Presseschau Juni 2019

Der sicherlich subjektive und im Regelfall durch Zufall gesteuerte Kurs durch die medialen Veröffentlichungen eines abgelaufenen Monats geht in die das erste Halbjahr abschließende Runde. Es kommen u.a. vor: Donald Trump, Sarah Connor, Carola Rackete und der „Filmcowboy John Wayne“.

30. Juni

Hohe Temperaturen führen zu hohen Besucherzahlen in Schwimm- bzw. Freibädern, was wiederum zu einem „Massenstreit“ von „hunderte(n) Badegäste(n)“ führen kann, was dann wiederum zu einem „großen Polizeieinsatz“ führen kann – so beispielsweise in Düsseldorf, wie auf T-Online nachzulesen ist.

In dem fortlaufend aktualisierten Merkur-Ticker zu Carola Rackete steht unter dem Datum des heutigen Tages, dass die Bündnisgrünen „fassungslos“ seien und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) a) via Twitter seine Unterstützung zum Ausdruck bringt, b) ihm die „harte Gangart der italienischen Behörden“ gegen die Organisation Sea-Watch „augenscheinlich ein Dorn im Auge“ sei und er, ganz im Sinne der Gewaltenteilung, c) die italienische Justiz lediglich auffordert, „die Vorwürfe schnell zu klären“.

Unter der interessanten Überschrift „Demokratie bedroht von der Leyens Karriere“ mutmaßt Thomas Schmoll für N-TV, im Widerspruch zu den Folgen früherer medial thematisierter Vorfälle, dass es schwer vorstellbar sei, dass die Ministerin die Affäre um rechtswidrige Millionenaufträge politisch überstehe und Ministerin bleibe.

29. Juni

Interessantes Zeit-Interview über die „Gefahren von „smarten Geräten“ (in denen beispielsweise ohne Wissen der Anwender Mikofone stecken) – und interessante Nutzerkommentare.

28. Juni

Direkt nach der Veröffentlichung des KStA-Artikels über einen eskalierten Streit zwischen vier Männern in Bergisch Gladbach, bei dem u.a. abgebrochene Flaschen zum Einsatz kamen, ließ sich der Inhalt des Textes noch gegen die Pressemiteilung der Polizei abgleichen. Seitdem der Text im Archiv steckt, benötigt es eine Anmeldung.

Das „Science“-Angebot des ORF beschäftigt sich mit dem (diktierten) 1918er Friedensvertrag von Versailles und zieht eine Linie zum Pariser Klimaabkommen von 2015, das indes jedoch rechtlich nicht verbindlich ist.

Schlechte Nachrichten für Freunde von Globuli, denn die französische Gesundheitsbehörde glaubt nicht darin, wie die FAZ berichtet. Das könne aus Sicht der Tageszeitung auch die Debatte in Deutschland „verschärfen“.

Sogenannten „Whistleblowern“ sei es ans Herz gelegt, sich den heise-Artikel zu den rechtlichen Risiken beim Verrat von Geschäftsgeheimnissen anzuschauen.

24. Juni

Die deutschen Richter, genauer: der Deutsche Richterbund (DRB), finden das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (vulgo NetzDG), das „Gesetz gegen Hass im Netz“, „nachbesserungswürdig“, so Heise.

23. Juni

Über ein in Deutschland selten beleuchtetes und in der breiten Öffentlichkeit nur bedingt bekanntes Thema schreibt Sabine Gruber für den Standard: die Südtiroler Option 1939 und die Folgen für die Familien und die deutschsprachige Minderheit in Italien.

22. Juni

Wie die „Ruhr Nachrichten“ berichten, handelte es sich bei den Busreisenden, die vor den „Prostituierten auf der Linienstraße“ aus ihrem Gefährt ausstiegen, um eine Reisegruppe 8- bis 12-jähriger Kinder aus Herford, die beim Evangelischen Kirchentag ein Konzert geben wollte.

Wie das Hamburger Blatt Der Spiegel berichtet, muss das Land Uruguay den Hakenkreuz-Bronzeadler des deutschen Panzerschiffs „Admiral Graf Spee“ auf dem freien Markt verkaufen – was die Bundesregierung „stets zu verhindern versucht“ hatte.

21. Juni

Der Artikel Der Westen-Artikel über einen Vater, der den Freund der Tochter ins Krankenhaus prügelt, weist gewisse Leerstellen auf – beispielsweise bleiben der Friedhof als Ort des Geschehens und der beschädigte Wagen unspezifiziert und vage.

