Presseschau Januar 2021

Die Presseschau könnte umfangreicher sein und deutlich detaillierter auf Vorgänge in den USA eingehen. Stattdessen gilt das Motto „klein, aber...“

24. Januar

Was Eltern vielfach früh ahnten, wird nach einem Jahr beim Deutschlandfunk von einem Neurobiologen bestätigt: zur Bekämpfung von Corona gedachte Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen führen zur Unterdrückung von Bedürfnissen und verändern langfristig das Gehirn von Kindern.

Der Ulmer Gastprofessor für Geschlechterforschung, Yves Jeanrenaud ist daon überzeugt, dass „klischeehafte Rollenbilder wie die des Nerds“ junge Frauen davon abhielten, selbst ein Informatikstudium anzustreben (Golem).

23. Januar

Eine Mietensteuer als „Lastenausgleich“ in der Corona-Krise solle her, erläutert Claus Michelsen in einem SpOn-Gastbeitrag darüber, „warum Immobilieneigentümer für die Krise zahlen sollten“.

21. Januar

Eine Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministerium mache „Homeoffice für Bildschirmarbeiter zur Regel“, heißt es bei Golem. Ein verpflichtender Zwang lässt sich indes nicht aus den Worten herauslesen.

19. Januar

In einer freien Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage die Preise – und auch die Bereitschaft der Kunden, Preise für freie Güter zu akzeptieren. Im Fall des Deutschen Fußball Bundes (DFB) war es der Frankfurter Rundschau dessen Generalsekretär 15.000 Euro wert, für die initiale Bearbeitung seines Wikipedia-Artikels an eine Agentur zu überweisen. Für die monatliche Pflege akzeptierte er die aufgerufenen 1.200 Euro.

18. Januar

Die Schweizer NZZ hat sich mit „stark verarbeiteten Lebensmitteln“ beschäftigt und geht der Frage nach, welche Folgen sich aus dem Konsum von „Convencience Food“ ergeben.

17. Januar

Die Lesezeit des heise-Artikels über die Zukunft des stationären Handels liegt bei ca. 5 Minuten. Die Quintessenz verrät der Autor schon im Vorspann: Kulanz lohne sich und sorge für das Überleben des Einzelhandels.

13. Januar

Die weltberühmte Online-Enzyklopädie Wikipedia feiert Geburtstag (ihren 20.) schreibt die SZ, dass diese „Weiß, westlich - und vor allem männlich“, was u.a. mit dem Verhältnis der Biographien („fünf von sechs [...] behandeln Männer“) belegt wird.

12. Januar

Im sechsten Teil der heise-Serie „Nützes Gedöns“ beschreibt anw, wie er/sie von WhatsApp zu Signal migrierte – und welche Wirkung die letzte WhatsApp-Meldung auslöste.

Nina Monecke, augenscheinlich weißhäutige Zeit-Redakteurin im Ressort ze.tt, führt ein Interview mit Frank Spinath, der ebenfalls recht weißhäutig ist, über das Älterwerden und die Frage, ob „wir irgendwann wie unsere Eltern“ werden. Der allererste Kommentar von TheGreyGuy, der das Aufmacherbild von Mutter und junger Tochter „of colour“ knapp, aber ausdrucksstark als „Tolles Titelbild!“ bezeichnet, erhält 17 zustimmende Herzchen. Die erste Replik von Medusenhaupt, die u.a. auf den Mangel an älteren Frauen in Spielbildern eingeht, erhält 23 Herzen.

11. Januar

Während der Microblogging-Dienst Twitter den zum Zeitpunkt der Entscheidung noch amtierenden US-Präsidenten von der Nutzung des eigenen Dienstes mittels Kontosperrung ausschließt, meldet sich die zur nächsten Wahl nicht mehr antretende deutsche Bundeskanzlerin dahingehend zu Wort, das sie, so die FAZ, das „Grundrecht auf Meinungsfreiheit“ betont.

Während in Belgien und Frankreich „die Entscheidung für eine Pflicht zum Homeoffice längst gefallen“ ist (FAZ), wollen die Bündnisgrünen hierzulande wenig einsichtige Arbeitgeber laut Wirtschaftskorrespondent Hendrik Kafsack „zur Not mit Bußgeldern zwingen zu können, die Beschäftigten von daheim aus arbeiten zu lassen“.

10. Januar

In einem taz-Beitrag aus dem „Schwerpunkt Gender und Sexualitäten“ über das „ Familienmodell der Frühgeschichte“ und „archäologische Beschreibungen frühzeitlicher Gemeinschaften“ wird deutlich, dass nach dem Tode kein Selbstbestimmungsrecht über die eigene Zuschreibung herrscht: „In manchem Kriegergrab wurde eine Kriegerin gefunden“.

In Pandemiezeiten offenbare „sich der enorme Ergebnisdruck im deutschen Bildungssystem“, das laut dem Tagesspiegel „auf dem Holzweg“ sei.

7. Januar

Weil das System mit den Wahlmännern „nicht mehr den Standards einer modernen Demokratie“ entspräche, empfiehlt der von Altkanzler Schröder als „lupenreiner Demokrat“ bezeichnete russische Präsident Wladimir Putin den Amerikanern eine „Reform der Demokratie“, so die BZ.

6. Januar

Man solle den „Doktortitel“ abschaffen, heißt es in einem am 8. Januar noch einmal editierten Zeit-Artikel, der in den Kommentaren einiges an Gegenwind erfährt, denn die vorgeschlagenen Alternativen seien nicht minder problematisch – was aber eben nicht im Artikel thematisiert würde.

4. Januar

Datenschützer seien „skeptisch“, schreibt Christian Rath in seinem taz-Artikel über die „einheitliche Personenkennziffer“, die Die Bundesregierung einführen will, um „die digitale Verwaltung zu erleichtern“.

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.