [c] codewan / Pixabay

"Aus der aktuellen Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk am Beispiel der Schweiz lassen sich auch für Deutschland einige Schlüsse ziehen" – welche das sind, steht in diesem Artikel: Demokratischer Rundfunk (Telepolis, 5. März)

In den Social Media sagen die einen so, die anderen sagen so – aber die Initiatoren sagen (zumindest für diesen Artikel) gar nichts: Pädagogisches Konzept wurde dem Jugendamt vorgelegt – Erste muslimische Kita in Kassel soll eröffnen, Räume fehlen noch (Hessische Allgemeine, 5. März)

Vor zwei Jahren hieß es noch #OscarsSoWhite (siehe z.B. #OscarsSoWhite – Worum es bei der Oscar-Debatte wirklich geht, Welt vom 24. Januar 2016), doch die Hautfarbe kann von einem anderen Thema überlagert werden: Der Basketballstar Kobe Bryant gewinnt einen Oscar und sorgt für Empörung

Passt noch zu dem Beitrag Der "Spiegel" und dessen Prioritäten in Bezug auf Südafrika vom 28. Februar: Gesetz zur Enteignung weißer Farmer in Südafrika – Schwarzer Nationalsozialismus (Eigentümlich frei, 4. März)
PS: Mit einem kleinen Austausch der Sündenböcke lässt sich übrigens das Zitat "Wir haben heutzutage viele große Probleme, und die Lösungen sind alle komplex. Da ist es sehr attraktiv, wenn jemand sagt: 'In Wirklichkeit sind die Juden und Mexikaner schuld.'" aus dem Artikel Dieser Journalist hat sieben Jahre bei Neonazis in den USA recherchiert (Vice, 3. März) nach Südafrika übertragen.

Dank Beiträgen wie diesem aus dem Berliner Tagesspiegel bekommen es auch Leute mit der Angst zu tun, die in den Vororten der Republik wohnen und mit dem Auto zur Arbeit fahren. Um es mit der Diktion zu einem 2010er-Buch zu sagen: "Solche Artikel sind nicht hilfreich." Integration von Flüchtlingen – Wird Berlin zum Angstraum? (Tagesspiegel, 4. März) Dieser Beitrag kam über den Twitter-Account der GdP Berlin in den Newsfeed, siehe twitter.com/GdP_Berlin/status/970573213871812609.

Weil der mutmaßliche Suizid einer Partei aus Sicht der Mitglieder attraktiver ist, als ein sofortiges Dahinscheiden, erscheinen solche Artikel: Das GroKo-Ja der SPD nützt nur einer Partei (Huffington Post, 4. März)

Weil sie in einer "nicht-zivilen Ehe" verheiratet war, wird "Ehemann" in Anführungszeichen gesetzt: Angriff auf 17-Jährige : Mädchen nach versuchtem „Ehrenmord“ außer Gefahr (FAZ, 4. März) PS: Einige Sarkasten haben in den Social Media jenes 2008er-Zitat von Maria Böhmer geteilt, welches man inklusive Quellenangabe hier findet.

In den Social-Media-Stream lief dieser Artikel übrigens in direkter Nachbarschaft zum "Bullshit-Bingo für besorgte Bürger": Kriminalität Araberclans in Berlin machen, was sie wollen (Welt, 4. März)

  1. Kanada und Österreich haben auch schon Hand angelegt. 2. Die USA singen schließlich auch "Home of the Brave", 3. Wie würde man das Wort "Muttersprache" ersetzen, käme es vor? 4. "Brüh' im Lichte dieses Glückes"... „Heimatland“ statt „Vaterland“ – Frauenbeauftragte der Bundesregierung will Nationalhymne ändern (Focus, 4. März)

Die Deutschen können an dieser Stelle nur hoffen, dass "der Russe" hoffentlich nicht im Winter kommt oder wenn Pollen fliegen oder die veganen Rationen aus sind: Bundeswehr – Marsch und Übernachtung in Eiseskälte – Soldaten brechen Übung ab (Welt, 3. März)

Der Gewinn der Einen sind die Kosten der anderen: Kampf für bessere Arbeitsbedingungen – Die Rad-Rebellen (SZ, 3. März)

Insbesondere beim Film Titanic wirkt das vor dem historischen Hintergrund etwas überraschend, passt aber zu dem grundsätzlichen Ansatz aus der Washington Post zu Black Panther weiter unten: "Umgekehrter Rassismus" – Warum in London plötzlich Filmplakate mit schwarzen Darstellern hängen (Stern, 3. März)

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Zwischen Kreis Kaiserslautern: Grundsätzlicher Alterstest bei jungen Flüchtlingen (12:13 Uhr) und Kaiserslautern: Ministerium kritisiert Pläne für Altersprüfung (16:45 Uhr) liegen gerade viereinhalb Stunden. (beide Rheinpfalz, 2. März)

Es ist das Privileg junger Menschen, Ideen zu entwickeln und zu äußern, die völlig neu und radikal und völlig konträr zu den Ideen der Saturierten sind: Interview: Wie aus einer Bundestagskandidatin eine Linksextremistin wurde (Vice, 1. März)

Das Problem bei Negativabgrenzungen ist, dass positive Begriffs- bzw. Aufgabenbestimmungen schon mal unter den Teppich fallen können: Silke Burmester – Journalisten sind keine Therapeuten (Deutschlandfunk, 1. März)

Offensichtlich hat die Causa "Essener Tafel" alle Aufmerksamkeit von Fällen wie diesem (aus einem rot-grün regierten Bundesland) abgezogen: In Abstimmung mit Landesregierung – Pirmasens macht dicht: Zuzug von Flüchtlingen gestoppt (Hessische Allgemeine, 28. Februar)

Schon die Überschrift mit dem rotgefärbten Emoticon ist eine Ansage: Krass: Grundschule in Bayern schließt Väter vom Schulausflug aus! (Brigitte, 27. Februar)

Andere Zeiten, andere Sitten: Sexismus in der Kunst – Streit um abgehängtes Gemälde: Sind nackte Frauen im Museum noch in Ordnung? (Stern, 22. Februar)

Vorschlag zur Güte: Gesellschaftliche Gruppen müssen quotal gemäß ihres Anteils an der Population im Film vorkommen. ‘Black Panther’ packed with action, diversity — but no gays (Washington Times, 20. Februar)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.