Meldungen quer durch alle Beete

Kress berichtet am 13. Juni von einem Zeit-Redakteur, dessen Wanderung sein Berufsbild veränderte.

"Deutsche Sparer sollen Enteignung hinnehmen", betitelt die Welt alarmistisch einen Artikel. Dabei geht es aber nicht um eine überfallartige Enteignung, sondern um die die Forderung des Internationalen Währungsfonds, eine höhere Inflationsrate über einen längeren parallel mit Nullzinsen – zu denen es bekanntlich Gegenmaßnahmen wie Konsum, Aktien, Immobilien, oder risikoreichere Anlageklassen gibt – laufen zu lassen.

"It is part of a wrenching Catch-22: Any effort to lessen the migrant crisis can backfire as smuggling networks devise even more dangerous strategies in response", schreibt die NY Times am 14. Juni in ihrem Artikel Efforts to Rescue Migrants Caused Deadly, Unexpected Consequences.

Imad Karim, schon hier im Blog in der Tabelle gegen die Filterblase und den Echoraum verlinkt, bezeichnet sich selbst auf Facebook als "streitbar" statt "umstritten", der Kurier aus Österreich sieht das anders und bezeichnet den deutsch-libanesischen Regisseur im Vorspann zum Interview "Wir befinden uns mitten in der islamischen Inquisitions­zeit" als einen "der umstrittensten Islam-Kritiker".

In seiner wöchentlichen Spiegel-Kolumne verknüpft Jan Fleischhauer am 15. Juni den früheren Bundeskanzler und noch früheren Wehrmachtsoffizier Helmut Schmidt mit einem aktuellen Offizier, der den Mund aufmache, "wenn andere lieber schweigend zu Boden starren" und der das sei, "was man einen guten Soldaten" nenne. Doch während altes Schmidts Wehrmachtsbild mit der Ergänzung, er sei "bereits als junger Reserveoffizier durch kritische Bemerkungen aufgefallen" wieder aufgehängt wurde, liegt gegen den anderen bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige seiner Vorgesetzten vor.

In seinem Meinungsbeitrag "Wir islamisieren uns schleichend" für die Welt fasst Rainer Haubrich "ersten Anzeichen" zusammen, wie aus seiner Sicht die "essenziellen Werte und Normen der Mehrheitsgesellschaft – manchmal kaum merklich – aufgeweicht oder verändert werden".

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht dagegen muslimische Zuwanderer als Chance für Deutschland, wie Welt am 24. Mai mit Verweis auf den Deutschlandfunk schreibt. "Christen und auch alle anderen Menschen in der Bundesrepublik könnten von ihnen lernen. Im Islam würden viele menschliche Werte wie Gastfreundschaft und Toleranz sehr stark verwirklicht", schreibt die Welt.

Die FAZ fragt sich am 19. Juni, "wie viel NSDAP in der AfD" stecke.

N-TV schreibt am 19. Juni, Macron habe einen "Wahlsieg mit bitterer Pille" errungen, die Nachdenkseiten denken am gleichen Tag über den Umfang des Mandats nach.

Das Kind durfte nicht in die Moschee, jetzt müssen die Eltern vor Gericht, so die SHZ am 18. Juni.

In Schwedens Bahn testen sie jetzt Implantate als Ticket, berichtet der BR am 16. Juni.

Neben der #NichtMitUns-Demo in Köln (siehe hier im Blog) fanden am gleichen Tag auch zwei Demos in Berlin statt. Der RBB berichtet am 17. Juni sachlich neutral, dass die Kundgebung der "Identitären" an einer Straßenblockade scheiterte, während die Berliner Zeitung 19 Polizisten verletzt – 112 Festnahmen rund um „Identitären“- und Kurden-Demo in Berlin titelt – sachlich nicht ganz falsch, aber eben auch missverständlich, da im Text die Zuteilung der Zahlen nur auf eine der Demonstrationen erfolgt.

Es sei "ein 'Shit' zu viel" gewesen, weshalb CNN-Moderator Reza Aslan seinen Job verloren habe, schreibt Tamara Wernli am 15. Juni in ihrer BAZ-Kolumne, die sich u.a. mit Donald Trump, Meinungsfreiheit und Hatespeech beschäftigt.

Die Krone berichtet aus Österreich, dass über "Sex-Verbrechen" von der Exekutive "ein Mantel des Schweigens" gelegt werde und diese "nur durch Zufall oder besonders hartnäckige Recherche der Öffentlichkeit bekannt" würden. Vergleichbares behauptet Tag24, das Portal der Morgenpost aus Sachsen am 19. Juni aus Detmold.

Beate Klarsfeld schlug einstmals einen amtierenden Bundeskanzler. 49 Jahre und u.a. ein Bundesverdienstkreuz später fasst die Zeit am 13. Juni für Spätgeborene noch einmal alles zusammen.

Die NOZ erläutert am 16. Juni, warum "Maßarbeit", die kommunale Arbeitsvermittlung des Landkreises Osnabrück, einem Flüchtling das Taxi zur Arbeit zahlt. Dabei fragt einer der Kommentatoren, "wieso wird hier von Einzelfällen so berichtet", und ein anderer antwortet "Damit eine bestimmte Klientel wieder ein Thema hat, um sich aufzuregen." Der geringe Umfang und die Tonalität der Kommentare lassen aber auf eine Fehleinschätzung schließen.

Schon ein wenig älter, von Oktober 2015, was die Daily Mail da schreibt: der aktuelle Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz (SPD), soll in seiner Zeit als Präsident des Europäischen Parlaments zwei Limousinen und 35 Mitarbeiter gehabt haben. Über seinen Nachfolger als Parlamentspräsident Antonio Tajani (Italien, Forza Italia) hat die Daily Mail einen vergleichbaren Bericht bislang nicht veröffentlicht.

Der WDR schaut sich am 18. Juni Sicherheitsdienste an und stellt fest, dass es ein System mit Subunternehmen gibt, die Umdeklaration von Security-Leuten als "Servicekräfte" möglich ist und manchmal auch so kurzfristig Personal gebraucht wird, dass eine Überprüfung nicht stattfinden kann. Daraus folgt die Frage: Gibt es Sicherheitslücken bei Security-Diensten?

Von Juli 2016, jetzt zufällig wieder in der Timeline aufgetaucht: "Facebook ist das neue Fernsehen - und macht uns zu Analphabeten" von der SZ. Wer sich berufen fühlt, mag den Artikel vielleicht lesen und dann mit den eigenen, aktuellen Nutzungserfahrungen abgleichen.