Presseschau September 2019

Wie zuvor für die Schau von August gilt auch hier, dass es gewiss mehr Artikel sein könnten, wenn eine Presseschau einen ganzen Monat abdeckt. Damit erhält der einzelne Artikel jedoch weiterhin mehr Aufmerksamkeit. Ob das angemessen ist, liegt im Auge des Betrachters.

27. September

Wenn sich Wolfgang Röhl auf AchGut mit der sprachlichen Radikalisierung der damaligen Kolumnistin Ulrike Meinhof beschäftigt, erinnern sich ältere Leser dieses Blogs vielleicht noch an diese Auswahl an kolumnistischen Beiträgen von Spiegel Online.

Für AchGut macht sich Manfred Knake von wattenrat.de ein paar Gedanken zum Meerespiegel.

26. September

Es gibt ja Menschen, die sagen so etwas auch über den IMF (bzw. IWF, so das deutsche Kürzel), was andere aktuell über Facebooks Digitalwährung „Libra“ sagen: Sie sei ein „Kolonialisierungsprojekt“ und „systemische Gefahr“, wie heise zusammenträgt.

25. September

Meinungsbeitrag in der Welt: Der in nur vier Jahren in Peking gebaute Mega-Airport sei „für Deutschland beschämend“.

Es scheint für manche Positionen angeraten zu sein, sich nicht mit Vertretern bestimmter Parteien blicken zu lassen (oder besser noch mit überhaupt keinem Menschen aus der politischen Sphäre), wie die Demission des hessischen Filmförderungschefs (Welt) zeigt.

Im Vorfeld der Wahlen fragt sich die Wiener Zeitung, ob in Zeiten der EU-weiten Personenfreizügigkeit „die Staatsbürgerschaft das wichtigste Kriterium für das Wahlrecht“ sein könne bzw. solle.

24. September

An anderer Stelle wurde der SUV schon einmal als „Antichrist der Klimareligion“ bezeichnet und der SZ-Artikel über den Mercedes GLE (Überschrift: „Unterwegs in einem Hassobjekt“) lässt in der Tat auf eine tiefe emotionale Bindung schließen.

23. September

Im Vorspann geht es zwar nur um „die Anhänger von Trump oder auch die der AfD“, tatsächlich ist der Artikel „Das Opfer ist der neue Held: Ich leide, also bin ich“ aber vielschichtiger.

20. September

Angesichts des Umstands, dass es manchmal schon für hier Beheimatete schwer fällt, beispielsweise als „Nordlicht“ die kulturellen Unterschiede bei einem Besuch in Alpennähe zu akzeptieren, klingt es tendenziell nach einer Binsenweisheit, was der Tagesspiegel da als Überschrift gewählt hat: Flüchtlinge tun sich mit manchen kulturellen Unterschieden schwer.

Mit einer leicht bösen Überschrift konstatiert der Tagesspiegel-Kolumnist Harald Martenstein, dass die „großdeutsche Klimarettung“ scheitern werde, weshalb er empfiehlt, „mit dem Klimawandel zurechtzukommen“.

Schon im Oktober 2018 brachte der anonym bleibende Autor seinen Erfahrungsbericht im Tagesspiegel unter, „wenn der Vater AfD wählt“. Elf Monate später folgte die weiterhin anonyme, inhaltlich aber erweiterte Fortsetzung: Von Klimawandel bis AfD – „Ich erkenne meinen Vater nicht wieder!“. Lesenswert sind u.a. die Kommentare von jose7, ottonorma und panickel, die u.a. die Andenwanderung des Autors bzw. die Wohlstandsverwöhnung des Nachwuchses abzielen.

19. September

Es wird als „Gegenrede“ angekündigt, was Christian Schüle für Deutschlandfunk Kultur über „Autoritäre Weltverbesserer“ und „Schamgefühl als Moralkeule“ zu Sätzen formt. Er beobachtet eine Vergiftung des sozialen Klima und das Aufkommen einer „eine puritanische(n) Moral der Askese“, die „autoritative, fast autoritäre Züge“ in sich trage.

18. September

Wie sehr „Scham“ aufgrund des Klimas und der von Schweden ausgehenden „Flugscham“ im Trend liegt, zeigt sich u.a. an der „Bauscham“, die ein „Experte“ laut NTV fordert, da Bauen dem Klima schade wie Autos und Fleisch“. Im Juli gab es auf Zeit.de ja schon die „Reisescham“.

17. September

Weil sich Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der Hessischen Filmförderung, im Juli mit „AfD-Chef Jörg Meuthen und dem umstrittenen PR-Berater Moritz Hunzinger“ getroffen hatte, fordern „mehr als 300 Filmschaffende“ den Rücktritt.

16. September

In einem längeren Text beschäftigt sich die NZZ mit „White Saviors“ in Afrika.

Das IT-Fachmedium Golem geht der Frage nach, ob Frauen in sogenannten MINT-Berufen „überfördert“ werden..

12. September

Wie Transparenz in eigener Sache geht, zeigt der Artikel der Mainpost, warum ein anderer Artikel nach 7 Tagen aus dem Netz genommen wurde. Wer sich selbst ein Bild von dem Beitrag über die Ausstellung „Würzburgs Bunte Mützen – 200 Jahre studentische Tradition in Würzburg“ machen möchte, findet den Text auf schreibdasauf.info.

