Medien- und Presseschau vom 8. März 2018

Die Presseschau des heutigen Tages vereint u.a. Texte über "Don Alphonso", Clans und die Essener Tafel – als Medien sind u.a. die FAZ und die Tagesschau an Bord.

Ganz böse Zungen schreiben in den Social Media, dass eine Frauenquote vergleichbar wäre mit den vordemokratischen Ständeparlamenten oder Parlamenten nach Art des House of Lords, bei denen der Einzug wegen zufälliger Zugehörigkeit zu einer Klasse/Personengruppe erfolge: Gleichberechtigung – Frauenquote für den Bundestag? (Zeit, 8. März)

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags kommt zu einer kritischen Erkenntnis bezüglich eines etablierten NATO-Partners und langjährigen EU-Beitrittskandidaten, und ein renommiertes öffentlich-rechtliches Medium berichtet darüber: Türkei-Offensive in Afrin – Für die Selbstverteidigung fehlen Beweise (Tagesschau, 8. März)

Drei Nachrichten aus Wien: 1) Empörung über Minister-Video (Wiener Zeitung, 7. März), 2) Blutspur des Täters nach Messerattacken in Wien gefunden (Der Standard, 8. März), 3) Religionsvertreterinnen „Hand in Hand gegen rechts“ (ORF, 8. März)

"Da schrieb ein Mensch, der sich aus jeder Abhängigkeit staatlicher Segnungen erfolgreich befreite und diese Freiheit, die auch die Freiheit ist, sich gewählt und unprätentiös auszudrücken, öffentlich zur Schau stellte": Deus ex FAZ – Don Alphonso wird abgeschaltet (Unbesorgt, 7. März)

"Als Gründe sehen die Forscher einen geringeren sozioökonomischen Status, geringere gesellschaftliche Teilhabechancen": Schleswig-Holstein – Studie sieht deutlich mehr Kriminalität durch Zuwanderer (Welt, 7. März)

"Die türkisch-islamische Religionsgemeinschaft Ditib ist Partner des Landes Hessen beim islamischen Religionsunterricht": Fragwürdiger Einfluss der türkischen Regierung – Ditib-Moscheen in Hessen verbreiten Kriegspropaganda (Hessischer Rundfunk, 7. März)

Linguistisch enthält die Anregung zur Umformulierung einen Logikfehler – das von "Schwester" abgeleitete Wort "Geschwisterstämme" anstelle von "Bruderstämme" (die Variante "Gebrüder" kennt man mittlerweile nur noch aus Firmennamen): Nach Diskussion um die deutsche Nationalhymne – Nürnberger Frauenbeauftragte fordert: Textet jetzt die Bayern-Hymne um (Merkur, 7. März)

Im Umkehrschluss bedeutet das Zitat, dass die soziale Kontrolle verloren gegangen ist, aber als ein wesentliches Argument wird abschließend im Text genannt, dass der politische Gegner kein politisches Kapital aus diesem Umstand schlagen solle: Berlins Innensenator – „Es geht darum, die soziale Kontrolle zurückzugewinnen“ (Welt, 7. März)

Noch zwei Nachläufer zum Artikel über die Tafeln: Jörg Sartor – Der ideale Sozialdemokrat (Mariam Lau bei der Zeit) und Eigeninteressen der Funktionäre – Wohlfahrtsverbände zur Essener Tafel: Was gut ist, bestimmen wir! (Alexander Wallasch bei Tichys Einblick), beide vom 7. März.

"Wegen Drohungen nach dem tödlichen Schuss auf ein mutmaßliches Mitglied einer arabischen Großfamilie bekommt ein Neubrandenburger Beamter Schutz von seinen Kollegen": Einbrecher getötet – Polizist wird nach Todes-Drohungen beschützt (Nordkurier, 6. März)

Dazu passt: "[Die Clans] haben mittlerweile diverse einfache wie perfide Strategien entwickelt, Ermittlungen zu torpedieren oder sich an allzu eifrigen Polizisten zu rächen", siehe Agieren in Parallelgesellschaften – Sex-Gerüchte und Droh-Videos: Wie sich kriminelle Clans an der Polizei rächen (Focus, 6. März)

"Sicher ist: Seine Sicht der Dinge, die er von Tegernsee aus auf Deutschland und die Welt wirft, trifft sicherlich in anderen Landesteilen wie Berlin nur begrenzt auf Zustimmung." Neuausrichtung in Frankfurt – "FAZ" trennt sich von Don Alphonso (Tagesspiegel, 6. März)

"Wenn man jedes Wort misstrauisch daraufhin prüfen muss, ob ein Idiot ihm einen unguten Sinn geben könnte, dann kann man nur sagen: „Du lieber Gott!“, was man sich gegenüber einem Atheisten vermutlich ebenfalls verkneifen müsste." Kommentar : Die Mohren-Apotheke gehört zu Frankfurt (FAZ, 4. März)

"Von demokratisch gewählten Muslimbrüdern geht eine grössere Gefahr für die Freiheit des Einzelnen aus als von säkularen Diktaturen, die jenseits der Machtfrage Individuen Wirtschafts- und Bewegungsfreiheiten lassen und sich auch funktionalem Denken nicht verschliessen": Gastkommentar – Der Universalismus macht den Westen blind für die Gefahren des Kulturalismus (NZZ, 3. März)

Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, hat auf Facebook diesen älteren Beitrag geteilt, weil er zu einem aktuellen Social-Media-Beitrag einer großkoalitionären Partei gepasst hat: Gedanken zur Burka-Debatte (Ruhrbarone, 27. August 2016)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.