Presseschau KW 3-2019

Es mag den ein oder anderen überraschen, dass hier auch Artikel auftauchen, die nicht in der abgelaufenen Kalenderwoche veröffentlicht wurden. Aber das passiert halt, wenn ein Browser beim Öffnen eines leeren Tabulators über den Dienst „Pocket“ Artikel älteren Datums anzeigt. Außerdem ist so ein Blog ja nur bedingt der Tagesaktualität unterworfen, oder?

20. Januar

Auch wenn bis heute Menschen behaupten, dass es die Stadt nicht gebe, gibt es von dort ehrliche Nachrichten: Jobcenter Bielefeld gibt erstmals zu – „Das ist unser schwierigstes Klientel“ (und belegt damit mit einem praktischen Beispiel, dass es auch hierzulande Endogamie gibt).

17. Januar

Jonathan Schlues Text #35c3: Wie Facebook Dich auf Deinem Android-Gerät trackt. Auch wenn Du gar keinen Facebook-Account hast. klärt über technische Details auf (das Tracking via SDK) und ist sprachlich auf der Höhe der Zeit („Nutzer:innen“, „Entwickler:innen“), beim zweitgenannten Punkt aber nicht ganz konsequent („Googles Mutterfirma Alphabet“).

16. Januar

Nutzwertjournalismus in der FAZ: Nutzerführung bei Netflix – Ich will doch nur einen Film sehen!

15. Januar

Die Botschaft der Person, um die Martina Kix ihren Artikel Rituale im Alltag: Wer sein Leben verändern will, soll mit dem Bett anfangen aufbaut, sei deshalb so glaubwürdig, da sie „in den USA eine Legende“ sei und „heute in Geschichtsbüchern“ stehe – und zwar als „Oberbefehlshaber der Einheit für Spezialoperationen“, die „Osama bin Laden getötet“ und „Saddam Hussein gefangen genommen“ hat.

Europas Stromnetz stand am Rande des Totalausfalls, denn in der vorhergehenden Woche kam es „im europäischen Stromnetz zu einer Verkettung von Umständen, die fast ein Blackout ausgelöst hätten .“ (Der Standard)

14. Januar

Fundstück von T3n: So viel kostet die Entwicklung einer Website 2019.

Wenn in einem Spiegel-Beitrag wie Dieses Vermögen könnte bekommen, wer auf den täglichen Coffee to go verzichtet eine Passage wie „der erstaunliche Zinseszins-Effekt“ vorkommt, könnte es sich um einen Beitrag aus dem Blog „Young Money – Finanztipps für Einsteiger“ handeln.

13. Januar

In dem Artikel Gehalt – Je mehr gezahlt wird, desto ungerechter zum „Entgelttransparenzgesetz“ schreibt die SZ transparent, wie sich der „Gender Pay Gap“ berechnet: „Lässt man Ausbildung, Berufserfahrung oder Position unberücksichtigt, lag die Lücke 2017 bei 21 Prozent. Die bereinigte Lücke betrug 2014 - dieser Wert wird nur alle vier Jahre erhoben - bei sechs Prozent.“

In Frank Patalongs Text Was wurde aus... der Boss-Taste? – Moorhuhn weg, der Chef kommt! (Spiegel) ist u.a. ein Walk-through von „Leisure Suit Larry in the Land of Lounge Lizards“ eingebaut, in dem 196 von 222 möglichen Punkten erspielt werden.

Nachdem am 10. Januar das Handelsblatt einen Beitrag über „die privilegierte Stellung von Beamten und Freiberuflern in der deutschen Altersversorgung“ veröffentlicht hatte, skizziert die Tagesschau einen anderen Aspekt aus diesem Themenkreis: Renten in Ostdeutschland – Das toxische Erbe der Wiedervereinigung.

12. Januar

Schulz und Gabriel sind fertig mit dem Spitzenduo aus Nahles und Vizekanzler Olaf Scholz.
Ratschläge von (Martin) Schulz und (Sigmar) Gabriek an (Olaf) Scholz und (Andrea) Nahles seien „nur als Schläge zu interpretieren“, kommentiert Mike Szymanski für die SZ im Text SPD – Nahles' Autorität wird systematisch untergraben.

Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt Bildungsforscher Gerd Gigerenzer: "Deutschland wird eine Überwachungsgesellschaft".

Es ist nicht auszuschließen, dass die Sensoren von Menschen, die das „Ende des konservativen Safe Space“ (siehe dazu die Presseschau KW 2-2019) sehen, bei dem SZ-Artikel Kulturwandel – Als die Frauen die Rockmusik retteten anschlagen, wenn mit „Weiße, männliche Rockmusik“ schon die ersten Worte im Vorspann auf Rasse und Geschlecht abzielen.

Irgendwie passend zu der vorhergehenden Beobachtungen folgt hier mit Doxing – Den „zornigen weißen Mann“ gibt es auch in jung Deutschlandfunk-Artikel, der – man könnte das jetzt als „Derailing“ oder „Whataboutism“ verstehen – lediglich eine Seite (jenseits des Atlantiks) beleuchtet, obwohl vergleichbare Methoden auch hierzulande zum Einsatz kommen, wie beispielsweise am Ende des Blogbeitrags Herrn Reuls Kampagne, ein Gewinner und die Nachbetrachtung nachgelesen werden kann.

10. Januar

Zu der Zeit, als der Gründer den Der Spiegel noch „Sturmgeschütz der Demokratie“ nannte, wäre ein solcher Artikel, dessen Positionierung als Meinungsbeitrag schon an der Headline zu erkennen ist, aufgrund der inhaltlichen „Dünne“ wahrscheinlich nur in der Ausbildung der Volontäre (und für die „Rundablage“) produziert worden: Peinliche Werbung für Berufe – Recruiting, voll daneben.

Der „Blick in die soziale Wirklichkeit bestätigt alte Vorurteile, was die privilegierte Stellung von Beamten und Freiberuflern in der deutschen Altersversorgung betrifft“ – so lautet der Einstiegssatz für den Handelsblatt-Beitrag Studie zur Alterssicherung – So viel höher ist der Rentenanspruch von Beamten im Vergleich zu Angestellten.

9. Januar

Die Antwort auf die Frage 48 Stunden Brandenburg – Reichen 100 Euro für ein Wochenende in der kleinen Havelstadt? von Tagesspiegel-Redakteurin Susanne Kippenberger könnte möglicherweise unerwartet sein.

Wer sich Eine Mausalternative, die funktioniert, namentlich: „Parone“, nicht vorstellen kann: Golem hat in den Artikel auch zwei Videos eingebunden.

7. Januar

Fabian Goldmann sieht für Telepolis das „Ende des konservativen Safe Space“ bzw. den Verlust der „Diskurshoheit“.

5. Januar

Im Interview mit dem Deutschlandfunk meint der Internetkritiker Jaron Lanier: Schluss mit der Umsonst-Kultur im Netz!

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.