"Palmer des Tages", Geldsystem und Flüchtlingspaten in Hessen

Drei Gedanken über Boris Palmer und Literatur in Bestsellerlisten, das Geldsystem in verschiedenen System sowie dem hessischen Umgang mit Flüchtlingspaten.

Palmer des Tages

Boris Palmer, Parteimitglied von Bündnis 90 / Die Grünen und Oberbürgermeister Tübingens, ist ein Freund klarer Worte – weshalb er in den Medien und auch den Social Media viel Resonanz erzeugt – so viel, dass in manchen Gruppen (sowohl mit guter wie schlechter Konnotation) gerne der "Palmer des Tages" geteilt wird. Dies ist so ein Fall:

Screenshot von Boris Palmers Facebook-Seite

Aus dem Screenshot ergeben sich zwei interessanten Randnotiz: Er teilt PI-News (hier nicht verlinkt) und der Umgang mit Thorsten Schultes Buch „Kontrollverlust“ ruft bislang weniger mediale Reaktionen hervor als der Umgang mit "Finis Germania" (siehe dazu hier im Blog Streisand- oder Speit-Effekt sowie Weiter [k]ein Thema).

Gedanken zum Geldsystem

Auf eigentümlich frei schreibt Lukas Abelmann einen offenen Brief an die Deutschrap-Szene: "Hört auf Kollegah, beschäftigt euch mit dem Geldsystem".

Mit einem völlig anderen Ansatz beschäftigt sich dieser Tweet von Mai 2015, der kurz danach durch den Stream lief:

Screenshot von Twitter

Geteilt wurde dieser Tweet von einem Vertreter aus der libertären Ecke, der jenes Statement sarkastisch kommentierte, dass es sich in den entsprechenden Ländern mindestens so gut zu leben lasse, wie im Sozialismus. In den Kommentaren unter dem Post wurde u.a. darauf hingewiesen, welche fünf Prinzipien der Shari’a islamische Bankgeschäfte erfüllen müssen (Wikipedia), was "Takaful" ist (Investopedia), und dass neben dem vermeintlich positiven Effekt verschwindender Zinsen gegebenenfalls negative Effekte auftreten könnten, z.B. wer als einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen könne und wer nicht.

Ansonsten gehört zum Thema "Geldsystem" auch dieser Beitrag aus der FAZ vom 5. Oktober, der sich als Artikel über digitales Bezahlen und das Verschwinden von Bargeld in Schwellenländern tarnt, in Wahrheit aber die redaktionelle Zusammenfassung einer gemeinsamen Studie von Swift, dem internationalen Zahlungsverkehrssystem der Banken, und der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) ist. Bei einer echten redaktionellen Herangehensweise wären neben den regulatorischen Kosten (die aus Sicht der Studienersteller eher schlecht sind) auch die operativen Kosten des bargeldlosen Zahlens ein Thema gewesen: Betrieb und Instandhaltung der technischen Systeme, Versicherungen für Ausfälle, Bereitstellung von Ersatzmaßnahmen für eine größeren Systemausfall...

Das Land Hessen und seine Flüchtlingspaten

Wie die FAZ am 5. Oktober berichtet, ist das Urteil im Streit um die Laufzeit von Bürgschaften hilfsbereiter Hessen für Flüchtlinge aufgrund von Formalien erst einmal gescheitert.

Diesbezüglich vier Anmerkungen:

  1. Den Bürgen darf man würgen – alte juristische Weisheit.
  2. Drum prüfe, wer sich rechtlich bindet.
  3. Fällt eines Tages in dieser Causa ein Urteil pro Bürge, trägt die Gemeinschaft der Steuerzahler die Kosten.
  4. Dann hätte der Bürge zwei Siege erzielt: einen frühen moralischen, weil er zur rechten Zeit seine Mitmenschlichkeit gezeigt hat; einen späten kontoschonenden, weil er den Konsequenzen der Punkte 1 und 2 entgeht.