Nele Pollatscheks Gedanken gegen das „Gendern“

In Deutschland ist es mittlerweile Usus, in Stellenausschreibungen „m/w/d“ oder „m/w/x“ zu schreiben. In Texten oder in der gesprochenen Rede wird vielfach das sogenannte „dritte Geschlecht“ ausgelassen, so dass nur Männer und Frauen benannt sind.

Der weibliche Schriftsteller Nele Pollatschek bringt am 30. August für den Tagesspiegel einige Gedanken gegen das „Gendern“ in Textform. Dabei weist Pollatschek faktisch jede übliche Kritik am „Gendern“ zurück und erklärt lediglich ein Argument für gültig: Das antisexistisch gemeinte „Gendern“ selbst sei sexistisch. Als Begründung führt sie an, dass alle anderen Kategorien (z.B. Glaube, Hautfarbe, Herkunft) nur genannt würden, wenn es relevant sei, während das Geschlecht „immer mitgesagt werden“ müsse. Als positives Gegenbeispiel führt sie Großbritannien an, wo der Guardian, „die englische Zeitung der feministischen Linken“ beschlossen haben, „nur noch das Wort 'Actor' zuzulassen und 'Actress' zu streichen“.

Während im Deutschen also „permanent“ Geschlechterunterschiede benannt würden, hätten sich die Briten, „mit typisch britischer Pragmatik, die Form gewählt, die ihre Sprache sowieso als generisch hergibt“, um das „Anzeigen von Geschlechtlichkeit so weit wie möglich zu vermeiden“.

Wer den kompletten Gedankengang verfolgen will, in dem u.a. der ehemalige President of the United States of America Barrack Obama, der verstorbene britische Prime Minister Margaret Thatcher und Frau Bundeskanzler Angela Merkel vorkommen, folge dem obigen Link.

Update 15. November
Der Artikel zieht auch Monate nach seiner Veröffentlichung gelegentliche Kommentare an, knapp 150 sind es aktuell. So fragte am 8. November jemand: „Gab es Dialoge in Fernsehkrimis mit der Frage "wer war die Mörderin oder der Mörder"?“