Presseschau Dezember 2019

Man merkt dieser Presseschau an, dass zum Jahresabschluss möglicherweise andere Themen im Vordergrund stehen, als „lesenswerte“ Artikel (wie auch immer das definiert ist) zu finden. Diese kleine Auswahl dreht sich u.a. um Maßnahmen gegen Gold, Fußball, die Volksrepublik und einen „schweren Angriff auf die Grundrechte“.

30. Dezember

Trotz der Maßnahmen des Gesetzgebers gegen anonymes Geld (siehe weiter unten die aktuelle Meldung zum Goldkauf) kommt seitens der Bundesbank eine Studie, die Bargeld nicht per se schlecht redet, wie t3n berichtet.

28. Dezember

Möglicherweise muss der ein oder andere Leser aus dem älteren Teil der Stammleserschaft der Zeit irgendwo nachschlagen, was „ableistisch“ heißt (es geht in diesem Fall um Kollegah), aber vom Grundsatz ist die Darstellung der deutschsprachigen Gangsterrap-Szene sicherlich ein guter Einstieg für Außenstehende.

25. Dezember

Die neue „Arrowverse“-Serie „Batwoman“ sei angesichts einer „stolze(n) und queere(n) Heldin“ eine „ Freude fürs genderpolitisch bewegte Herz und eine Beleidigung fürs unterhaltungsbegeisterte Hirn“, schreibt Wolfgang Höbel für den Der Spiegel. Die Kunden von Amazon Prime sehen das ähnlich und urteilen zu 30% mit 5 Sternen und zu über 40% mit einem Stern.

Wenn 2017 lediglich 64 von über 59.000 „Verdachtsfällen“ bei der Geldwäsche auf Gold entfallen, ist es möglicherweise ein Zeichen für „Financial Repression“, den anonymen Goldkauf von 10.000 auf 2.000 EUR zu senken, wie die Welt aufgrund eines Tweets mit einer langen Schlange noch einmal meldet.

24. Dezember

Angesichts einer Volksrepublik, die „zunehmend selbstbewusst und zum Teil offen aggressiv“ auftrete, so das Bundesamt für Verfassungsschutz in einem Papier, aus dem das Handelsblatt zitiert, solle vor einer Chinareise ein „Wegwerfhandy“ besorgt und anschließend entsorgt werden.

21. Dezember

Wenn der Der Westen schon in die Überschrift „Mega-Betrug!“ mit Ausrufezeichen setzt, müssen die von „kriminellen Clans“ beim Kindergeld erwirtschafteten Beträge immens sein – oder das Online-Portal der Funke-Mediengruppe meint zu meinen statt zu berichten.

Der Autor von heise ist nicht besonders glücklich mit dem abschließenden Teil der dritten Trilogie aus dem „Star Wars“-Universum.

20. Dezember

Gabor Steingart vom Handelbslatt schreibt eine Gastkolumne für den Focus. In der geht es um die Volksrepublik China und deren Verhalten gegenüber Südkorea, was der Bundesrepublik als warnendes Beispiel dienen soll.

19. Dezember

Die einen sitzen am Steuer, die anderen wollen das in bestimmten Fällen durch eine Steuer verteuern, wie die SZ aus Frankreich berichtet: Dort soll eine „Bonus-Malus-Regelung“ für KFZ kommen.

Den „Schlagabtausch mit gegenseitigen Vorwürfen“ zwischen Hans-Georg Maaßen und Markus Lanz als Gastgeber der nach ihm benannten Talkshow dokumentiert Welt-Redakteur Marcel Reich. Spoiler: Es geht um Maaßens „Aus als Chef des Verfassungsschutzes. Und die Migration seit 2015.“

18. Dezember

Der hier gelegentliche thematisierte Fußballspieler Mesut Özil (siehe hier die interne Suche) ist aktuell wieder ein Medienthema, konkret seine Streichung aus dem Fuballspiel „PES“, worüber u.a. Onefootball berichtet. Aufhänger ist die auf türkisch auf Twitter verbreitete Äußerung zu internen Vorgängen in der Volksrepublik China, die dort auf wenig Gegenliebe stoßen.

Die Opposition sieht einen „schweren Angriff auf die Grundrechte“, die große Koalition „verteidigt Plan zur Passwort-Herausgabe als maßvoll“, wie Heise schon in der Überschrift zeigt.

Wie die dpa (hier veröffentlicht via T-Online.de) in dem Beitrag „Angela Merkel verteidigt ihre Flüchtlingspolitik“ schreibt, erntet Frau Bundeskanzler Angela Merkel für eine weitreichende Entscheidung in der zweiten Jahreshälfte 2015 „auch Jahre später noch Kritik“. Aktueller Aufhänger ist die indirekt wiedergebene Frage von Gottfried Curio MdB, ob sie „eine persönliche Mitverantwortung für eine Zahl von mehr als 800.000 aufgeklärten Zuwandererstraftaten zwischen 2014 und 2018 anerkenne, die aus seiner Sicht durch Grenzsicherung hätten verhindert werden können“. Aufhänger für diese Frage wiederum dürfte die jüngste Ausgabe der PKS sein.

