Medien- und Presseschau zum Ende der Woche

Beinahe 40 Artikel sind schon eine Herausforderung. Allerdings sind hier für nahezu jeden Geschmack ein paar Perlen dabei — sogar für C64-Nostalgiker.

Es ist ein ambitioniertes Ansinnen, neben der demographischen Schwäche auch einen zukünftigen Fachkräftemangel zu beheben und die Rente zu retten, aber Mut wird ja hin und wieder belohnt: Schule und Integration – Jugendliche auf dem Stand von Erstklässlern (FAZ+, 2. Februar)

Wofür braucht es konkrete Belege, wenn es einen Presseaussand der Sozialistischen Jugend Steiermark gibt: Offener Brief der Montanuniversität Leoben an die akademische Burschenschaft Leder (OTS, 2. Februar)

Es muss "will" statt "muss" heißen, da sie wohl aus ungestillter Lust auf noch mehr Kuchen bewusst zu "Wasser und Brot" wechselt: Kiel – Nach Tortenwurf auf AfD-Frau von Storch muss 22-Jährige ins Gefängnis (Huffington Post, 2. Februar)

#FEDIDWGUGL: Zahlen für 2017 – Fast 100 Übergriffe auf Christen in Deutschland (FAZ, 2. Februar)

Ob es auch soweit gekommen wäre, wenn der Wagen über automatische Bremssysteme verfügt hätte? Prozess in Düsseldorf – Mädchen [5] angefahren: Vater und Opa nach Attacke auf Unfallzeugin vor Gericht (Focus, 2. Februar)

Nach 12 Jahren Studium strebt ein ex-Parlamentarier seinen Bachelor an: Das vorläufige Ende meiner politischen Karriere (christopherlauer.de, 2. Februar)

Hausrecht ist Hausrecht, auch wenn der private Anbieter von manchen als digitale Agora verstanden wird: Porno-Alarm – Facebooks Sittenwächter sperrten Mühlviertler Plattensammler (Oberöstereichische Nachrichten, 2. Februar)

Die selektive Auswahl des Arbeitsplatzes – z.B. Geschwindigkeitskontrolle im Villenviertel statt "Hot Spot" Bahnhof – soll Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit haben: Einsatz in Gelsenkirchen gerät außer Kontrolle – Rund 50 aufgebrachte Jugendliche bedrängen Polizisten (Focus, 2. Februar)

Journalismus mit (Zeit- und Geldressourcen) schreibt ausgehend von solchen Artikeln einen in die Tiefe gehenden Beitrag, der z.B. der Frage nachgeht, welche Perspektive die Fachkräfte haben, die noch nicht so lange hier leben (und zu Teilen auch noch nicht in Lohn und Brot stehen) und/oder noch kommen werden: Jeder Zehnte bald arbeitslos – Digitalisierung zerstört 3,4 Millionen Stellen (FAZ, 2. Februar)

Aus dem System, in dem ca. 4.000 Beamte ein höheres Jahreseinkommen haben als die politische Nr. 3 des Landes, kommt ein ganz pragmatischer Vorschlag, wie die Haushalte der 511,8 Mio. Bürger pro Jahr rund 600 Mio. EUR einsparen können: Strategie der EU-Kommission – Liebe Europäer, trinkt mehr Leitungswasser! (Spiegel, 1. Februar)

Nostalgie muss nicht teuer sein: Retro-Computer: C64 Mini erscheint mit 64 Spielen am 29. März für 80 Euro (Heise, 1. Februar)

Wenn die Aufdecker bei der Beendigung der Causa nicht dabei sein dürfen, gibt es halt einen Kommentar: Als Whistleblower zu Maulwürfen wurden (Die Presse, 1. Februar)

Die Sparkasse reagiert da ganz anders, die Begründung könnte überraschen: Kein Konto für Kreisverband – Erdinger Bank weist AfD ab - und erntet Shitstorm im Internet (Merkur, 1. Februar)

Zu diesem Artikel gehört, zumindest auf Twitter, auch der Hashtag #AchteMalDrauf: Verschleiertes Model bei Katjes. Jes or no? (Emma, 1. Februar)

Wenn direkt im ersten Satz "vier Menschen durch Schüsse lebensgefährlich verletzt" steht, ist so eine Überschrift wohl "euphemistisch": Verletzte bei Auseinandersetzungen zwischen Migranten in Calais (Die Presse, 1. Februar)

Solange es in dem Text noch "Vaterlandsliebe" heißt, ist die Arbeit nicht abgeschlossen: „O Canada“ – Kanadische Hymne wird genderneutral (FAZ, 1. Februar)

Failed State Berlin? Berliner Polizei bettelt um Waffen bei der Bundeswehr (Tag24, 1. Februar)

Die Volkspartei dieser Stadt scheint notorisch auffällig zu sein, schließlich kommt von dort auch der parteiwechselnde Gewerkschafter, der nicht mehr bei der AWO mitmachen darf: Steigende Zuwanderung – Essener SPD-Politiker kritisiert „Migranten-Milieus“: Gegenwind aus eigener Partei (Focus, 31. Januar) Schon zwei Tage zuvor warf der Beitrag Migration – Essens SPD-Vize warnt vor Integrationsproblem in Altenessen (WAZ, 27. Januar) die Frage auf, wie Integration funktionieren könne.

