"natürlich eine kulturrassistische Äußerung"

In einem 2008 veröffentlichten Buch hat der Kanzler, der jüngeren Generationen vor allem durch seinen Zigarettenkonsum bekannt ist, eine Äußerung publiziert, die kaum zum heutigen Zeitgeist passt:

"Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf."
Helmut Schmidt: Außer Dienst – Eine Bilanz , Siedler-Verlag, 2008, S. 236. (für weitere Zitate siehe u.a. "harrold" am 27. August 2010 im Spiegel.de-Forum.

Doch so griffig ohne Kontext präsentierte Zitate sind, kann entweder ein Kontext nicht schaden oder eine Interpretation. Ob das nachfolgende Zitat nur das eine oder das andere oder beides gleichzeitig ist, liegt im Auge des Betrachters:

"Ja, das ist natürlich eine kulturrassistische Äußerung, die muss man mal sehr klar als eine solche bezeichnen. Es geht ja nicht um "die Muslime", es geht nicht um die kulturellen Probleme. Es ging bei diesem Zusammenhang darum, dass hier ein im Grunde genommen wirtschaftliches Problem im Hintergrund stand, an dessen Ende dann hinterher Ausländerfeindlichkeit stand."
Klaus Bade, war Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, im Interview mit dem Deutschlandfunk: "Das ganze Theater ist unverständlich" (3. August 2013)