In einem Service-Beitrag für die Wirtschaftswoche schreibt der Autor, Moderator und Kolumnist Marcus Werner über den „Restposten-Psychotrick“ von Fluggesellschaften, die sich mit No-Frills-Angeboten an die Spitze von Vergleichsportalen setzen, um später an ihr Geld zu kommen.

Die Zeit-Kolumnistin Mely Kiyak geht in ihrer aktuellen Kolumne der Causa des Dresdners Busfahrers nach, der aufgrund eines selbstgebastelten Schildes sprichwörtlich aus dem Verkehr gezogen wurde.

In einem permanent aktualisierten Beitrag schreibt der Merkur über Jens Söring, der in den USA „weiter ein verurteilter Doppelmörder“ ist, in Deutschland „dagegen [...] ein freier Mann“. Sein Twitter-Account wurde übrigens „für ihn eingerichtet und [bis dato] von Dritten betrieben“.

17. Dezember

Weiter unten wird das Thema „AWO Frankfurt“ mit Bezug zum ex-Richter Thomas Fischer noch einmal in einen anderen Kontext gesetzt. Was speziell den Spiegel-Artikel des heutigen Tages angeht: Die „Awo-Prüfer zur Frankfurter Abzockeraffäre“ sind „erschüttert“ über das, was ihnen „bisher an Material vorgelegt“ wurde.

Besitzer eines Premium-Zugangs zu Cicero sind klar im Vorteil, wenn sie konkret wissen wollen, was Chefredakteur Christoph Schwennicke zu einer speziellen Erkenntnis der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik (Migranten seien „zehnmal öfter mordverdächtig“) in seinem „Plädoyer dafür, zu sagen, was ist“ konkret zu sagen hat.

14. Dezember

Mit dem Referentenentwurf für ein Gesetz „zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ gehe Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) „weit über eine Verschärfung des NetzDG hinaus“, wie Stefan Krempel für Heise festhält. Diensteanbieter wie „WhatsApp, Gmail & Co.“ sollen nämlich die Passwörter ihrer Nutzer herausgeben müssen.

10. Dezember

Es atmet irgendwie Sexismus, wenn Julia Meyer für die Zeit über die„Krampus“-Tradition in Österreich berichtet, und dabei konträr zu jedem Ansatz von Gleichstellung und Inklusion schon im Vorspann schreibt, dass junge Männer „mit Reisigbündeln zuschlagen – auch bei Frauen“.

9. Dezember

Ob der Bundesrepublik die Akademiker „davonliefen“, fragt die NZZ auf Basis einer Erhebung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) gemeinsam mit dem Institut für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen. Nach der einen Lesart gehen aufgrund eines Deltas binnen 10 Jahren 500.000 Leistungsträger „verloren“, nach der anderen Lesart wird diesem Delta der Zuzug „hochqualifizierte (nichtdeutscher) Zuwanderer“ entgegengesetzt.

8. Dezember

Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nenne die Polizei „zur Täterbeschreibung und zu den Zeugenaussagen“ keine Details, zitiert der Bayerische Rundfunk einen Polizeisprecher zur „tödlichen Attacke auf einen 49-jährigen Feuerwehrmann in Augsburg“. Dieser war nach dem Besuch des Augsburger Weihnachtsmarktes „bei einem Streit mit einer Gruppe junger Männer angegriffen worden“ und hatte sich bei „dem anschließenden Sturz“ so schwer verletzt, dass er „trotz sofortiger Reanimation noch im Rettungswagen verstarb“.

5. Dezember

Angesichts des Umfangs und der Themenvielfalt, scheint sich bei dem ex-Richter Thomas Fischer einiges angesammelt zu haben, was er in seiner Spiegel-Kolumne „ Strafverfolgung – Wo nicht die Banane, sondern die Republik matschig ist “ verarbeiten muss. Speziell die Vorgänge bei der Frankfurter AWO (zweiter Themenblock nach Rainer Wendt) scheint er aber unterschätzt zu haben, wie am 17. Dezember der Spiegel-Artikel über die „Awo-Prüfer zur Frankfurter Abzockeraffäre“ zeigt, die „erschüttert“ sind über das, was ihnen „bisher an Material vorgelegt“ wurde.

1. Dezember

Auf der einen Seite erhält der Autor für sein Essay über (subjektiv wahrgenommene) mangelnde Vielfalt in den Medien Unterstützung, auf der anderen Seite weisen Kommentatoren darauf hin, dass auch Gesellen ihre Meisterausbildung selbst zahlen und ein dreimonatiges Praktikum bei den Vereinten Nationen im vergleichsweise teuren New York auch nicht vergütet werde.

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.