17. Juni

Auf dem Blog Fisch + Fleisch macht sich Vera Schmidt Gedanken über „Nazisprech gestern und heute“ und zieht eine Linie „vom Volksschädling zum Klimaschädling“.

14. Juni

Um was geht es in einem Tagesschau-Artikel, in dem schon im Titel bzw. Vorspann typische „Trigger“-Wörter wie „Populismus“, „Klimawandel“ und „AfD“ sowie „Grüne“ und „SPD“ vorkommen? Hinweis: Nicht von der Reihung der Schlagwörter beeinflussen (bzw. „framen“) lassen.

Wenn ein blauhaariger Video-Blogger „mit seiner Kritik an der Klimapolitik ein größeres Medienecho erzeugt als 26.000 Wissenschaftler vor ihm“, so Hartmut Gieselmann auf Heise.de in einem c't-Beitrag, sei „etwas faul im System“. Im Titel seines Textes fordert er übrigens, dass „Facebook & Co.“ eine „öffentlich-rechtliche Organisation“ bräuchten.

Berlins „politische Twitter-Königin“ (Heise) Sawsan Chebli, stellt aufgrund der „ständig sichtbare(n) Hetze“ „bis zu 30 Anzeigen pro Woche“.

Bezüglich der Einkommensteuer für Rentner ist sich die Münchner Tageszeitung SZ sicher, dass das neue System „dem alten zu 100 Prozent überlegen“ sei. Die Begründung: Früher wurden „die meisten Ruheständler [...] vom Finanzamt nie belästigt“, der aktuelle Weg hingegen sei „besser fürs Gemeinwohl“.

11. Juni

Wenn bei einer Massenschlägerei rund 80 Menschen zusammen- sowie Stuhlbeine, Holzlatten und Werkzeuge sowie Molotowcocktails zum Einsatz kommen, scheint das Ruhrgebiet punktuell nicht besonders friedlich zu sein.

Der „Filmcowboy John Wayne“ war abseits des Kinos ein „ultrarechter Macho und Rassist“, schreibt Der Spiegel-Autor Dirk Brichzi. Einer der Leser (#5, Eberhard Tölle) verweist auf den lateinischen, hier im Blog zitierten Merksatz „De mortuis nil nisi bene“.

10. Juni

Die Bündnisgrünen beklagten eine „Perversion der Wegwerfgesellschaft“, heißt es in einem auf Heise zugänglichen dpa-Text, in dem die Lösung der nicht mehr ganz so jungen Partei bereits in der Überschrift dargestellt wird: „Grüne wollen Onlinehändlern Vernichtung von Retouren verbieten“.

9. Juni

„Eine konsequente Linie“ führe in China „vom Tiananmen-Massaker zur Netzzensur und digitalen Massenüberwachung“, ist sich Stefan Krempl auf Heise sicher.

8. Juni

Der Fall der wegen der Vergewaltigung einer Investmentbankerin fünf irrtümlich und „trotz zahlreicher offener Fragen“ verurteilten Jugendlichen (vier Afroamerikaner, ein Hispanischstämmiger), die „teilweise ohne Anwalt oder die Gegenwart eines Elternteils“ verhört wurden und auf die der heute amtierende US-Präsident damals ein „Kopfgeld“ ausgesetzt hat, und von dem der Tagesspiegel aufgrund einer gerade angelaufenen Netflix-Serie berichtet, spielte sich in den Nordstaaten ab. Genauer: im Bundesstaat New York, dem vom 1. Januar 1983 bis zum 31. Dezember 1994 Mario Cuomo (Wikipedia) als Gouverneur vorstand.

6. Juni

Die hiesigen Radiosender wollen Sarah Connors Song „Vincent“ nicht spielen, weil sie, so die NZZ, sich an der ersten Textzeile „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt“ störten. Interessant sind indes auch die unter dem Text verlinkten Artikel, die sich mit türkischen Tugendwächtern mit einem selektiven Musikgehör, dem ersten indischen Mainstream-Film, „der die Liebe eines lesbischen Paares positiv thematisiert“, und dem Recht auf Flecken auf einer Weste bzw. der Widerrede auf neuen moralischen Rigorismus beschäftigen.

5. Juni

Ginge es nach den Innenministern, sollten die „Daten aus dem Smart Home und von digitalen Assistenten [...] als Beweismittel vor Gericht einsetzbar“ sein (Heise).

1. Juni

Im Vorfeld des sogenannten „Al-Kuds-Marschs“ in Berlin berichtet die Berliner Zeitung über „die Clans, die Hisbollah und die schmutzigen Geschäfte“.

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.