Diskussionskultur und Meinungskorridore

Ergänzend zu dem Blogartikel "Die systematische Verengung des Meinungskorridors" vom 22. März noch zwei Zitate, die sich ebenfalls mit diesem Thema auseinandersetzen.

Der Chefredaktor der NZZ liefert einen anderen Blick zu Tellkamp, Spahn und AfD:

"Die demokratische Diskussionskultur weicht zunehmend archaischem Stammesdenken: Wer zur anderen Seite gehört, hat grundsätzlich unrecht."
Kommentar – «Der andere Blick»: Deutschland versammelt sich am ideologischen Lagerfeuer (NZZ, 23. März)

Auch in der Tagespost gibt es von einem Professor der FU Brüssel eine "wahre Philippika" gegen herrschende Meinungskorridore:

"Besagte Universität ist dabei kein Einzelfall, um ein überstrapaziertes Wort zu bemühen, sondern symptomatisch für eine westeuropäische Gesellschaft, deren herrschende Elite überzeugt davon ist, die „Wahrheit“, und zwar im weitest denkbaren Sinne, erkannt zu haben. Was von der Demokratie noch übrig ist, dient dementsprechend nicht mehr der Grundsatzdiskussion, sondern vielmehr der Durchsetzung dieser „Wahrheit“. Wer sich ihr widersetzt, wird gleichzeitig zum Feind der Zivilisation an sich, so dass seine rücksichtslose Niederringung unter dem meist ebenso unzutreffenden wie anachronistischen Schlagwort des „Kampfes gegen rechts“ (wieso nicht „links“?) zur ersten Bürgerpflicht wird."
Verhärtete Fronten (Die Tagespost, 27. März)