10. September

Im Interview mit dem Focus mahnt eine Politologin an, das Thema Klimarettung nicht wie „eine neue Heilslehre [...] fast wie eine Religion“ zu betrachten. Mit Datum vom 8. September gibt es ein elfminütiges Interview mit dem Deutschlandfunk, das einen Unterschied zwischen Journalistin und Interviewten erkennen lässt.

7. September

Auf Basis der Studie „Mismatches in the Marriage Market“ und einer Pressemitteilung schildert Neon, dass „immer mehr Amerikanerinnen“ Singles blieben, weil ihnen die Männer zu wenig verdienten.

6. September

Der „Grad an Weltoffenheit Berlins“ werde nicht am „Görli“ vermessen, so Lorenz Maroldt in seinem Meinungsbeitrag über einen „Zuzugsstopp für Berlin“ (Tagesspiegel), sondern beim sogenannten „Schwaben-Bashing“.

Wie immer gilt bei solchen Themen, die Wissenschaft und (nicht-westliche) Religion berühren wie in dem Heise-Kommentar „Thirty Meter Telescope“ auf Hawaii, in dem der Autor gegensätzliche Positionen einnimmt, die Frage: „Wo stehst Du?“ In einem „grün“ bewerteten Kommentar urteilt beispielsweise ein Forist, dass man „vor allem in Europa zu einer romantisierten verkitschten Sympathie für die Religiosität indigener Völker“ neige. Ein rot beurteilter Kommentar indes zieht lokale Vergleiche zu jenen, die den „Untergang des Abendlandes auch in Form von "Verspargelung" flacher oder hügeliger Landschaft sehen“

5. September

Es ist nur eine kurze heise-News von weniger als einer Minute Lesezeit, aber Unternehmen aus den USA und der Volksrepublik China hätten laut UN „einen Marktanteil von 90 Prozent bei der weltweiten Digitalwirtschaft“.

Wie die Zeit berichtet, geht die Fritz-Walter-Medaille in Gold an Nico Kühn als „bester U19-Spieler Deutschlands“. Gemäß Aussage des Cheftrainers der deutschen U-Nationalmannschaften wurden für den Nachwuchspreis „bewusst Spieler nominiert, deren Fähigkeiten in Deutschland zuletzt stark vermisst wurden und die in dieser Ausprägung nur selten zu finden sind.“

Das Hamburger Blatt Der Spiegel gibt einige Inhalte der „bislang unveröffentlichten Studie "Expat Insider 2019" von InterNations“ wieder. Bezogen auf die Arbeit sei das Land dabei gar nicht so schlecht, bezogen auf die Menschen dagegen gar nicht so gut – die Deutschen würden, so der _Der Spiegel, „demnach als unterkühlt und nicht kinderfreundlich“ wahrgenommen und Freundschaften könne man mit ihnen auch kaum schließen.

In Berlin würden Baugenehmigungen einbrechen, weshalb der Focus schon in der Überschrift konstatiert, dass die Hauptstadt die „Quittung für sozialistische Träume“ bekomme.

4. September

Wie diverse Medien, darunter Ruhr24.de berichten, hat sich die ex-Freundin eines ehemaligen Fußballnationalspielers bei der Polizei gemeldet und „offenbar mindestens 15 Fotos von Kinderpornografie“ vorgelegt, die sie von Christoph Metzelder erhalten haben will.

3. September

Wie NTV schon in der Einleitung schreibt, gilt für den Fußballer des FC Bayern, neben dem ein ehemaliger CDU-Politiker nicht gerne wohnen wollte, die Unschuldsvermutung, auch wenn der Verdacht „auf gefährliche Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin“ lautet. Die Anklage liegt jedenfalls seit Anfang Februar beim Amtsgericht, auch wenn der zuständige bis dato noch keine Entscheidung getroffen habe.

Im Artikel über (sinngemäß) „einen Kleingartenverein unterwandernde Nazis“ zeigt die Hamburger Mopo ein Bild mit „88“ und verweist auch bedeutungsschwanger auf die Reichskriegsflagge. Unterhalb des Textes verlinkt sie zudem auf die Maßnahme der Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ (AGR) im Zeitschriftenregal (29. Mai). PS: Zum Thema „Zahlencodes“ sei aus historischen Gründen beispielhaft auf die „Edeka-Analyse“ Sabine Bamberger-Stemmanns (NTV, 24. November 2016) verwiesen.

2. September

Über den „Fehler im System“, dass sich für viele Geflüchtete eine Ausbildung nicht lohne bzw. die hiesige Rechnung nicht aufgehe (Berufsfachschulsprache ist schwieriger als Alltagsdeutsch, eigene Berufserfahrung als Automechaniker hilft nur bedingt bei "hochmodernen Auslesegeräten", das Azubi-Gehalt liegt unterhalb der Transferzahlungen), berichtet der Tagesspiegel

Schöner Titel, „Die Wutprobe“, und in Verbindung mit den Kommentaren sicherlich nützlich für junge Eltern, was der FAZ-Autor über die „Trotzphase“ und den Umgang damit schreibt.

Zum Hintergrund
Unter dem Tag Linkschleuder (und mit wechselnden Überschriften) werden jene Artikel versammelt, die "aus den Streams" der verschiedenen Social-Media-Kanäle kommen. Die redaktionelle Darstellung variiert, doch eine klare Nennung der Medien und der Veröffentlichungsdaten ist konsistent. Die ausgewählten Medien sind entweder hiesige oder internationale etablierte Medienhäuser jeglicher Couleur, "neue" Medien (sprich Online-Medien) oder lesenswerte Blogs. Die Einordnung der Informationen obliegt üblicherweise dem Leser.