Presseschau KW 5-2019

Wie zuvor gilt auch hier: Der Dienst Pocket ist ein wenig langsamer als die „schnellen Social Media“ wie Twitter und Facebook. Von daher ist es logisch, dass sich bei einem reduzierten Social-Media-Engagement die Menge, Spanne und Aktualität der Themen vom Vergleichszeitraum des Vorjahres unterscheidet.

2. Februar

Im Fall des demokratischen Gouverneurs Ralph Northam, der im 1984er-Jahrbuch auf einer Art mit Fotos abgebildet ist, die heute nicht mehr akzeptabel ist („Blackfacing“, KKK), ist die Sache möglicherweise eindeutiger als bei Jessica Bießmann und den Weinflaschen im Hintergrund (Wikipedia).

1. Februar

Nachdem das Thema schon bei der Berliner Morgenpost behandelt wurde, siehe dazu z.B. den Blogeintrag zum „Rapperkrieg in Berlin“ vom 24. Januar, ist das Thema mit den „amerikanische[n] Sitten [...] im Berliner Milieu“ auch beim Tagesspiegel angekommen: Hip-Hop-Szene – Neukölln, New Jersey.

30. Januar

Service: Firefox 65 ist da – das ist neu (t3n).

Vergleichsweise transparent weisen die Hamburger Spiegel-Journalisten darauf hin, dass der Artikel Prozess um angebliches Geheimkonto – Wie vermögend war Franz Josef Strauß? „nachträglich ergänzt“ wurde, vergessen dabei aber den Hinweis auf die konkrete Änderung gegenüber der Ursprungsfassung.

29. Januar

Wer es noch nicht wusste, ist bestimmt kein Mensch aus dem Online Marketing: Featured Snippets – Warum Platz 1 nicht mehr genug ist (t3n).

„IT-Jobporträt Spieleprogrammierer“ von Golem: "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben".

Es gebe „Tricksereien bei der Schulwahl“ setzt der Online-Teil des Hamburger Wochenblatts Der Spiegel als Dachüberschrift über seinen Artikel "Eltern sind kampfbereit und klagewillig".

Gute Nachrichten für eine „in Pakistan verfolgte und bedrohte Christin“: Gericht lehnt Berufung gegen Freispruch von Asia Bibi ab (FAZ).

„Im Jahresbericht zum Zustand der Bundeswehr dürften Verbesserungen bei Problemen und Mängeln Fehlanzeige sein“, leitet das ZDF seinen Artikel Kritik am Zustand der Bundeswehr – Wüstner: Von der Leyen soll Handbremse lösen ein.

28. Januar

Weil die Dienste WhatsApp, Instagram und Facebook-Messenger (technisch) miteinander verschmolzen werden sollen, urteilt die SZ: Zuckerberg bricht sein Whatsapp-Versprechen.

Besonders pfiffige Zeitgenossen kommen bei Artikeln wie Geschlechterdarstellung in sozialen Medien – Nähen, Kochen, Schminken (Zeit) auf die Idee, dass Frauen die Social Media vielleicht „falsch“ benutzen und ihnen daher jemanden vorgeben sollte, wie sie es „richtig“ machen.

27. Januar

Mit den Suchbegriffen „Kindergarten“ bzw. „Schule“ finden sich hier ja schon ein paar Blogbeiträge, die inhaltlich zu 4,58 Millionen Kleinkinder – Die drei Gründe für Deutschlands neuen Kindersegen (Welt) passen. Die Leser sind jedenfalls nur mittelmäßig begeistert von dem Text – wenn man die Anzahl von etwas über 1.000 Kommentaren (u.a. mit Verweis auf einen Zeit-Artikel von Juli 2018, der ebenfalls drei Gründe nennt als Maßstab nimmt.

Den Salonkolumnisten „Dr. Deutsch“ gab es hier zuletzt im Dezember im Kontext der „Causa Relotius“. In diesem Beitrag geht es um das System Greta.

In den Kommentaren zum „anonymen Gehaltsprotokoll“ Barista: "Für neun Euro die Stunde würde ich nicht arbeiten" (Zeit) gehen die Meinungen u.a. darüber auseinander, ob der Mahlgrad der Kaffeebohnen an Regenwetter angepasst werden muss und was ein angemessener Stundenlohn für eine formal ungelernte Kraft ist.

Moritz Herrmann (Zeit) ist maximal gelangweilt von der Hamburger Kreativprominenz, wenn er schon im Vorspann seines „wütenden Spaziergangs“ Reeperbahn – Nachts um halb eins klarstellt, dass die lokalen Kulturschaffenden „einfach nicht von der Reeperbahn lassen“ könnten.

Der Schwarzwälder Unternehmer, der das Käsekuchen-Imperium (FAZ) aufgebaut hat, ist selbst kein Bäcker und „würde auch keinen einstellen“.

26. Januar

Die BZ aus Berlin führte ein Interview mit dem Holocaust-Überlebenden David Levin (93): „Es gibt keinen Gott“.

25. Januar

Das Thema stammt aus dem Der Spiegel-Magazin der nun abgelaufenen Woche (und wurde hier in einem Teilbereich schon einmal am 8. Mai 2017 gestreift): Unternehmensberater – Staat zahlt jährlich drei Milliarden Euro für Berater.

Auch die verschrobenste Kombination nützt nichts, wenn 2,2 Milliarden E-Mail-Adressen samt Passwörtern veröffentlicht werden (Handelsblatt).

Irgendwie ist es schön böse, wenn Meedia bereits in der Überschrift die hauseigene Aufarbeitung des Der Spiegel in der „Causa Relotius“ zusammenfasst mit: „Spiegel [...] entzaubert den eigenen Mythos vom knallharten Factchecking“.

Auf Telepolis veröffentlicht Rechtsanwalt Markus Kompa einen lesenswerten Beitrag darüber, dass es in/bei/für Medien mehr Fremdkritik brauche.

Unterhalb des Telepolis-Textes über klimastreikende Schüler wird u.a. auf deren Alter hingewiesen.

Der taz-Artikel Rechtsextreme bei der Polizei in Hessen – Polizisten, Brüder, Nazis? von Sebastian Erb und Dinah Riese bezieht sich u.a. auf einen „Antifa-Rechercheblog“ und arbeitet neben Fakten auch Konjunktive ab.

24. Januar

Der Autor ist bei der WiWo „Redakteur Innovation & Digitales“: Falsche Zahlen, steile Thesen – Die Mythen der E-Auto-Kritiker.

Netzpiloten-Kolumne von Gunnar Sohn: Schumpeter lesen und danach die Plattform-Giganten zerschlagen.

Es gibt zu so wohlwollenden Artikeln wie Arbeitsrecht – EU stärkt Rechte berufstätiger Eltern (Zeit) ja auch Gegenstimmen, die auf die prekäre Situation der zeitlich befristeten Ersatzarbeitnehmer abstellen.

22. Januar

Die US-Kollegen seien „einfach mitteilungsfreudiger“, schreibt Markus Zydra in seinem SZ-Stück Terminkalender – So arbeitet ein EZB-Chef.

Der Bürgermeister in Bergisch Gladbach unterstütze „einen Haufen Antisemiten“, zitiert der Kölner Stadtanzeiger aus einer israelischen Zeitung. Aufhänger: Die Initiative „BDS“ werde nicht bekämpft.

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.