Offizielle und tatsächliche Übersetzung

Für die Welt hat der mittlerweile eher kurzhaarige ehemalige TAZ-Kolumnist Denis Yücel (der u.a. mit diesem 2011er-Beitrag in der Kolumne „Geburtenschwund“ für Erregung sorgte) am 4. November aufbereitet, dass und wie der türkische Staatspräsident die beiden „Helden von Wien“ „für seine Propaganda“ nutzt. In einem auf deutsch untertitelten Video (auf Welt einsehbar) sagt beispielsweise einer der beiden Männer aus Wien (der Recep Tayyip nach dem Präsidenten heißt):

„Wenn ich hoffentlich in die Türkei komme, möchte ich Sie gerne besuchen.“

Der von Yücel zitierte Wortlaut indes lautet:

„Mein Staatspräsident, ich würde gerne, wenn ich in die Türkei komme, würde ich gerne, wenn Allah das will und Sie das gestatten, zu Ihnen kommen und Ihre Hand küssen“.

Weiter im Text schreibt Yücel zudem, dass in den sogenannten sozialen Medien Screenshots von „früheren Äußerungen auf Facebook oder Instagram“ kursieren, die die beiden Männer „als glühende türkische Nationalisten, womöglich gar als Anhänger der rechtsextremistischen Grauen Wölfe zeigen“.

Ansonsten findet er eine „drastische Analogie“, um Taten im Kontext zu bewerten: Es sei „ein Glück, dass die Bauernjungen aus Kansas, die 1944 in der Normandie landeten, und die Fabrikarbeiter aus Leningrad, die 1945 Auschwitz befreiten“ keine Social Media genutzt hätten – andernfalls ließen sich deren „persönlicher Einsatz und ihre Verdienste für die Menschheit“ kritischer beurteilen, wenn auch deren Meinungen „sagen wir, über Rassentrennung oder Stalin“ bekannt wären.