Und wieder ist die Welt ein Stück besser geworden: Formel 1 – Die Grid Girls müssen von der Strecke (FAZ, 31. Januar)

Augen auf bei der Berufswahl: Vertrauliches Dokument – Islamisten bedrohen Bundespolizisten vor eigener Wohnung, Hund rettet ihn (Focus, 30. Januar)

"Endlich" sagen die einen, wenig zitierbares die anderen: Homerun für Kultur der Vielfalt — Indians schaffen bekanntes Logo ab (NTV, 30. Jan.)

Verantwortlich sind möglicherweise Menschen, die andere Interessen verfolgten, als der Betreiber: Berlin-Neukölln — Hasenheide: Wer schlachtete das Schaf aus dem Streichelzoo? (Berliner Zeitung, 29. Jan.)

Chirurgen gegen Chiropraktiker? Massenschlägerei in Heidelberg — Familien gehen vor Klinik mit Schlagstöcken aufeinander los (Welt, 29. Jan.)

Möglicherweise legt der ministeriale Witz den Finger in eine Wunde: Minister witzelt – „Manch Flüchtling in ’nem Jugendheim, könnt fast eher Rentner sein“ (FAZ, 29. Januar)

Ein kleines Beispiel, wie "Überwindung der Kleinstaaterei" und "europäische Lösung" andernorts verstanden werden: Frankreichs Präsident – Emmanuel Macron hat den Anspruch, Europa zu führen (Welt, 28. Januar)

Neben den ganzen schlimmen Geschichten, gibt es trotzdem immer wieder auch schöne (auch wenn die über 1.300 Kommentare geteilter Meinung sind): Bayern — Eine neue deutsche Kleinfamilie (Zeit, 28. Jan.)

Der Autor zitiert, es kann aber nicht schaden, den ganzen Text der Zitierten selbst zu lesen: Ausgerechnet: Die grüne Kompetenz von Annalena Baerbock (Unbesorgt, 27. Jan.)

Die Regierung stimmte pro, die Opposition enthielt sich: Beschluss im Landtag – Rasseliste für Hunde ist Geschichte (MDR, 26. Januar)

Mit großer Reichweite kommt große Verantwortung: Ganz ehrlich, Disney: Wieso macht ihr immer wieder rassistische Fehler? - Ein Kommentar (Chip, 25. Jan.)

Vorsicht Spoiler: "Aufgrund fehlender Haftgründe wurde der Mann entlassen": Ausraster in Köln — Mann [19] bespuckt „Douglas“-Mitarbeiter und zerlegt den Laden (Express, 25. Jan.)

Eine Frage der Ehre? Bluttat in Schule in Lünen — Stach der 15-Jährige zu, weil der Mitschüler seine Mutter "provozierend" anschaute? (Focus, 23. Jan.)

Die einen nennen es "pragmatisch", die anderen haben Bezeichnungen, die justiziabel sein können: Ingrid Steeger zu Vergewaltigungen — „Augen zu und durch, es geht meistens schnell.“ (Mitteldeutsche Zeitung, 23. Januar)

Wer sich Welt+ nicht leisten kann oder will, findet immer ein Medium, dass die Inhalte "für lau" zusammenfasst: „Welt“-Autoren entlarven Vernebelungsstrategie der Groko-Sondierer bei der Zuwanderung — Bundespolizei: Bevölkerung wird für dumm verkauft (PI News, 21. Jan.)

Was haben wir da gelacht: Kika-Protagonist auf Facebook — „Das war als Scherz gemeint“ (Welt, 16. Jan.)

Wer nur die Überschrift liest, beraubt sich der Begründung: Gesetzliche Krankenkassen — Zuwanderer führen „zu einem doppelten Entlastungseffekt“ (Welt, 16. Jan.)

Optimismus sieht anders aus: KiKA und Kandel (Sezession, 12. Jan.)

Sehr beleglastig: Lebenstraum im Westen (AlexanderMarkovics.at, 11. Januar)

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.